Jahnschule von Anordnung des Kultusministeriums betroffen

GFS muss vier Lehrer an Grundschulen abgeben

Diepholz - Von Eberhard Jansen. In den Ferien bekam die Schulleitung Post vom niedersächsischen Kultusministerium: Das Diepholzer Gymnasium Graf-Friedrich-Schule (GFS) muss insgesamt vier Lehrkräfte – umgerechnet 92 Unterrichtsstunden – an die Grundschule Hindenburgstraße und die Mühlenkampschule abgeben. Das reißt eine Lücke.

Eine Folge: Im Jahrgang acht werden kurzfristig aus fünf GFS-Klassen vier gemacht. Die Schüler und Eltern der aufzulösenden Klasse konnten vor den Ferien darüber nicht mehr informiert werden.

Komplizerte Koordination notwendig

Zwei Tage vor Schulbeginn ist die GFS-Leitung mit der neuen, komplizierteren Unterrichtsplanung beschäftigt.

Da nicht einfach vier Lehrer in Vollzeit aushelfen, sondern die vom Land geforderte Aushilfe-Stundenzahl auf mehrere Lehrkräfte verteilt wird, sind viele Absprachen notwendig.

Auch die beiden Diepholzer Grundschulen müssen ihre Stundenpläne an die der GFS anpassen. Die Zeit für das Pendeln von Lehrkräften zwischen den Schulen ist dabei einzuplanen.

„Auch menschlich und fachlich muss es passen“, beschreibt GFS-Schulleiter Lars Buse die Suche nach auch für die Grundschule geeigneten Gymnasiallehrern.

Durch die zwangsweise Abordnung von Lehrern, um die Unterrichtsversorgung an den Grundschulen zu verbessern, gibt es an der GFS weitere Folgen – beispielsweise im Ganztagsbereich.

Kürzungen im Ganztagsbereich sind unausweichlich

„Die Hausaufgabenbetreuung ist aber auf jeden Fall gewährleistet“, betont GFS-Schulleiter Lars Buse, der die Anweisung des Landes ausführen muss. Es werde aber Kürzungen in Ganztagsbereichen geben, in denen Lehrer und nicht – wie bei der Hausaufgabenbetreuung – externe Kräfte eingesetzt sind.

An der GFS sind inklusive Referendaren 80 Lehrer tätig. Da klingen vier abzuordnende Kräfte wenig. Doch die umgerechnet 92 Wochenstunden entsprechen dem Unterricht von drei ganzen Klassen.

Die Regelung gilt zunächst für ein Jahr.

Betroffen davon ist auch die Diepholzer Jahnschule. Diese Hauptschule muss eine Lehrkraft – umgerechnet 28 Unterrichtsstunden – an die Grundschule Rehden (18 Stunden) und Wagenfeld (zehn Stunden) abtreten.

Keine Unterrichtskürzungen an der Jahnschule

Dadurch kommt es in der Jahnschule allerdings zu keinen Unterrichtskürzungen, da eine Lehrkraft aus dem Mutterschutz zurückkehrt.

Glücklich ist die Jahnschule über die Zwangs-Abordnung an Grundschulen dennoch nicht.

Sie hatte bislang eine Unterrichtsversorgung von 100 Prozent, die auch Veranstaltungen und Aktionen über das Pflichtprogramm hinaus ermöglichte. Nun sind es nur noch 95 Prozent. Laut Schulleiterin Anika Flöthe müsse dadurch teilweise eine Doppelbesetzung von Lehrern in Inklusions-Klassen entfallen, in denen Schüler mit besonderem Förderbedarf mit unterrichtet werden.

Aktuell nicht betroffen von der Anordnung des Kultusministeriums, dass weiterführende Schulen Grundschulen mit Lehrermangel unterstützen müssen, ist die Realschule Diepholz.

Sie hatte bereits im letzten Jahr eine Lehrerstelle an die Diepholzer Mühlenkampschule abtreten müssen. Die zwei Lehrkräfte, die sich den geforderten Unterricht an der Grundschule jeweils zur Hälfte geteilt hatten, können nun wieder ganz an der Realschule unterrichten.

Rubriklistenbild: © dpa

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