Vortrag: Mehr Flexibilität von Entscheidern gefordert

„Digitalisierung – Was bedeutet das für meine Unternehmensstrategie?“

Digital-Experten und Unternehmensberater Stefan Weißflog sprach im Diepholzer Rathaus über „Digitalisierung – Was bedeutet das für meine Unternehmensstrategie?“ - Foto: Wirtschaftsförderung

Diepholz - „Digitalisierung – Was bedeutet das für meine Unternehmensstrategie?“ Als Gastreferenten zu diesem zukunftsrelevanten Themenkomplex begrüßte der Wirtschaftsförderer der Stadt Diepholz, Bernd Öhlmann, den Digital-Experten und Unternehmensberater Stefan Weißflog (avedera Corporate Culture Consulting) zu einer öffentlichen Vortragsveranstaltung im Rathaus.

Ermöglicht wurde der Abend in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung des Landkreises Diepholz, vertreten durch Matthias Strieck und Ester Zerhusen.

Recht lebhaft schilderte Stefan Weißflog, der unter anderem am Massachusetts Institute of Technology (USA) und an der Universität Tokio (Japan) ausgebildet wurde, knapp 40 Zuhörern die fortschreitende Digitalisierung anhand von kleinen Alltagsbeobachtungen: Musik braucht heute keine Tonträger mehr, der Schreibtisch wird leerer, das Internet ist immer und überall zugänglich.

„Die digitale Disruption (Verdrängung durch neue Technologie) hat doch schon lange stattgefunden, natürlich auch bei den Unternehmen“, war die klare Aussage im Hinblick auf die Auswirkungen der Digitalisierung im Wirtschaftsbereich, berichtet die Diepholzer Wirtschaftsförderung in einer Pressemitteilung.

Das größte Kinounternehmen (Netflix) besitzt heutzutage keine eigenen Kinos mehr, die größte Taxifirma der Welt (Uber) besitzt keine eigenen Taxen und der wertvollste Einzelhändler (Alibaba) besitzt kein eigenes Inventar. Die klassischen Wertschöpfungsketten lösen sich auf und werden neu gestaltet. Die Betriebsabläufe in den Unternehmen verändern sich. Nicht nur in den Produktionsunternehmen, sondern auch verstärkt im Einzelhandel und Handwerk. Dementsprechend definieren sich auch die Themen „Führung“ und „Vertrieb“ ganz neu.

Bewusst und kritisch seinen Weg finden

Die rege Diskussion im Anschluss des Vortrages spiegelte wider, wie viele ungeklärte Fragen die Digitalisierung für jedes einzelne Unternehmen letztendlich aufwirft. Referent Stefan Weißflog machte deutlich, wie wichtig es ist zu akzeptieren, dass sich die Dinge ändern: Dies erfordere jedoch von den Entscheidern in den Unternehmen mehr Flexibilität, Schnelligkeit und einen besseren Umgang mit Fehlern.

Als Fazit gab er den Zuhörern mit auf den Weg, dass es nicht darum geht, irgendetwas zu machen, sondern bewusst und kritisch seinen eigenen unternehmerischen Weg in der fortschreitenden Digitalisierung zu finden.

„Am Wirtschaftsstandort Diepholz scheinen wir die Digitalisierung schon voll im Griff zu haben“, schmunzelte Bernd Öhlmann, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing Diepholz, nach Veranstaltungsende: „Anders kann ich mir gerade nicht erklären, warum sich nur eine Handvoll unserer Unternehmen heute Abend hier informiert haben.“ Dafür nahmen die meisten der Teilnehmenden weite Wege in Kauf, so kamen sie unter anderem aus Delmenhorst, Nienburg, Osnabrück und Syke. Auch das Oldenburger Münsterland war gut vertreten, berichtet die Diepholzer Wirtschaftsförderung.

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