Mehr als zwei Drittel aller Einbrüche im Nordkreis Diepholz

Dunkelheit macht Diebe

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Der Albtraum jedes Haus- und Wohnungsbesitzers: Einbrecher. Sie schlagen im Nordkreis besonders oft zu.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Es ist eine traurige Statistik, die das Land Bremen – direkter Nachbar des Landkreises Diepholz – bundesweit anführt. Mit 465 Einbrüchen je 100.000 Einwohner ist die Hansestadt Spitze in ganz Deutschland.

Eine Tatsache, die Schatten vor allem auf den direkt angrenzenden Nordkreis Diepholz wirft. Sage und schreibe 133 Einbrüche haben sich im vergangenen Jahr allein in der Gemeinde Stuhr ereignet. Die Polizei sieht nicht tatenlos zu.

Dunkelheit macht Diebe – die Zahlen sprechen für sich. Innerhalb von drei Jahren (2012 bis 2014) musste die Polizei in Stuhr 372 Einbrüche registrieren, die meisten davon (95) in Moordeich, das direkt an der Bremer Grenze liegt. 59 hatten sich in Brinkum und 55 in Varrel ereignet, damit ebenso in der Peripherie der Hansestadt.

Zum Vergleich: In Weyhe waren in den drei Jahren 183 Einbrüche registriert worden – davon 44 in Kirchweyhe, 29 in Leeste und 27 in Lahausen.

In den Städten Syke, Bassum und Twistringen sowie in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen, also im Bereich des Polizeikommissariates Syke, registrierten die Beamten in den drei Jahren 456 Einbrüche – und im gesamten Nordkreis dieser Statistik zufolge 926. Das entspricht einem Anteil von 67,7 Prozent aller Einbrüche im gesamten Landkreis Diepholz (1368 Taten). Nur 13,01 Prozent davon – die niedrigste Quote – lagen im Bereich des Polizeikommissariates Sulingen und 19,3 Prozent im Polizeikommissariat Diepholz (Diepholz, Lemförde, Rehden, Wagenfeld und Barnstorf). Das Kommissariat Weyhe verzeichnete 34,36 Prozent der Taten, das Kommissariat Syke 33,3 Prozent.

Schon vor Jahren war für den Nordkreis eine Arbeitsgruppe gegründet worden. Ziel: Einbrechern das Handwerk legen und weitere Taten verhindern. Mit Erfolg: Immer wieder hatte es, insbesondere nach Hinweisen von Bürgern, Festnahmen gegeben. Gemeinsam organisierten die Polizeiinspektion Diepholz und die Polizei Bremen Großkontrollen an den relevanten Einfallsstraßen, um mögliche Einbrecher zu entlarven – und Täter in spe abzuschrecken.

Mittlerweile ist unter dem Dach der Polizeiinspektion Diepholz ein Projekt entstanden, in dem versierte Beamte ihre Kräfte bündeln. Sie werten alle Einbruchsmeldungen sorgfältig aus – Grundlage für gezielte Kontrollen in relevanten Bereichen. Einen großen Stellenwert hat in diesem Projekt die Prävention. Der dafür zuständige Beamte Michael Wessels referiert nicht nur in Vereinen und Verbänden über effektiven Einbruchsschutz, sondern berät Haus- und Wohnungsbesitzer auch individuell. Außerdem setzt die Polizei auf die Sensibilisierung von Bürgern. Ist es in einer Straße bereits zu einem Einbruch gekommen, verteilen Beamte spezielle Briefe an die Nachbarn – mit der Bitte, verdächtige Beobachtungen sofort zu melden. „Wir sind für jeden Hinweis dankbar“, betont Arno Zumbach als Pressesprecher der Polizeiinspektion.

Was Haus- und Wohnungsbesitzer selbst tun können, um sich vor Einbrechern zu schützen, dazu gibt Michael Wessels in Kürze in einem gesonderten Bericht wertvolle Tipps.

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