Mit 250 km/h: Polizei kann rasenden Motorradfahrer nicht stoppen

„Das ist mehr als leichtsinnig“

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Laserkontrolle

Diepholz - Zu schnell oder mit technischen Mängeln unterwegs: Bei aktuellen Kontrollen hat die Polizei bei mehr als einem Viertel der überprüften Motorradfahrer ihre Fahrzeuge oder ihr Fahrverhalten beanstandet. Das berichtete Polizei-Pressesprecher Arno Zumbach.

Den sprichwörtlichen Vogel schoss ein Motorradfahrer ab, der mit mehr als 250 Stundenkilometern flüchtete und den die Beamten selbst mit Blaulicht und Martinshorn nicht erwischen konnten: „Die Verfolgung musste aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden.“

Da aber das Kennzeichen und die Motorrad-Fahrt auf einem Videofilm festgehalten worden seien, so Zumbach, „werden sich das Gericht und die Führerscheinstelle um diesen speziellen Fall kümmern“. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen hatten Beamte der Polizeiinspektion Diepholz insgesamt 16 Straßenabschnitte überwacht, auf denen wiederholt Raserei und Lärmbelästigungen beklagt worden waren. Untersützung erhielten die Beamten dabei von Beamten aus Delmenhorst sowie der Autobahnpolizei Langwedel, der Polizeiinspektion Nienburg und der Kreispolizeibehörde Minden-Lübbecke sowie Mitarbeitern des Landkreises Diepholz. Ein Ergebnis der Kontrollen: „Dabei sind es neben einheimischen Fahrern auch oft Wochenendfahrer aus ganz Norddeutschland, die die schönen Straßen im Landkreis Diepholz nutzen“, so Zumbach. Auch wenn die Beamten vor allem die Motorradfahrer im Blick hatten, so überwachten sie ebenso die Autofahrer.

Während die Beanstandungsquote bei Autofahrern mit 2,5 Prozent absolut „normal“ sei, so der Pressesprecher, gebe eine Beanstandungsquote von 26,5 Prozent der kontrollierten Kradfahrer Anlass zur Sorge. „Im Nordkreis verfolgte ein ziviler Messwagen der Polizei einen Motorradfahrer, der über eine Strecke von etwa sechs Kilometern durchschnittlich 198 km/h fuhr“, heißt es im Kontroll-Bericht. „Innerhalb der Ortschaft Heiligenfelde wurde er mit einer Geschwindigkeit von 154 km/h gemessen.“ Dieser Mann war es, den die Polizei auch mit Blaulicht und Martinshorn nicht anhalten und kontrollieren konnten. Im Gegenteil: Der Unbekannte gab Gas und flüchtete mit mehr als 250 km/h. „Ein weiteres Extrem war eine Gruppe von zwölf Motorradfahrern“, heißt es im Kontroll-Bericht weiter. „Deren schnellster Fahrer wurde mit 193 km/h gemessen. Besorgniserregend ist bei dieser Gruppe neben der hohen Geschwindigkeit die Tatsache, dass sich die Fahrer nicht kannten, sondern sich über das Internet zu der gemeinsamen Ausfahrt verabredet hatten.“

Der Radarmessbeamte der Polizei, selbst passionierter Kradfahrer, erklärte spontan: „Es ist absolut lebensgefährlich mit derart hohen Geschwindigkeiten hinter einem unbekannten Fahrer herzufahren. Das ist mehr als leichtsinnig!“

In der Dümmerregion hingegen hatten Polizeibeamte aus Diepholz vor allem die Technik der Motorräder im Blick. Sie stellten dabei insgesamt 88 Verstöße fest, die ein Bußgeld nach sich zogen. „In 19 Fällen erlosch die Betriebserlaubnis der Kräder und in 22 Fällen stellten die Beamten eine Mängelmeldung aus“, heißt es zum Ergebnis der Kontrollen. „14 Bikern untersagten sie im Anschluss die Weiterfahrt.“

Nicht alle Verkehrssünder konnten die Beamten gleich zur Rechenschaft ziehen: „Leider konnten nicht alle Motorradfahrer angehalten oder ermittelt werden. Die bislang im Landkreis Diepholz übliche Messtechnik erlaubt nur Frontfotos, so dass Kradfahrer häufig unerkannt entkommen.“

Die Polizeiinspektion Diepholz werde weiterhin gezielt Motorradfahrer kontrollieren: „Das dient der Sicherheit aller, aber insbesondere der Motorradfahrer selbst“, so Arno Zumbach abschließend.

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