Hotel Strangmeyer steht leer / Walter John genießt nach 25 Jahren den Ruhestand

Nachfolge-Gastronom noch gesucht

Das frühere Hotel Strangmeyer – zuletzt „Restaurant 21“ – steht leer. Der neue Eigentümer sucht einen Pächter für den Gastronomiebetrieb an der Römlingstraße. Fotos: Jansen

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Die Zimmer sind verlassen, das Restaurant ist leer: Seit Dezember ist das alte Hotel Strangmeyer an der Römlingstraße in Diepholz verwaist. Inhaber Walter John ist mehr oder weniger sang- und klanglos in den Ruhestand gegangen. 25 Jahre lang hatte er das Haus geführt. Während er sich um die Küche kümmerte, war seine Frau Barbara im Service. Der 72-Jährige hat sich von seinen Stammgästen verabschiedet und genießt nun in seinem Haus in Diepholz das Rentnerdasein.

Hotel und Restaurant sind unterdessen „zu vermieten“, wie ein Schild in der Tür verrät. Ein Unternehmen aus Cloppenburg hat die Immobilie gekauft.

„Das Haus soll ein Restaurant- und Hotelbetrieb bleiben“, sagte Geschäftsführer Yilmaz Mutlu im Gespräch mit unserer Zeitung. Es gebe Interessenten. Man suche einen Pächter, der ein zukunftsfähiges Gastronomiekonzept habe.

Durch die Coronakrise sei vieles in Stocken geraten. „So habe ich auch noch keine Möglichkeit gehabt, mich bei der Stadt Diepholz vorzustellen“, sagte Yilmaz Mutlu. Die zehn Zimmer und das Restaurant sollen renoviert und umgestaltet werden, das Gebäude auch außen ein anderes Erscheinungsbild bekommen. „Dabei würden wir gern mit dem Pächter zusammenarbeiten“, so Mutlu.

Walter John hatte das Hotel Strangmeyer vor 25 Jahren übernommen, nachdem er zuvor fünf Jahre lang die „Rosendiele“ in Sulingen betrieben hatte.

Ursprünglich kommt John aus Thüringen. Er lernte nach Erfahrungen in der Seefahrt zu DDR-Zeiten den Kellner- und den Kochberuf, war in seiner Heimat zeitweise Betriebsleiter eines staatlich geführten Gastronomiebetriebes mit 130 Mitarbeitern.

Die Geschichte des Hotels Strangmeyer reicht bis ins Jahr 1962 zurück. Damals eröffnet die Familie Strangmeyer diesen Gastronomiebetrieb. Später übernahm ihn die Familie Barg, deren Nachfolger wurde Walter John.

Er entwickelte das Hotel stetig weiter, gestaltete auch den Gastraum mehrfach um. Nach einigen Jahren führte er gehobene Küche ein. Die ideenreichen Menüs kamen gut an. Später setzte der erfahrene Koch auch auf Molekularküche, nannte das Hotel Strangmeyer in „Restaurant 21“ um. Hintergrund: Die Molekularküche mit ihrer besonderen Zubereitungsform der Speisen galt als „Nouvelle Cuisine des 21. Jahrhunderts“, setzte sich aber nicht durch.

In den 25 Jahren lief nicht alles gut für Walter John. „Am Anfang hatten wir 21 Kegelclubs auf unserer Kegelbahn, zum Schluss war nur noch einer da“, berichtet er von einem Aspekt der Entwicklungen in der Gastronomie. Die anderen Clubs hatten sich aus Altersgründen aufgelöst und fielen als Gäste weg. Auch die Stammtische verschwanden aus Altersgründen.

Rechtzeitig vor der Coronakrise hat Walter John nun den Absprung in den Ruhestand geschafft. Der 72-Jährige widmet sich seinem Garten, hat aber auch noch privat eine professionelle Küche eingerichtet, in der er noch gern arbeitet – aber ohne den Druck, den ein Gastronom hat. Seine Frau Barbara hat das Rentenalter noch nicht erreicht und ist noch in einem Büro tätig.

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