Polizei Diepholz veröffentlicht Unfallzahlen

Mehr Drogen im Straßenverkehr

Marihuana
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Die Unfälle unter Drogen hatten sich in den vergangenen Jahren reduziert. Dieser Trend hat sich 2019 wieder umgekehrt.

Landkreis Diepholz - Die Polizeiinspektion Diepholz hat die neuen Verkehrsunfallzahlen für das vergangene Jahr veröffentlicht. Im Landkreis stieg die Zahl der Unfälle erstmalig seit sechs Jahren um 1,8 Prozent auf 4 805 wieder leicht an. Einen starken Anstieg gab es hingegen bei Unfällen mit Alkohol und anderen Drogen. Die A 1 der Gemeinde Stuhr wurde in diesen Daten nicht berücksichtigt, da das Polizeiautobahnkommissariat Ahlhorn diese Strecke betreut.

Mehr leichte, weniger schwere Unfälle

Die Zahl der Leichtverletzten ist insgesamt um 6,4 Prozent auf 1 001 gestiegen. Die Zahl der Schwerverletzten ist um 4,8 Prozent auf 199 gesunken. Ein starker Rückgang der Unfälle mit schweren Verletzungen war vor allem bei den Zweiradfahrern zu erkennen. Bei Fahrradfahren ist die Zahl von 47 auf 27 gesunken, bei Motorradfahrer und Beifahrern von 47 auf 33. Die Polizei redet von Schwerverletzten, wenn ein Verunglückter länger als 24 Stunden im Krankenhaus verbringen muss, also stationär aufgenommen wurde.

18 Verkehrstote

Im vergangenen Jahr wurden im Landkreis 18 Personen im Straßenverkehr getötet. Das bedeutet einen Anstieg von 38,5 Prozent zum Vorjahr. Laut Polizei befinde sich der Wert innerhalb der Schwankung zwischen 12 und 20 Todesopfern durch Verkehrsunfälle seit dem Höchststand von 2010.

In fünf Fällen wurden Fahrradfahrer getötet. Neben einem tödlichen Sturz auf den Kopf sind in vier Fällen Radfahrer beim Überqueren der Straße ums Leben gekommen.

11 der insgesamt 18 Getöteten starben, weil das Fahrzeug aus unbekannten Gründen auf die Gegenfahrbahn geriet und schwer mit dem Gegenverkehr kollidierte oder von der Fahrbahn abkam. Die Polizei vermutet als mögliche Gründe Übermüdung, Ablenkung oder körperliche Mängel.

In einem Fall führte ein riskantes Überholen in einer Rechtskurve zum Tod einer entgegenkommenden Pkw-Fahrerin. Ein weiterer Fall entstand als ein Fahrer einer landwirtschaftlichen Maschine beim Überqueren der Fahrbahn die Geschwindigkeit eines herannahenden Kradfahrers unterschätzte.

Drogen im Verkehr

Die Unfälle unter Drogen hatten sich in den vergangenen Jahren reduziert. Dieser Trend hat sich 2019 wieder umgekehrt und ist mit 48 Prozent von 71 auf 105 stark angestiegen.

Auch die Verfahren wegen Betäubungsmittel ohne Unfallfolge stiegen an. Insgesamt gab es 486 Verfahren, 276 wegen Alkohol, 210 wegen anderer Drogen.

Motorrad-Kontrollen

Die Polizei Diepholz kontrolliert seit vielen Jahren das riskante Verhalten von Motorradfahren auf den Straßen des Landkreises. Die Zahl der Unfälle ist unverändert auf hohem Niveau. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Leichverletzten an, während die der Schwerverletzten gesunken ist.

Die regelmäßigen Kontrollen auf den bekannten Motorradstrecken in den Vorjahren zeigen laut Polizei eine Wirkung auf auswärtige Motorradfahrer. Ihre Beteiligung auf den Diepholzer Straßen sei im vergangenen Jahr zurückgegangen. An den Unfallschwerpunkten sei die Zahl teilweise sogar auf null gesunken.

Sicherer Schulweg

Die Anzahl der Schulwegunfälle ist auf den historischen Tiefstwert von 61 mit 3 Schwerverletzten gesunken. Laut Polizei sei das Engagement der Bürger hier mitentscheidend. In Bassum, Leeste und Syke haben Schüler beispielsweise die Gelegenheit, nach Ausbildung durch die Polizei als Verkehrshelfer für die Sicherheit im Schulumfeld zu sorgen. Ähnliches gilt für die Schulbusbegleiter. Eltern engagieren sich in Wetschen, Wagenfeld und Bramstedt als Elternlotsen. Unzählige Eltern engagieren sich als Begleiter im „Walking Bus“, ähnlichen Projekten oder machen sich für die Nutzung von Elterntaxiparkplätzen im Umfeld der Schule stark.

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