Enttäuschung bei CDU und SPD

Nach der Wahl: Parteien analysieren ihre Ergebnisse

Nach der Europawahl hat für die Parteien die Arbeit der Analyse des Wahlergebnisses begonnen – und das unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen.

Landkreis Diepholz - Enttäuschung herrscht bei den beiden großen Volksparteien im Landkreis Diepholz, der CDU und der SPD. Zwar war die Union am Sonntag mit 32,21 Prozent nach wie vor die stärkste politische Kraft und hatte in allen 15 Kommunen des Kreises die sprichwörtliche Nase vorn. Aber ihr Ergebnis schmolz um sage und schreibe sieben Prozentpunkte. 

Volker Meyer (CDU)

„Damit bin ich natürlich überhaupt nicht zufrieden“, erklärte Volker Meyer als CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzender und Landtagsabgeordneter. Bei der Europawahl habe wohl der Streit mit der CSU nachgewirkt. „Das entscheidende Thema war aber sicher der Klimaschutz“, sagte Meyer – und fügte hinzu: „Da müssen wir uns neu aufstellen und dieses Thema in Einklang mit der Wirtschaft- und Sozial- sowie der Sicherheits- und Außenpolitik bringen.“

Astrid Schlegel (SPD)

Die SPD hatte am Sonntag ihren Platz als zweitstärkste Kraft an die Grünen abgeben müssen, stürzte um elf Prozentpunkte auf nur noch 20,21 Prozent. „Das ist enttäuschend, gar keine Frage“, so die SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Astrid Schlegel. Umso mehr, als die Genossinnen und Genossen einen engagierten Wahlkampf geführt hätten. Das Ergebnis der Europawahl sei ein Arbeitsauftrag an die SPD: „Wir müssen analysieren, wo die Schwerpunkte künftig liegen müssen.“ Europa sei allerdings anders zu bewerten als die SPD-Politik vor Ort, die von den Wählern anerkannt sei.

Marco Genthe (FDP)

Dr. Marco Genthe, Landtagsabgeordneter und Kreisvorsitzender der FDP, zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis seiner Partei. Denn es war von 3,65 Prozent wieder auf 6,28 Prozent gestiegen. „Das ist deutlich über dem Landesdurchschnitt von fünf Prozent!“ Genauso froh sei er darüber, so Genthe, dass der niedersächsische Kandidat Jan-Christoph Oetjen den Sprung ins EU-Parlament geschafft habe. Das sei vor allem wichtig für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum.

Die Grünen waren mit ihrem raketenartigen Ergebnis von 21,48 Prozent mehr als zufrieden: „Das ist Wahnsinn!“, war die erste Reaktion des Kreistagsfraktionsvorsitzenden Ulf Schmidt auf die Tatsache, dass seine Partei ihr Ergebnis mehr als verdoppelt hatte (wir berichteten bereits). 

Rubriklistenbild: © dpa

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