Mehr Menschen bekennen Farbe

Mitglieder-Plus in sieben Parteien

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Maren Pjede fühlt sich an die Situation der Sozialpädagogen vor drei Jahren erinnert: „Keiner wollte sie haben – jetzt sind sie gefragt!“, sagt die Geschäftsführerin des SPD-Unterbezirks schmunzelnd. Auch diese Organisation steht zurzeit wieder hoch im Kurs. Seit dem 1. Januar sind 26 neue Mitglieder eingetreten.

Zuwachs verzeichnen aber auch andere Parteien im Landkreis Diepholz, ergab eine Umfrage dieser Zeitung unter allen im Kreistag vertretenen Parteien. Dieser Trend lässt den Schluss zu, dass in Zeiten von Populismus und Sorge um die Demokratie immer mehr Menschen Farbe bekennen und ein Zeichen setzen wollen – für die Demokratie.

Den stärksten Zuwachs hat demnach der CDU-Kreisverband. Dessen Geschäftsführer Hans-Ulrich Püschel berichtet von 39 Neuzugängen seit Jahresbeginn. Damit wächst der Mitgliederbestand der Union auf 1295.

Bei den Sozialdemokraten war es vor allem der viel zitierte Martin-Schulz-Effekt, der neue Mitglieder brachte. „Schulz hat uns gut getan“, sagt die SPD-Unterbezirks-Geschäftsführerin Maren Pjede. Aber er sei nicht allein ausschlaggebend gewesen für den Zuwachs. Denn seine Kandidatur sei ja erst am 24. Januar bekannt geworden.

Vor allem junge Menschen sind offensichtlich bereit, sich verbindlich für eine Partei zu entscheiden und dafür auch ihren Beitrag zu zahlen. Nicht nur bei der CDU und der SPD, die zurzeit 952 Mitglieder im Landkreis Diepholz hat. 

Denn Zuwachs meldet auch der FDP-Kreisverband. Die Liberalen haben zurzeit 318 Mitglieder in ihren Reihen, erläutert FDP-Kreisgeschäftsführer Reinhard Kawemeyer. „Wir sind sehr guter Dinge“, sagt er. Denn seit Januar haben 17 Menschen ihre FDP-Mitgliedschaft besiegelt, „davon einige junge Leute“, sagt Kawemeyer – und berichtet von drei Studenten, die in Kürze in Sulingen einen Ortsverband Junger Liberaler gründen wollen.

Im Kreisverband der Grünen haben drei neue Mitstreiter den Mitgliedsantrag unterzeichnet, so Sünje Siercks, zuständig für die Geschäftsführung: „Wir freuen uns nun über insgesamt 139 Mitglieder.“

Vier neue Mitstreiter hat der Kreisverband der Linkenl (42 Mitglieder) seit Jahresbeginn aufgenommen – sehr zur Freude von Martin Stricker, im Kreisvorstand zuständig für die Mitgliederverwaltung.

„Das hat uns sehr gefreut“, sagt er und spricht vor allem von jungen Menschen, die sich der Linken anschließen würden. Zum einen, „um einen Gegenpol zur AfD zu setzen“ – zum anderen, „um gegen soziale Ungerechtigkeit zu kämpfen“.

Und die Alternative für Deutschland? „Die AfD hat im Kreis 56 Mitglieder. Gut fünf weitere Anträge sind beim Landesvorstand in Bearbeitung“, sagt Harald Wiese, Vorsitzender der AfD-Kreistagsfraktion. Zum Jahreswechsel seien es 47 Mitglieder gewesen.

Rubriklistenbild: © nordphoto

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