SPD-Antrag für die Zukunft der Innenstadt abgelehnt

Mehrheit des Diepholzer Rates gegen City-Outlet

Blick in die  Lange Straße in der Diepholzer Innenstadt.
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Die Diepholzer Innenstadt: Dass hier ein „City-Outlet“ entstehen könnte, lehnte die Mehrheit des Rates ab.

Diepholz – Die Diepholzer Innenstadt kränkelt. Wie in fast allen Kommunen vergleichbarer Größe gibt es Leerstände, geben Geschäfte angesichts von Internet-Konkurrenz und geändertem Kaufverhalten auf. Stadt Diepholz,Fördergemeinschaft (mit ihrem Projekt „Grafenkind“) und Wirtschaftsförderung sind äußerst bemüht, die Innenstadt wieder attraktiv zu machen und für die Zukunft zu sichern. Jetzt gab es einen weiteren Vorschlag.

In die Diskussion um die konkret geplante Umgestaltung der Fußgängerzone mit mehr Aufenthaltsqualität und Wasserspiel, um eine von manchen noch gewollten teilweisen Öffnung für den Autoverkehr und um Pläne für weitere Bereiche der Innenstadt brachte die SPD-Fraktion im Rat eine neue Variante ein. Sie wollte prüfen lassen, ob in Diepholz ein City-Outlet entwickelt werden kann.

Die Sozialdemokraten hatten dabei als Vorbild die Stadt Bad Münstereifel im Blick und schon einen bestimmten Gutachter im Auge. Sie wollten für die Prüfung bis zu 20 000 Euro im städtischen Haushalt vorgesehen haben. Doch die Diepholzer Ratsmehrheit lehnt ein solches City-Outlet ab – mit 21 Nein-Stimmen, acht Ja-Stimmen und einer Enthaltung.

„Wir wollen keinen Ausverkauf, sondern eine langfristige Stärkung“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Gerhard Albers. Im von der SPD verwendeten Vergleich von Diepholz mit Bad Münstereifel sei nur die etwa gleiche Zahl von rund 17 500 Einwohnern passend.

Vergleich mit Bad Münstereifel

Auch Mathis Langhorst von der FDP rechnete vor: „Bad Münstereifel wird innerhalb einer Stunde Fahrzeit von etwa sechs Millionen Menschen erreicht. Nach Diepholz schaffen es in derselben Zeit 2,2 Millionen Menschen. Möchten wir ebenfalls sechs Millionen Kunden anwerben, müssten diese aus einem Umkreis von 95 Kilometern kommen, etwa aus Bremen, Hannover, Bielefeld, Münster und Osnabrück.“ Langhorst: „Wir halten diese Annahme für wenig realistisch.“ Zudem habe Bad Münstereifel 1 200 Parkplätze geschaffen, da die meisten Kunden mit dem Auto anreisen. Der FDP-Sprecher kritisierte weitere Auswirkungen eines City-Outlets auf Diepholz: „Statt selbstständigen, mit dem Ort ihres Wirtschaftens verbundenen Einzelhändlern würde die Innenstadt zu einem Laufsteg großer Marken. Wenige, wenn nicht nur ein großer Investor, gäben die Marschrichtung vor.“ Austauschbare Produkte ohne gehobenen Qualitäts- und Beratungsanspruch könnten Zalando und Amazon deutlich günstiger und bequemer anbieten, als die Diepholzer Innenstadt das je könnte, so Langhorst: „Die Innenstadt muss dort punkten, wo ,Online‘ eben keine Option ist, bei der Aufenthaltsqualität, mit attraktiver Gastronomie, Plätzen zum Verweilen und Orten der Begegnung.“

CDU-Ratsherr Gerhard Friedrichs, der Vorsitzender der Fördergemeinschaft Lebendiges Diepholz ist, argumentierte evenfalls gegen ein City-Outlet.

Das wollte die SPD

Die SPD hatte eine gemeinsame Begehung der relevanten Geschäftslagen und Potenzialflächen in Diepholz mit der Firma ecostra (Wiesbaden) beantragt. „Sollte hier grundsätzlich eine Eignung hinsichtlich eines innerstädtischen City-Outlets erkennbar sein (aktuelle und potenzielle Leerflächen, bebaubare Standorte, räumlicher Zusammenhang, Erreichbarkeit, bereits vorhandene touristische Funktion), wird eine detaillierte Standort- und Potenzialanalyse durchgeführt. Sofern diese Analyse ebenfalls die Machbarkeit zeigt, können weitere Schritte eingeleitet“, so der abgelehnte SPD-Antrag. Die Sozialdemokraten hatten betont: „Den zur Diskussion stehenden Antrag sehen wir ausdrücklich als Ergänzung zum Förderprogramm ,Aktive Stadt und Ortsteilzentren’. Parallel zu den städtebaulichen, verkehrlichen und grünplanerischen Fragen des Förderprogramms geht es auch und vor allem um eine wirtschaftliche Perspektive und um Nutzungskonzepte für die Diepholzer Innenstadt.“

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