Müllsammel-Aktion war ein voller Erfolg

Mehr als 200 „Zündkerzen“ am Rathaus „entschärft“

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Jede Menge Flaschen („Zündkerzen“) fanden der elfjährige Justus (rechts) und sein zwei Jahre älterer Freund Robert am Rückhaltebecken in Rathaus-Nähe.

Diepholz - „Die Aktion war ein voller Erfolg“, freute sich Organisator Andreas Hehmann von der Stadtverwaltung nach dem schon traditionellen Frühjahrsputz, zu dem die Stadt Diepholz am Samstag aufgerufen hatte. Der Beweis stand neben dem Grün-Fachmann im Rathaus: Ein bis an den Rand mit Mülltüten gefüllter Zehn-Kubikmeter-Container.

Wie bei der Sammelaktion vor zwei Jahren, machten etwa 100 Bürgerinnen und Bürger mit, um die Stadt – jedenfalls in Teilen – vom achtlos weggeworfenem Müll zu befreien. Besonders stark vertreten war die Jugend der Ortsfeuerwehr Diepholz. Maximilian, Henrik und Noah gehörten mit ihren zehn, elf und zwölf Jahren zu den jüngsten „Müllmännern“. Nägel, Schraubenzieher, Papier - ganz viele Sachen waren in ihre Müllsäcke gewandert, und überall Hundesch...

Nette Geste: Norbert Sketsch von „Nobbis’s lütt Backstuv“ drückte den Jungen und Mädchen zur Stärkung eine Tüte mit Donuts in die Hand.

Die SPD-Ratsherren Herbert Heidemann und Ingo Estermann waren derweil gut gelaunt als „Einzelkämpfer“ im Bereich Marktplatz unterwegs und fanden „unendlich viele“ Zigarettenkippen. Eine halb volle Flasche Bier war wohl vom Frühjahrsmarkt zurückgeblieben.

„Wir waren die fleißigsten“, meinte bei der Ablieferung ihres Sammelgutes Herbert Heidemann. Der Konter von Gerhard Albers von der CDU in orangefarbenen T-Shirts ließ nicht lange auf sich warten: „Wir machen saubere Politik für eine saubere Stadt.“

Den Christdemokraten war der Bereich von Reifen Günther bis zum Kreisel in Sankt Hülfe zugewiesen worden, an dem Autofahrer wohl besonders gern ihren Müll entsorgen – vorwiegend Hinterlassenschaften von Fast-Food-Ketten.

An der B 51 wurden aber auch laut Horst Glockzin Straßenbegrenzungspfähle sowie Hinweisschilder auf Hydranten und Gastspiele von Zirkusunternehmen „sichergestellt“.

Dieter Tintelnot von der Tennisabteilung der SG Diepholz, ausgestattet mit einer rückenschonenden, von ihm weiterentwickelten Greifzange, waren Heede und Sankt Hülfe – bis auf besagten Kreisel – sehr sauber vorgekommen. Waren hier vielleicht schon vorher „Saubermänner“ unterwegs?

Ingrid Thasler vom Ortsverein Sankt Hülfe/Heede-Wetschen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), ebenfalls zu dieser Gruppe gehörend, hatte als „Trophäe“ einen kleinen Blumentopf gefunden. Das zarte Pflänzchen, das schon arg mitgenommen war, will sie nun aufpäppeln. Für den Müll sei das ja wohl zu schade.

Das Teich-Gelände hinter dem Rathaus dient vielen Zeitgenossen als Müllplatz. Hier wurden nach Auskunft von Andreas Hehmann neben anderem Müll mehr als 200 „Zündkerzen“ – also Mini-Schnapsflaschen – entsorgt.

Neben den Helferinnen unter anderem von CDU- und SPD-Ortverband, Stadtteilladen, GFS-Umweltausschuss, „Arche“ (Bethel im Norden), Jugendfeuerwehr, SG-Tennisabteilung, Fördergemeinschaft Lebendiges Diepholz, DRK Sankt Hülfe/Heede-Wetschen und Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) waren zahlreiche Privatleute im Einsatz.

Dazu gehörten auch die Familien Kettler, Schöneich und Woyciniuk, die sich spontan zusammengetan hatten, um Müll im Bereich Lohneufer/Enge Straße zu sammeln.

Armin Haar und Werner Engebrecht lieferten ihr Sammelgut vom Unstrutweg und weiteren Stationen in einem kleinen Bollerwagen ab, dessen Schild am Heck verriet, dass sie für ein „Sauberes Diepholz“ unterwegs waren. Sie legten dabei etliche Kilometer zu Fuß zurück.

Bei der Abschlussveranstaltung am Bauhof bedankte sich Andreas Hehmann bei allen Helferinnen und Helfern für ihren Einsatz, aber auch bei der Abfallwirtschafts-Gesellschaft (AWG) in Bassum, die Container und Mülltüten zur Verfügung gestellt und die beteiligten Kinder mit „Give-aways“, also kleinen (Werbe-)Geschenken, erfreut hatte, und lud im Auftrag der Stadt zu Bratwurst und Getränken ein.

Dass der große Frühjahrsputz unter dem Motto „Gans schön sauber hier“ (Ganz mit „s“ in Anspielung auf die Diepholzer Gans) so reibungslos über die Bühne ging, war auch ein Verdienst des Bauhof-Teams.

„Sind die Diepholzer nun umweltbewusster geworden?“ Eine eindeutige Antwort auf diese Frage konnte auch Andreas Hehmann nicht geben. Es werde aber nach seiner Einschätzung gleichbleibend viel Müll wie in den Vorjahren weggeschmissen.

Der nächste Frühjahrsputz ist wieder in zwei Jahren.

rdu

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