Beim Einsatz an Diepholzer Flüchtlings-Unterkunft

Mitbewohner ermöglichen schnelle Hilfe

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Ein Mann kletterte am Sonntagnachmittag auf das Dach einer Flüchtlingsunterkunft in Diepholz.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Die beiden Einsätze von Polizei und Feuerwehr an der städtischen Flüchtlingsunterkunft am Heldenhain in Diepholz – am Sonnabend hatten Bewohner eine heftige Auseinandersetzung, am Sonntag wollte ein 19-jähriger Asylbewerber vom Dach springen – haben viele Diskussionen ausgelöst, insbesondere im Internet und teils mit menschenverachtenden Kommentaren. Dabei wurde aber auch ein neuer Aspekt der Rettungsaktion bekannt.

So postete ein leitendes Mitglied der Feuerwehr Diepholz auf Facebook, dass drei Flüchtlinge am Sonntag auf das Dach geklettert sind, ihren Mitbewohner dort festgehalten und so eine schnelle Rettung ermöglicht haben. „Diese drei jungen Männer haben gehandelt und dabei ihre Gesundheit riskiert, während viele ach so besorgte Deutsche gaffend an der Straße standen und die Einsatzkräfte behindert haben“, postete der Feuerwehrmann und meint: „Es wäre schön, wenn wir diese drei jungen Flüchtlinge loben würden und unseren ganzen Hohn und unsere Verachtung für die Gaffer aufheben würden.“

Die Feuerwehr hatte den 19-Jährigen, der auf das Dach geklettert war und drohte, in die Tiefe zu springen, mit Hilfe der Drehleiter gerettet. Der junge Mann stand laut Polizeibericht in Verdacht, mehrere Diebstähle begangen zu haben.

Nach Informationen unserer Zeitung kam er noch am Abend in eine psychiatrische Einrichtung nach Osnabrück. Es soll sein Bruder gewesen sein, der bereits am frühen Samstagabend bei einem heftigen Streit unter Bewohnern der Unterkunft am Heldenhain schwer verletzt worden war.

Laut Polizei wurden als Tatwerkzeuge Dachlatten und ein Messer sichergestellt. Über die Nationalität der beiden ist nichts bekannt. Wie die Stadt Diepholz am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, sind in der Asylbewerberunterkunft am Heldenhain „17 Personen aus Marokko und Algerien gemeldet“.

Zudem erklärte ein Sprecher der Stadtverwaltung zur Frage nach möglichen Konsequenzen: „Bei den Ereignissen am Wochenende handelt es sich grundsätzlich um polizeiliche Ermittlungen, in die die Stadt Diepholz nicht involviert ist. Als Unterkunftsgeber entscheidet die Stadt Diepholz, welcher Flüchtling in welcher Unterkunft untergebracht wird. Dementsprechend hat die Stadt Diepholz auch das Recht, Personen in einer anderen Unterkunft unterzubringen. Diese Möglichkeit wird von uns in diesem Fall genutzt, um einige Spannungen abzubauen.“

Ein Mann, der nach eigener Aussage in der Nähe der Unterkunft am Heldenhain arbeitet, äußerte bei Facebook: „Zu 99 Prozent ist es dort ruhig, die Jungs räumen auf, fegen draußen (...). Wenn ich sehe, wie sie sich seit Monaten dort die Zeit totschlagen müssen, das ist traurig. Zeig mir bitte mal junge Erwachsene hier, egal woher, die da nicht auf dumme Gedanken kommen.“

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