Einwohner verursachen 2015 rund 455 Kilogramm Abfall pro Kopf

Müllaufkommen im Landkreis überdurchschnittlich hoch

Landkreis Diepholz - Die Deutschen trennen Müll wie die Weltmeister und zählen zugleich zu den größten Abfallverursachern in der EU. Allein an Haus- und Sperrmüll waren es 2015 deutschlandweit rund 188 Kilogramm pro Kopf. Rechnet man Bioabfälle und Wertstoffe hinzu, sind es gar 455 Kilogramm Müll pro Einwohner. Bundesweit entspricht das 37,4 Millionen Tonnen. Im Landkreis Diepholz steuerte jeder Einwohner 189,1 Kilo Haus- und Sperrmüll bei, wie der Zeitungsdienst Südwest den Daten der Statistischen Landesämter entnimmt.

Der Landkreis liegt damit auf einem mageren 245. Platz unter 395 Müllmachern bundesweit, deren Daten die Statistischen Landesämter ausgewertet haben. Haus- und Sperrmüll, dessen Pro-Kopf-Menge sich im Landkreis Diepholz 2015 auf 40 458 Tonnen summierte, ist allerdings nur ein Teil des Mülls, der in Haushalten anfällt. Insgesamt waren es 128 485 Tonnen. Aber Abfall, der als Wertstoff deklariert wird, fällt aus der Restmüllmenge heraus. Im Landkreis Diepholz lag das komplette Aufkommen an Haushaltsabfällen 2015 bei 600,5 Kilo pro Kopf (2012: 581,1 Kilogramm).

Ein Vergleich der Abfallmengen in verschiedenen Landkreises ist schwierig, denn die Entsorgung läuft nach unterschiedlichen Systemen: gelbe Tonnen, gelbe Säcke, graue Tonnen, blaue Tonnen, grüne Tonnen, braune Tonnen, Heimkomposter, Glascontainer, Wertstoffhöfe. Und während in der einen Stadt nach Grün-, Braun- und Weißglas, nach Altpapier, Rest-, Bio- und Plastikmüll getrennt wird, favorisiert der Nachbarlandkreis die Methode „Flach und Rund“. Dort landet Papier zwischen Plastikfolien und Tetrapaks und Glas jeder Farbe zwischen Dosen und Verpackungen.

Das Abfallaufkommen im Landkreis Diepholz ist von 2012 bis 2015 entgegen dem Bundestrend angestiegen. - Grafik: Zeitungsdienst Südwest

Ein Blick auf die verschiedenen Müllarten lohnt also, um abzuschätzen, wie der Landkreis Diepholz aufgestellt ist. So liegt das Pro-Kopf-Aufkommen organischer Abfälle beim Meister der Müllsparer, dem Kreis Aschaffenburg in Bayern, bei 153,3 Kilogramm gegenüber 226,5 Kilogramm im Landkreis Diepholz. Dazu sortieren die Bayern pro Kopf 194,8 Kilo Wertstoffe aus. Im Landkreis Diepholz sind es 184,8 Kilogramm.

Während die Menge an Haushaltsabfällen in den vergangenen vier Jahren bundesweit um 1,2 Kilo pro Kopf gesunken ist, ist sie im Landkreis Diepholz um 19,4 Kilogramm gestiegen. Ein Teil davon – vor allem Verpackungen – sind Wertstoffe. Daraus folgt: Mehr Wertstoffe aussieben, dann klappt’s vielleicht mit dem Müllsparer-Spitzenplatz.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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