Aktuell 315 Beamte im Landkreis

Polizei wünscht sich zusätzliches Personal: Mehr Arbeit, weniger Stellen

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Die Polizei im Landkreis Diepholz wünscht sich zusätzliches Personal.

Landkreis  Diepholz - Von Katharina Schmidt. Deutschland braucht mehr Polizisten – dieser Punkt ist bei den aktuellen Koalitionsverhandlungen auf Bundesebene unstrittig. Im Landkreis Diepholz sorgen derzeit 315 Polizeibeamte für Sicherheit.

Da nicht alle ganztags arbeiten, bleiben unterm Strich 300 Vollzeitstellen. „In den vergangenen Jahren hatten wir mehr Personal“, bedauert Christina Kappenberg, stellvertretende Leiterin der Polizeiinspektion Diepholz.

In den zurückliegenden fünf Jahren sind zehn Vollzeitstellen weggefallen. „Das klingt erst einmal nicht so viel“, meint Kappenberg. Es bedeute aber für jede Dienststelle ein bis zwei Kollegen weniger. Besonders im Sommer, der typischen Urlaubssaison, werde es eng.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Aufgaben der Polizei laut Kappenberg wachsen. Als Beispiel nennt sie den Bereich der Cyberkriminalität. Die Polizei im Landkreis würde sich über mehr Mitstreiter freuen – „das geht aber allen Inspektionen so“.

Private Auszeiten machen sich bemerkbar

Warum hat die Personalstärke überhaupt abgenommen? Noch gibt es ausreichend Bewerber, und das Land hat keine Stellen gestrichen. Die stellvertretende Inspektionsleiterin vermutet, dass es unter anderem damit zusammenhängt, dass sich immer mehr Menschen eine Auszeit nehmen, um Angehörige zu pflegen oder mehr Zeit für ihre Kinder zu haben. Auch Männer nähmen öfter Elternzeit. 

Christina Kappenberg.

„Und das ist auch gut so“, findet Kappenberg, die selbst Mutter ist. „Letztlich profitieren wir auch davon.“ Die Kollegen kämen später mit neuen Eindrücken und Erfahrungen zurück. Die Möglichkeit, Berufliches mit Privatem zu vereinbaren, steigere zudem die Attraktivität der Polizei als Arbeitgeber.

Trotzdem: Personell machen sich private Auszeiten bemerkbar. Es gibt kein Reservoir an Leuten, mit denen die Inspektion solche Verluste eins zu eins kompensieren kann.

Ausbilder werden aus regulärem Dienst rekrutiert

Ein weiterer Punkt, der Kappenberg zufolge eine Rolle beim Rückgang der Kollegen spielt: Die Zahl der Schüler an der Polizeiakademie wachse – und somit auch der Bedarf an Lehrenden. Diese würden aus dem regulären Dienst rekrutiert.

In diesem Jahr haben 14 neue Beamte im Landkreis ihren Dienst angetreten. Ein Blick auf die Altersstruktur der Mitarbeiter der Polizeiinspektion Diepholz zeigt, dass diese nötig sind. „In den nächsten Jahren gehen viele Kolleginnen und Kollegen in den Ruhestand“, berichtet Kappenberg. Voraussichtlich endet dann jährlich die Dienstzeit von 10 bis 14 Polizeibeamten. 

Neuzugänge lassen sich schwer kalkulieren

Hinzu kommt, dass Mitarbeiter in eine andere Inspektion wechseln, aufsteigen oder kündigen könnten. Wie sich die Zahl der Neuzugänge entwickelt, vermag Kappenberg nicht vorherzusagen. Man wisse zwar, wie viele Schüler eine Ausbildung bei der Polizeiakademie begonnen haben – aber nicht, wie viele sie beenden. Die Zahl der Absolventen, die im Landkreis Diepholz landen, wird durch einen Personalschlüssel errechnet.

Übrigens: Drei der fünf Führungspositionen im ehemals höheren Dienst in der Diepholzer Inspektion sind von Frauen besetzt. Das sei in der Direktion Oldenburg schon etwas Besonderes, merkt Christina Kappenberg an.

Neben den Beamten beschäftigt die Polizei etwa 60 weitere Personen. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst und Verwaltungsbeamte.

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