Enger Erfahrungsaustausch mit Wolfsbüro

Nach Bahnunfall: Landkreis lässt toten Wolf präparieren

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Verletzungen am Kopf, Blut auf den Schienen: Wolfsberater Uli Heitmann untersucht den Rüden neben den Gleisen.

Diepholz - Von Anke Seidel. Der Jungwolf, der im Januar bei Barnstorf von einem Zug überfahren worden war, soll künftig zur Anschauung dienen: Der Landkreis lässt das tote Tier, das nur geringe Verletzungen am Kopf aufwies, präparieren. Das berichtete Detlef Tänzer als Leiter des Landkreis-Fachdienstes Kreisentwicklung Mittwoch im Fachausschuss, der unter Leitung von Elmar Könemund (Grüne) im Kreishaus Diepholz tagte.

Tänzer berichtete, dass der Landkreis Diepholz im engen Austausch mit dem niedersächsischen Wolfsbüro steht – und genauso von Plänen, Wölfe mit Sendern auszustatten. Deshalb würden Tierärzte gesucht, die mit Betäubungsgewehren umgehen können.

Offiziell nachgewiesen sind im Landkreis Diepholz zurzeit fünf Wölfe. Insbesondere aus dem Raum Goldenstedt war die Forderung gekommen, Problemwölfe aus der Natur zu entnehmen – sprich abzuschießen. Als auffällig würden nur solche Beutegreifer eingestuft, die mehrfach Schutzmaßnahmen überwunden hätten, stellte der Fachdienstleiter noch einmal klar. Dazu zähle in keinem Fall ein Wolf, „der ab und zu mal in der Nähe eines Gehöftes auftaucht und dann wieder verschwindet“.

Hoher Aufwand und Kosten

Vor allem informierte der Fachdienstleiter die Politiker im Fachausschuss über die Situation der Schäfereien in der Landschaftspflege, die mit bis zu 2800 Schafen unterwegs sind – Tiere, die nachts eingepfercht werden müssen. Die Schäfereien hätten den Wolf akzeptiert, berichtete Tänzer. Aber für sie sei es nicht leicht, Herdenschutzhunde zu bekommen. „Hütehunde und Herdenschutzhunde sind etwas völlig anderes“, stellte der Fachdienstleiter klar, „sie dürfen nicht zusammen gehalten werden“.

In jedem Fall hätten diese Schäfereien hohen Aufwand und Kosten. Deshalb wünschen sie sich eine Entlastung durch das niedersächsische Umweltministerium. Diese Bitte habe der Landkreis an das Ministerium weitergegeben, so Tänzer. „Wir warten jetzt auf eine Antwort.“

„Da tut sich was“

Für Ingo Estermann (SPD) war völlig klar: Die Akzeptanz des Wolfes im Landkreis werde entscheidend davon abhängen, welche Lösungen für Problemfälle gefunden werden. Ulrich Helms (Freie Wählergemeinschaft) hatte vor allem die wachsende Population im Blick und stellte die Frage, ob sich die Wölfe womöglich verdoppeln oder gar verdreifachen.

Darauf gab es Mittwoch keine Antworten – nur den Hinweis, dass bei Problemen Eingreif-Möglichkeiten bestehen: „Da tut sich was“.

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