Ergebnisse der Umfrage liegen vor 

Mobilfunknetze im Kreis: Ausbau ist schlecht

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Die Karte zeigt, wo sich laut der Umfrage die Standorte von „Funklöchern“ im Landkreis Diepholz befinden. 

Landkreis Diepholz - Von Julia Kreykenbohm. „Ja, ich bin unterwegs, ich muss nur noch...“ Die Verbindung bricht ab. Stille. Der Gesprächspartner lauscht angestrengt und ärgert sich: Verfluchtes Funkloch! Solche Situationen sind zurzeit an vielen Stellen des Landkreises Diepholz Alltag. 

„Der Netzausbau der drei Mobilfunknetze Telekom, Vodafone und Telefonica ist im ländlichen Bereich in der Tat schlecht“, sagt Günter Klingenberg vom Fachdienst Wirtschaftsförderung des Landkreises Diepholz. „Selbst unter Einbeziehung des älteren und langsamen 3G-Netzstandards ist die Abdeckung unzureichend.“

Das ist auch das Fazit der Umfrage zur Mobilfunkversorgung, zu der der Landkreis die Bürger im vergangenen Jahr aufgerufen hatte. Und viele sind dem Aufruf gefolgt. „448 haben Umfrageformulare ausgefüllt und zugeschickt“, freut sich Klingenberg. „500 Bürger haben über einen Zeitraum von drei Wochen mittels einer Smartphone-App Informationen über die Qualität der Netze zusammengetragen.“ Er und auch Landrat Cord Bockhop danken diesen Menschen für ihre Mithilfe.

Auf Straßen häufiger Funklöcher

Die Erhebung sei keine wissenschaftliche Studie, sondern mehr eine grobe Untersuchung. Diese zeige zum Beispiel, dass auf Straßen häufiger Funklöcher zu finden sind als auf Bahnschienen. Klingenberg präsentiert drei Karten vom Landkreis Diepholz, jeweils eine für einen Netzanbieter. „Grün“ steht für eine gute Verbindung, „Gelb“ für akzeptabel und „Rot“ für schlecht. Schon der erste Blick verrät: Rot ist weit verbreitet.

Darum soll nun auch etwas passieren. Der Landkreis schickt seine Erhebung an die Firma Seim & Partner. Und er ist nicht allein: Zwölf weitere Landkreise aus dem Bereich Weser-Ems sowie Celle und Rotenburg/Wümme haben auf die gleiche Art und Weise Daten gesammelt, denn „zusammen sind wir schlagfertiger“, erklärt Klingenberg. Seim & Partner werden eine Gesamtauswertung machen. Die wird den Mobilfunknetzbetreibern vorgelegt, um ihnen zu zeigen, wo dringend Handlungsbedarf besteht.

Gesamtgutachten Mitte 2018 fertig

Gleichzeitig werden Vorschläge unterbreitet, an welcher Stelle noch Masten und Antennen aufgestellt werden könnten. Für den Landkreis Diepholz wird das Thema besonders vor dem geplanten Breitbandausbau mit Glasfaser interessant, da die Funkmasten mit eben diesen versorgt werden sollen.

„Doch die Anbieter sind zum Teil auch schon selber aktiv geworden und machen von sich aus Vorschläge, wo noch nachgebessert werden kann“, sagt Klingenberg. Er rechnet damit, dass das Gesamtgutachten Mitte 2018 fertig ist und man dann die Gespräche aufnehmen kann.

Die Kosten für das Gutachten belaufen sich auf etwa 65.000 Euro. Dank des Förderprogramms für Demografie-Projekte im Gebiet der Metropolregion Nordwest und in Weser-Ems gibt es einen Zuschuss von 52.000 Euro.

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