Margret Lange, Leiterin der Diakonie-Fachstelle Sucht, geht in den Ruhestand

„Unser rettender Engel“

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Thorsten Grabow (l.) vom Verein „Clean ist cool“ mit Margret Lange und Superintendent Klaus Priesmeier.

Diepholz - Dankesreden und große Gefühle gehören zu Verabschiedungen dazu „wie das Amen in der Kirche“, sagt man. Bei dieser Verabschiedung in der St. Nicolai-Kirche in Diepholz war das Ausmaß an Emotionen und Ehrlichkeit allerdings kaum zu überbieten.

Margret Lange, mehr als 20 Jahre lang Leiterin der Diakonie-Fachstelle für Sucht und Suchtprävention im Diakonischen Werk des Kirchenkreises Diepholz, geht in den Ruhestand. Aber „dass Sie sich hier einfach still und leise verabschieden, hat wohl nicht geklappt“, kommentierte Superintendent Klaus Priesmeier die vollbesetzte Kirche.

Mehr als 100 Gäste waren zum anschließenden Empfang gekommen, um sich persönlich von der 64-Jährigen zu verabschieden. Und „persönlich“ bedeutete in diesem Fall mehr als nur den Anwesenheitszustand. Neben etlichen Beiträgen und Reden von Weggefährten, Kollegen, Mitbewerbern, Kooperationspartnern und Amtsinhabern, die das Engagement und die Professionalität, aber auch den starken, sperrigen Charakter und unbeirrbaren Humor von Margret Lange würdigten, traten Menschen ans Rednerpult, die mit der Fachstellenleiterin eine ganz persönliche Geschichte verbindet. Ehemalige Patienten und Klienten, die mit wenigen Worten für großen Eindruck sorgten.

Thorsten Grabow vom Verein „Clean ist cool“ erzählte beispielsweise vor sichtlich bewegtem Publikum, wie Margret Lange vor 13 Jahren mit ihm seinen Weg aus der Sucht ging. „Du hast mein Leben gerettet“, sagt er heute. „Einen größeren Dank gibt es nicht.“

Axel Windhorst von der Blaukreuzgruppe Drebber nahm Bezug auf den Korinther-Text aus der Predigt („… Wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und ich hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts“): „Verdammt – müssen Sie mich geliebt haben!“

Er erinnerte sich, wie er vor vielen Jahren als ein ganz Anderer in die Fachstelle kam. „Und heute bin ich hier – mit meiner Frau und meinen fünf besten Freunden. Wir haben es alle mit Ihrer Hilfe geschafft, Frau Lange. Dafür wollen wir uns heute noch mal bedanken. Sie waren unser rettender Engel.“

miu

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