Anbau der Kita Friedrichstraße eingeweiht / Stadt zahlt rund 170 000 Euro

Mittagsschlaf unterm Sternenhimmel

Schlummern unterm Sternenhimmel ermöglicht der neue Schlafraum in der Kita Friedrichstraße. Foto: Reckmann

Diepholz - Von Sven Reckmann. Eine hatte sogar einen ganzen Sternenhimmel als Geschenk mitgebracht: bei der Einweihung des An- und Umbaus an der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte Friedrichstraße in Diepholz ließ es sich die langjährige Leiterin der Einrichtung, Christiane Liebezeit, nicht nehmen zu gratulieren. Denn obwohl sie schon einige Zeit im Ruhestand ist, so ist sie mit dem Herzen offensichtlich immer noch mit Einrichtung verbunden und hatte noch in ihrer Amtszeit die Initiative für die Erweiterung mit auf den Weg gebracht.

Im Kreise der Mitarbeiter und geladener Gäste aus Politik, Stadtverwaltung und Kindertagesstättenverband feierte die Einrichtung den offiziellen Abschluss der Arbeiten.

Mit dem Anbau, der 44 Quadratmeter Raum dazu bringt, und dem Umbau von Räumen im Obergeschoss hat die Einrichtung eine Cafeteria bekommen, einen Angebots- und einen Schlafraum (mit dem Sternenhimmel als Beleuchtungselement bereits im Einsatz) sowie einen größeren Mitarbeiterraum mit Küchenzeile.

Die Baukosten betragen etwa 200 000 Euro, 30 000 davon übernimmt der Kindertagestättenverband, den Rest die Stadt Diepholz.

„Des öfteren mussten Platzmangel und Baulärm ausgehalten werden“, erinnerte sich Kita-Leiterin Elena Stüven. „Aber das Ergebnis lässt sich meiner Meinung nach sehen.“ Sie dankte den Beteiligten für die Zusammenarbeit und für die Geduld während der Bauzeit.

Helmut Meyer als Geschäftsführer des evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverbandes Grafschaft Diepholz erinnerte daran, dass dieses Gebäude bereits seit 1963 genutzt werden. Zwar seien in den Einrichtungen die Angebote über die letzten Jahrzehnte immer ausgeweitet worden, beispielsweise durch Ganztagsbetreuung und Mittagessen, das räumliche Angebot nicht angepasst worden.

„Bis zu dem Anbau mussten wegen der Doppelnutzung der Räume die Betten für die Ganztagskinder immer auf- und abgebaut werden und das Essen musste auf dem Nebenflur eingenommen werden“, berichtete Meyer.

Nachdem ein erster Antrag an die Stadt 2015 abgelehnt worden war – der Stadt ging es da zunächst um Kapazitätserweiterungen und nicht um Bestandsverbesserung – erhielt der Verband dann Anfang 2018 eine Zusage.

„Der An- und Umbau ist fertig und wirklich schön geworden“, so Meyer.

Meyer dankte dem Büro Keese aus Wagenfeld, das die Bauleitung innehatte, für die gute Zusammenarbeit und die enge Abstimmung.

Planer Oliver Keese selbst ließ durchblicken, dass die Arbeiten im laufenden Betrieb eine Herausforderung sei, weil so ein altes Gebäude dann eben doch die eine oder andere bauliche Überraschung parat halte.

Begonnen hatten die Arbeiten im November vergangenen Jahres, die hauptsächlichen Arbeiten seien dann im August fertiggestellt gewesen.

Der Mensch brauche Raum, um sich entwickeln zu können, stellte Pastor Lutz Korn fest. „Die Kinder bekommen mit diesem Bau neue Möglichkeiten.“

Die Räume an der Friedrichstraße seien 1963 der erste Kindergarten in der Stadt gewesen, erinnerte Bürgermeister-Stellvertreter Hans-Werner Schwarz. „Die Bedürfnisse und die Ansprüche haben sich stark geändert. Daher habe der Rat Ende 2017 den finanziellen Beitrag beschlossen. Was die Kinder sicherlich nicht minder freuen dürfte: Schwarz hatte zwei Diepholzer Stofftier-Löwen als Geschenk dabei. „Wenn ich das nächste Mal zu Besuch bin, dann bitte gut einsperren die Beiden“, meinte Schwarz mit einem Schmunzeln.

Die Elternvertreterinnen hatten eine große Tafel als Geschenk mitgebracht, auf der sich die Kinder künstlerisch „austoben“ können, und die dann an eine der noch leeren Wände gehängt werden sollt.

Dem kurzen Festakt schloss sich ein Rundgang durch die neuen und renovierten Räume der Einrichtung an. Inklusive Gesprächen unter dem Sternenhimmel.

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