„Wave Trophy 2016“ macht in Diepholz Station / Rennfahrerin Kleinschmidt dabei

Nach Prinzipien der Nachhaltigkeit organisiert

Hier lädt die Rennfahrerin selbst: Jutta Kleinschmidt machte bei der Rallye „Wave“ mit ihrem BMW i3in Diepholz Halt. Für eine Teilstrecke mit an Bord: Martin Hollingworth.

Diepholz - „Tanken war gestern, Naturstrom ja sicher“, so gemeint die Botschaften der Aufkleber an den rund 30 E-Mobilen, die am Samstag in Diepholz am Bremer Eck begrüßt wurden. 70 Teams mit Elektrofahrzeugen starteten am Morgen in Bremerhaven zur „Wave Trophy 2016“. Die Rallye führt 1 600 Kilometer durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz. Die Teams stammen aus zehn Ländern, 20 kommen aus der Bundesrepublik.

Diepholz sperrte rund um das Bremer Eck ab und begrüßte die Botschafter des immissionsfreien Fahrens mit Ständen und vielen Interessierten. Auf ihrem Weg nach Liestal bei Basel legen die Elektroauto-Fans Zwischenstopps in 60 Städten ein, um für einen umweltfreundlicheren Verkehr und eine nachhaltige Lebensweise zu werben.

Damit aber alle 70 Starter gleichzeitig Strom nachtanken können, teilte sich das Feld nach dem ersten gemeinsamen Stopp in Bremen auf drei Routen auf: Nächste Tankziele waren Lingen, Steyerberg und Diepholz, um am Abend gemeinsam am Ende des ersten Tages in Dörentrup (bei Lemgo) zu übernachten.

In Diepholz war das Interesse riesig, die Fahrer kamen kaum zum Tanken ihrer Fahrzeuge, mussten Fragen beantworten. Unter den Rastenden Louis Palmer, der Initiator und Gründer „Wave Trophy“. Der Mann aus der Schweiz, der Elektromobilität lebt und als erster die Erde in einem solarbetriebenen Fahrzeug umrundet hat. „Ich musste für den Stopp in Diepholz gar nicht werben, wir wurden quasi eingeladen und super nett empfangen“, bestätigte er.

Der Hingucker der E-Mobile war der 53er Buick Roadmaster von Julius Wächter aus Stemwede (Oppenwehe). Die amerikanische Luxuskarosse mit dem „One Millon Dollar Grinsen“ am Kühler hatte der junge Maschinenbaustudent ein Jahr lang mit Vater Bernd Klinksiek und seinem Bruder Felix auf E-Mobilität umgerüstet. Überall Batterien, fünf an der Zahl, im Fotobuch dokumentiert.

In die Riege der Senioren, die eine E-Kur erhielten, reihte sich der himmelblaue Karmann Ghia von Thomas Bassek, der von der Qualifizierungsgesellschaft Dorstener Arbeit von arbeitslosen Jugendlichen restauriert und zum modernen Elektro-Fahrzeug umgebaut wurde. Dritte Reminiszenz an längst vergangene Zeiten als auf ihr noch „Atomkraft nein danke“ klebte: Die Ente 2CV mit Elisabeth Göll und Konrad Wangart aus Freiburg. Im Blog der beiden findet sich diese Anfrage: „Darf ich euch denn auf der Anreise nach Bremerhaven auf einen Ladekaffee nach Nienburg einladen? Wieviel Ladeleistung kann eure 2CV verarbeiten?“ Sie kann mit bis zu zwölf Kilowatt laden.

An den Ladekabeln hingen aber nicht nur Personenwagen älterer Bauart, sondern Serienfahrzeuge wie der E-Sportwagen Tesla, kleine Stadtflitzer, ein Motorrad und E-Bikes. Fast fiel der BMW i3 des Teams itk mit Rennfahrerin Jutta Kleinschmidt auf.

„Wir kommen an Orte auf der Tour, die wir sonst nicht eingeplant haben“, meint Martin Hollingworth, der mit Rennfahrerin Jutta Kleinschmidt fährt. Sie ist die derzeit erfolgreichste Frau im Motorsport und bisher einzige Siegerin der Rallye Paris-Dakar.

Organisator Louis Palmer ergänzt die Ausführungen für die fragenden Passanten: „Auf meiner Weltreise mit dem Solarmobil habe ich sehr viele Menschen kennen gelernt, die so denken wie ich, die die Welt voranbringen zur E-Mobilität und zu erneuerbaren Energien. Auf dieser Rallye braucht jeder Teilnehmer nur ein Elektrofahrzeug, ein Tablet oder Smartphone und acht Tage Zeit.“

Nach diesem Prinzip hat er die „Wave“ ins Leben gerufen und nach Prinzipien der Nachhaltigkeit organisiert. In Diepholz unterstützten ihn dabei die Firma Vensys Elektrotechnik und die Stadtwerke Huntetal, die das Bremer Eck zur „E-Tankstelle“ verkabelt hatten. Visionär Palmer fordert mit dem Handeln die Gesellschaft auf, ein Teil der Veränderungen zu sein, bevor es zu spät sei.

Wave-Elektrorallye: Ladestopp in Diepholz

Auch die Polizei Diepholz ging mit gutem Beispiel voran: „Wir haben extra ein E-Mobil von den Kollegen aus Oldenburg geliehen, um zu zeigen, dass es im Stadtbetrieb schon läuft bei uns.“ Bis es jedoch mit Blaulicht und notwendiger Ladekapazität für eine Verfolgungsjagd reicht, wusste Thomas Gissing nicht. Für Forschungszwecke fuhren die Studenten Kai Berning und Robert Bardmann für die Hochschule Dortmund in ihrem E-Speedster mit.

sbb

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