Schützen-Präsident will 2019 nicht wieder kandidieren

Mitgliederschwund: 53er legen Herrenzüge zusammen

+
Der aktuelle Vorstand des Schützenvereins Diepholz von 1953 mit dem ausgeschiedenen Schützenmeister Holger Bethke (hinten links, seinem Nachfolger Heiko Lange (hinten rechts) und dem neuen Fahnenträger Patrick Völker (7. von links).

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Die Mitgliederzahl hat sich in 15 Jahren fast halbiert: Der Schützenverein Diepholz von 1953 zieht nun Konsequenzen aus Nachwuchsmangel und offenbar schwindendem Interesse am Schützenwesen: Er legt seine drei Herrenzüge mit Wirkung zum 1. Januar 2019 zusammen.

Eine sehr deutliche Mehrheit sprach sich bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend in der Schützenhalle Junkernhäusern dafür aus. Unabhängig davon kündigte Präsident Erich Schenkel am Schluss der Versammlung an, dass er nur noch bis Februar 2019 im Amt bleibe. Die Diepholzer 53er Schützen haben also mehrere Baustellen.

65 Mitglieder waren zu der insgesamt sachlichen Versammlung gekommen. Bis zur Pause schien sie routinemäßig zu laufen. Dann trug Kommandeur Thomas Lokatis den Antrag vor, den Guido Hoffmann beim Vorstand gestellt hatte: Die drei Herrenzüge sollen zusammengelegt werden. Sie sind derzeit nur noch kleine Gruppen.

Kommandeur Thomas Lokatis legte dazu Zahlen vor. Ende 2002 hatten die 53er Schützen insgesamt noch 441 Mitglieder. 2007 war die Zahl auf 351 gesunken. Im November 2017 wurden noch 236 gezählt.

Züge vereinigen sich

Der Vorstand befürwortete den Antrag, dass die drei Züge (der 3. und 4. Zug hatten sich schon vor Jahren vereint) ab 2019 einen gemeinsamen Herrenzug bilden – neben Spielmannszug, Damenzug und Jugend. Auf einige kritische Stimmen von älteren 53er Schützen konterte der Kommandeur: „Wir können uns weiter in Tradition ergehen – und langsam untergehen.“ 

Nach relativ kurzer Diskussion brachte die Abstimmung ein klares Ergebnis: Bei vier Gegenstimmen und drei Enthaltungen wurde der Antrag angenommen. Wie die Zusammenlegung detailliert vonstattengehen soll und was mit den Zug-Kassen passiert, das will der Vorstand nun erarbeiten.

Der Einwurf, ob der Damenzug bei der Abstimmung über die Herrenzüge mitstimmen dürfe, war schnell verworfen: Die Frauen sind bei den 53ern Mitglieder mit Stimmrecht. Aber auch ohne die Damen-Stimmen wäre das Ergebnis eindeutig für die Zug-Zusammenlegung gewesen.

Sportschützen sehr erfolgreich

53er Präsident Erich Schenkel hatte zu Beginn der dreistündigen Versammlung unter anderem den Ehrenkommandeur Fritz Diers und den Ehrenschriftführer Heinz Riehn begrüßt. Er betonte in seinem Bericht den Mitgliederschwund – 2017 standen neun Abgängen sechs Neuaufnahmen gegenüber – und wies darauf hin, dass der Verein nur noch sechs Schützen unter 18 Jahren habe. Sehr erfolgreich seien die Sportschützen gewesen.

Die im vergangenen Jahr neu gewählte Schriftführerin Katja Schumann legte ihren ersten Jahresbericht vor. Positiv war auch der Kassenbericht von Oberschatzmeister Jörg Picker. Kassenprüfer Fritz Diers bescheinigte eine einwandfreie Kassenführung. Den Bericht der sehr aktiven Jugend gab Daniel Wilker ab.

Den Schießbericht trug Oberschützenmeister Andreas Schumann vor. Einer seiner Mitstreiter im Schießstand musste neu gewählt werden: Holger Bethke stellte sich nach 15 Jahren als Schützenmeister der 53er nicht mehr zur Wahl. Mit flüssigen Präsenten dankte ihm der Vorstand. Für Bethke wählten die Mitglieder Heiko Lange einstimmig zum neuen Schützenmeister. Einstimmig in ihrem Schützenmeister-Amt wiedergewählt wurde Melanie Kleimann.

Ebenso einmütig war die Wiederwahl von Hauptfeldwebel (Spieß) Guido Hoffmann und Jugendwart Daniel Wilker. Das Amt des Jungschützenwartes konnte angesichts nicht vorhandener Jungschützen unbesetzt bleiben.

Neuer Fahnenträger – als Nachfolger für den zurückgetretenen Tobias Mallwitz – wurde Patrick Völker. Seine Wahl war ebenso einstimmig wie die von Freddy Evers zum neuen Kassenprüfer.

Feiern kommt nicht zu kurz

Trotz aller Probleme feiern die 53er Schützen nach wie vor gern: Am Samstag 3. März, ist ihr Schützenball wieder im Hotel Castendieck in Sankt Hülfe. Das Schützenfest ist für 3. und 4. August geplant – allerdings ohne Großen Zapfenstreich, da die Lohner Stadtkapelle für 2018 abgesagt hat und mögliche Ersatz-Musikzüge dann Sommerpause haben. 

Unter anderem aus diesem Grund macht sich der Vorstand des Schützenvereins Diepholz von 1953 darüber Gedanken, grundsätzlich einen neuen Termin für das Schützenfest zu finden, das traditionell bislang immer am Ende der Saison veranstaltet wird.

Eine Besonderheit präsentierte Andreas Schumann der Versammlung: ein großes Kupferschild aus dem Jahr 1982, das an die Gründung des 5. Zugs der 53er Schützen erinnert. Eine Diepholzerin hatte es gefunden und dem Verein übergeben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

„Tag der offenen Tür“ im Industriegebiet Nord 

„Tag der offenen Tür“ im Industriegebiet Nord 

Freudentränen und Geschenke: Koreaner feiern Wiedersehen

Freudentränen und Geschenke: Koreaner feiern Wiedersehen

Außenminister Maas besucht KZ-Gedenkstätte Auschwitz

Außenminister Maas besucht KZ-Gedenkstätte Auschwitz

Reload 2018 - der Aufbau des Festivals läuft

Reload 2018 - der Aufbau des Festivals läuft

Meistgelesene Artikel

„Tag des Motorsports“ lockt mehr als 6 000 Besucher

„Tag des Motorsports“ lockt mehr als 6 000 Besucher

Gourmetfestival-Premiere: „Hammer, Hammer, Hammer!“

Gourmetfestival-Premiere: „Hammer, Hammer, Hammer!“

Drei tolle Tage in Sulingen

Drei tolle Tage in Sulingen

Bürgermeister schickt sich selbst auf die Strecke

Bürgermeister schickt sich selbst auf die Strecke

Kommentare