Besucher des Wasserspielplatzes haben sich verändert / Beobachtungen von Werner Radzei

Müntepark: Müll und andere Probleme

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Werner Radzei vor einem der neuen, sehr hoch angebrachten Verbotsschilder am Wasserspielplatz im Diepholzer Müntepark.

Diepholz – „Müll ist das Hauptproblem“, meint Werner Radzei. Seit 14 Jahren ist er Platzwart beim Bahnengolfclub Diepholz, der seine Anlage direkt neben dem Wasserspielplatz im Müntepark hat. Der 67-Jährige beobachtet auf dem öffentlichen Spielplatz und im gesamten Park Besucher-Entwicklungen, die auch schon in sozialen Netzwerken diskutiert wurden.

Täglich ab 17 Uhr sieht er in den Sommermonaten einen Wechsel. Dann verlassen einheimische Familien den Spielplatz und Gruppen aus der Nachbarschaft im Bereich Willenberg übernehmen die Sitzplätze oder stehen in Gruppen auf den Wegen.

Das will Radzei keineswegs verurteilen: „Jeder hat das Recht, den Müntepark zu nutzen“, betont er. „Doch insbesondere viele ältere Diepholzer gehen ab dem frühen Abend nicht mehr durch den Park.“

Insbesondere Jugendliche – einheimische wie auswärtige – stünden abends in Gruppen herum, um sich lautstark zu unterhalten. Sie blockierten oft die Wege im Park so, dass Fußgänger und Radfahrer auf die Rasenflächen ausweichen müssten.

Am meisten ärgert Radzei der Müll, den Besucher auf dem Wasserspielplatz hinterlassen. Die Mülleimer quellen über, es wird bewusst Abfall daneben oder auf die Wege geworfen. Von montags bis freitags kümmern sich Mitarbeiter des städtische Bauhofs täglich darum, an Wochenenden übernehmen Werner Radzei und andere Bahnengolfclub-Mitglieder die Reinigung.

Radzei ärgert sich dabei nicht nur über Unmengen an Schalen von Sonnenblumenkernen, die in manchen Ländern gern gegessen werden, sondern auch über weitaus gefährlicheren Müll: Flaschen – ob Cola oder Alkohol. Insbesondere, wenn das Glas zerbrochen ist und Scherben versteckt im Spielplatz-Sand liegen, kann das für Kinder gefährlich werden.

Bislang hat Radzei die Scherben immer rechtzeitig gefunden. Auch die Bauhof-Mitarbeiter bearbeiten den Sand mit einem Rechen, um versteckten Glasbruch zu finden.

Ordnungsamt und Polizei sind regelmäßig im Müntepark unterwegs. Unter anderem ermahnen sie Jugendliche, stoßen aber laut Radzei meist auf wenig Respekt – bei allen Nationalitäten.

Da sich die Mentalität mancher Müntepark-Nutzer von der heimischen unterscheidet, kommt es manchmal auch zu merkwürdigen Situationen. So habe ein ausländischer Mitbürger vor Kurzem im Park einfach einen Stand aufgebaut und dort Getränke, Hot´Dogs und Crepes verkauft – ohne Genehmigung, versteht sich.

Trotz des Einschreitens einer Ordnungsamtsmitarbeiterin habe er den Stand an folgenden Tagen insgesamt zwei Mal wieder aufgestellt, bis die Vertreterin der Stadt mit härteren Maßnahmen drohte. „Der Mann war sehr freundlich und hat keinen Ärger gemacht“, berichtet Werner Radzei – nur habe er offenbar nicht verstanden, dass man in Deutschland in einem Park nicht so einfach einen Verkaufsstand aufbauen darf.

Die Stadt Diepholz hat an den Eingängen Poller mit Schlössern installiert, so dass nur noch Befugte den Park mit Autos befahren können.

Auch weisen am Wasserspielplatz nun Schilder auf Ver- und Gebote hin. Allerdings sind diese in einer Höhe angebracht, die das Lesen schwierig macht. Und sie sind nur auf Deutsch.

Bei der Stadt Diepholz ist die veränderte Besucherstruktur des Parks durchaus bekannt. „Der Müntepark ist öffentlich“, kann Michael Klumpe, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, dazu nur sagen.

Große strafrechtliche Probleme sind im Müntepark bislang ausgeblieben. Das ist auch Werner Radzei wichtig. Der Diepholzer möchte die Menschen, die in kleinen Wohnungen leben und den Park in ihrer Freizeit rechtmäßig nutzen, keinesfalls verurteilen. Aber er sieht, dass die veränderte Besucherstruktur Auswirkungen auf die Nutzung des allgemein gelobten Wasserspielplatzes hat: „Früher sind auch viele Familien aus dem Landkreis Vechta hierhin gekommen, um mit ihren Kindern dort zu spielen. Das sind jetzt nur noch wenige.“

Der Wasserspielplatz im Müntepark wurde im Juli 2015 eröffnet. Am vorherigen „Rodelhügel“ war in drei Monaten die Erlebnislandschaft entstanden. Dazu wurde ein bisher dort verlaufender Weg näher an die Minigolfanlage verlegt. Fast 300 000 Euro hat die Stadt Diepholz seinerzeit insgesamt in Wasserspielplatz und Wegeverlegung investiert.

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