Mehr Wohnraum für Studenten in Diepholz: Workshop soll Ideen bringen

Wohnheim ist (noch) tabu

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Die Studentenzahlen an der Privaten Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT) sollen mittelfristig weiter steigen. Der Wohnungsmarkt in Diepholz deckt diese neue und spezielle Nachfrage noch nicht ab.

Diepholz - In Diepholz soll es mehr Wohnungen für Studenten geben. Darüber herrscht in der Politik offenkundig Einigkeit, nur der Weg dahin ist unklar. Das wurde bei der Debatte darüber im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Umwelt deutlich. Umstritten ist, ob ein Studentenwohnheim gebaut werden soll.

Auf dem Tisch lag ein Antrag der Gruppe CDU/FDP: Der Bürgermeister möge beauftragt werden, weiterhin Gespräche mit der Diepholzer Wohnbau und anderen potenziellen Investoren über die Bereitstellung von Wohnraum für Studenten zu führen, heißt es darin. „Mit Interessenten sind mögliche Wohnkonzeptionen und Finanzierungsmodelle zu erörtern.“ Im dritten Quartal dieses Jahres sollen die Pläne vorgestellt werden.

Aus Sicht der SPD war dies lediglich der Aufguss eines ähnlichen Antrags von vor einem Jahr. „Warum sollte das, was letztes Jahr nicht funktioniert hat, dieses Jahr besser funktionieren?“, fragte Fraktionssprecher Manfred Albers. „Die Aufgabe ist nur noch größer geworden.“ Mittelfristig werde die Zahl der Studenten um 200 wachsen. „Diese Entwicklung freut uns, das ist ein Pfund für Diepholz“, so der SPD-Mann.

Gespräche mit privaten Vermietern hätten gezeigt, dass hier keine Lösung zu erwarten ist. Denn wegen der speziellen Semesterorganisation mit dem Wechsel zwischen Theorie- und Praxisphase seien die Studenten oft keine langfristigen Mieter. Der Bedarf für ein Studentenwohnheim sei da und müsse klar benannt werden.

Die Sozialdemokraten beantragten daher nun im Ausschuss, dass die Stadt Diepholz Pläne zur Errichtung eines Studentenwohnheims in möglichst zentraler Lage zur PHWT erarbeiten solle. „Der spätere Betrieb erfolgt in Kooperation mit den Einrichtungen der PHWT analog zur Praxis anderer staatlich getragener Hochschuleinrichtungen.“

Studentenwohnheim bauen und (zumindest in Kooperation) betreiben? So weit wollten CDU und FDP nicht gehen. „Das lässt sich nicht ohne dauerhafte Zuschüsse machen“, wandte Wilhelm Reckmann (FDP) ein, der zunächst einmal ermittelt sehen wollte, wie viele Studenten denn nun konkret hier eine Wohnung suchen.

„Es geht nicht nur um ein Wohnheim“, sagte CDU-Sprecherin Heide-Anna Friedrichs, die andere Konzeptionen nicht von vornherein ausschließen wollte. Und um die ganzheitliche Betrachtung des Studien-Standortes Diepholz. „Es geht auch darum, hier wohnen zu wollen“, betonte sie.

Auch in einer mehrminütigen Sitzungsunterbrechung, die Ausschussvorsitzender Gerhard Albers dem Gremium einräumte, um eine gemeinsame Position auszuloten, kam man nicht auf einen gemeinsamen Nenner.

Aufgenommen in den CDU-/FDP-Antrag, der schließlich eine Mehrheit im Ausschuss fand, wurde allerdings ein Vorschlag, den Grünen-Vertreter Andreas Pawelzik gemacht hatte: Demnach soll es noch vor den Sommerferien einen Workshop zu dem Thema geben. Dabei sollen alle Beteiligten – das heißt: Studentenvertreter, PHWT-Leitung, Vertreter der Wohnungswirtschaft, Politik und Verwaltung – an einen Tisch geholt werden, um Vorstellungen, Ideen, Wünsche und Lösungsmöglichkeiten zu sondieren. „Bei diesem Thema ist Kreativität gefragt“, meinte Pawelzik.

sr

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