Covid-19

Mehr als 400 Infizierte im Kreis Diepholz: Keine Cluster, keine Hotspots

Der Ausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales tagt. Stehend die neue Vorsitzende Wiebke Wall mit (v.l.) Daniel Tabeling, Christine Sandkuhl, Andrea Cording, Rainer Norzel und Kreisrätin Ulrike Tammen.
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Der Ausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales tagt. Stehend die neue Vorsitzende Wiebke Wall mit (v.l.) Daniel Tabeling, Christine Sandkuhl, Andrea Cording, Rainer Norzel und Kreisrätin Ulrike Tammen.

In der kommenden Woche könnte die Corona-Warnstufe 1 in Niedersachsen gelten – und damit „mindestens 2 G in geschlossenen Räumen“, wie es Kreisrätin Ulrike Tammen im Fachausschuss für Jugend, Gesundheit und Soziales formulierte. Während der Sitzung im Barnstorfer Hotel Roshop berichtete sie, dass der Landkreis mehr Mitarbeiter einsetzen möchte.

Landkreis Diepholz – Zum einen sollen mehr Mitarbeiter in der Kontaktnachverfolgung tätig sein, zum anderen am Bürgertelefon. Denn nach den Erfahrungen der Kreisverwaltung steigt die Zahl der Anfragen kurz vor oder nach einer neuen Verordnung.

Corona-Inzidenzwert liegt im Kreis Diepholz seit Tagen über 100

Für den Fachausschuss war die Sitzung in Barnstorf eine Premiere, denn das Gremium tagte erstmals in der neuen Besetzung der laufenden Legislaturperiode und unter Leitung einer neuen Vorsitzenden: Wiebke Wall (SPD) hat nun diese Funktion. In diesem Rahmen berichtete Ulrike Tammen zunächst über die aktuelle Corona-Lage im Landkreis. Ihre Botschaft: „Keine Cluster, keine Hotspots – ein ganz ,normales’ Infektionsgeschehen“.

Der Inzidenzwert liege im Schnitt bei 110. Zum Vergleich: Im Nachbar-Landkreis Vechta beträgt er etwa 200, im Landkreis Cloppenburg rund 300. Aber die Kontaktnachverfolgung bei Corona-Fällen werde auch im Landkreis Diepholz „immer schwieriger, fordernder“, wie es die Kreisrätin feststellte. Sie berichtete den Ausschussmitgliedern sodann über den Einsatz der mobilen Impfteams. Der Landkreis sei der Aufforderung des Landes Niedersachsen nachgekommen, an den Schulen zu impfen – doch schon am ersten Tag sei man „hochgradig enttäuscht“ gewesen, weil nur so wenige Schüler das Angebot genutzt hätten (wir berichteten).

Corona-Impfaktion an Schulen wegen schlechter Resonanz abgebrochen

Hannelore Roitsch-Schröder (Grüne) empfand diese Resonanz als „erschreckend“ und hinterfragte die Gründe. „Das hat etwas mit Schulleitung zu tun“, antwortete die Kreisrätin, „und auch mit Schulorten“. Der Landkreis hatte die Schulimpfaktion schließlich abgebrochen – und darauf keine negativen Rückmeldungen erhalten, wie die Ausschussmitglieder erfuhren.

Ganz anders die Resonanz auf die jetzt laufenden Impfangebote in den 15 Städten, Gemeinden und Samtgemeinden: „Das läuft gut! Das war die richtige Entscheidung“, erklärte Ulrike Tammen. In den ersten beiden Tagen seien in fast allen Orten die 200 Impfdosen pro Aktion aufgebraucht worden. „Wir mussten Leute nach Hause geschicken“, betonte die Kreisrätin. Man habe sie auf die Aktion in der nächsten Woche oder auf das Angebot in einer Nachbar-Kommune verwiesen.

Mobile Impfteams nehmen zum Neustart 14 Prozent Erstimpfungen vor

1 100 Impfungen seien an den ersten beiden Tagen vorgenommen worden – darunter seien 14 Prozent Erstimpfungen gewesen. „Ich glaube, das werden wir noch steigern“, zeigte sich die Kreisrätin zuversichtlich. Das Land habe angekündigt, weitere Impfteams finanzieren zu wollen.

Deshalb bereite der Landkreis gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) den Aufbau zwei weiterer Teams vor. Spätestens Anfang Dezember würden dann sechs mobile Impfteams im Einsatz sein.

150 Heimplätze in junger Vergangenheit entstanden

Weil die erste Sitzung des neuen Fachausschusses auch die letzte in diesem Jahr war, stand die Erläuterung und die Beschlussempfehlung für den Haushaltsplan im Fachbereich Soziales und Gesundheit auf der Tagesordnung. Den Sozialetat stellte die stellvertretende Fachdienstleiterin Soziales, Andrea Cording, vor. Aufwendungen in Höhe von 178 Millionen Euro muss der Landkreis dabei schultern. Zum Vergleich: Die Erträge umfassen 141 Millionen Euro.

Ein stetig wachsender Ausgaben-Bereich ist die Hilfe zur Pflege. In nur einem Jahr sind die Aufwendungen dafür um 2,6 Millionen auf 14,3 Millionen Euro gestiegen – analog zu den Heimplätzen, deren Zahl von 700 auf 850 gewachsen ist.

Im Kreis Diepholz sind 300 Heimplätze im Bau

„Da kommt was auf uns zu“, blickte die Kreisrätin auf veränderte gesellschaftliche Anforderungen und berichtete, dass sich zurzeit weitere 300 Heimplätze im Bau befänden.

Für die Teilhabe an Bildung gibt der Landkreis insgesamt 15,3 Millionen Euro aus – darunter für rund 160 Schulassistenzen. Pro Fall betragen die Kosten demnach 25 000 Euro. Die Zahl der Schulassistenzen sei stark steigend, hieß es.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Den – deutlich kleineren – Haushalt für den Bereich Gesundheit präsentierte Christine Sandkuhl, stellvertretende Fachdienstleiterin im Gesundheitsamt. Welche Aufgaben der Fachdienst Soziales und das Gesundheitsamt leisten, hatten zuvor deren Leiter Rainer Norzel (Soziales) und Dr. Daniel Tabeling (Gesundheitsamt) erläutert.

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