Manfred Redetzky und Armin Tautz nach mehr als 35 Jahren an der Graf-Friedrich-Schule in den Ruhestand verabschiedet

Schulleiter Buse: „Wir verlieren ein Stück GFS“

Schulleiter Lars Buse (l.) verabschiedete gestern in einer Feierstunde zwei Lehrkräfte, die seit mehr als 35 Jahren an der GFS tätig waren: Manfred Redetzky (Mitte) und Armin Tautz.
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Schulleiter Lars Buse (l.) verabschiedete gestern in einer Feierstunde zwei Lehrkräfte, die seit mehr als 35 Jahren an der GFS tätig waren: Manfred Redetzky (Mitte) und Armin Tautz.

Diepholz - Beide haben der Graf-Friedrich-Schule (GFS) viel gegeben. Beide haben sich neben ihrer Unterrichtsverpflichtung in unterschiedlichen Bereichen engagiert und ihren Teil zum heutigen Ruf des Diepholzer Gymnasiums beigetragen. Manfred Redetzky und Armin Tautz wurden gestern nach mehr als 35 Jahren an der Graf-Friedrich-Schule (GFS) in den Ruhestand verabschiedet.

„Wir verlieren ein Stück GFS“, bedauerte Schulleiter Lars Buse den Weggang der beiden Lehrkräfte bei der Feierstunde in der Mensa mit Kollegen und „Ehemaligen“.

Dabei ragt Manfred Redetzky heraus. Für ihn hatte das Kollegium der Fachschaft Deutsch eigens ein Musikvideo mit dem selbstgetexteten „Redetzky-Rap“ zum Abschied gedreht. Fachschafts-Sprecher Dr. Hartmut Büscher verglich in seiner humorvollen Rede Redetzky mit dem österreichischen Feldherrn Radetzky. Als „Typen in der Schulleitung“ hatte Schulleiter Lars Buse zuvor Manfred Redetzky bezeichnet und dessen Engagement neben dem Unterrichten von Deutsch und Politik dargestellt: Er war im Comenius-Projekt (von der EU geförderter Schüleraustausch) ebenso aktiv wie beim Aufbau des Notebook-Konzeptes der GFS. Seit 1988 machte Redetzky die Berufsorientierung zum Thema an der Graf-Friedrich-Schule, schuf Kooperationen mit Firmen und anderen außerschulischen Partnern. Auch war er in der Lehrerfortbildung tätig – im Projekt „Neue Technologien und Schule in Niedersachsen“.

Nicht zu vergessen sind die Theater-Arbeitsgemeinschaften, die unter Redetzkys Leitung ab 1980 unter anderem Aufführungen der Brecht-Stücke „Kleinbürgerhochzeit“ und „Dreigroschenoper“ realisierte, von denen man noch heute spricht. Nach dem Eintritt in die Schulleitung 1990 gab Redetzky die Theater-AG aus Zeitgründen auf.

Studiendirektor Manfred Redetzky wurde 1950 in Bitterfeld geboren und absolvierte 1969 seine Abiturprüfung in Frankfurt/Main. Er studierte in Frankfurt und Göttingen war von 1977 bis 1979 Referendar in Hamburg, bevor er am 1. Februar 1979 nach Diepholz an die GFS kam.

Dort profilierte er sich auch als meinungsstarker und nicht unkritischer Kollege, der stets das Fähnchen der Schulform „Gymnasium“ hoch hielt. Dabei nahm er selten ein Blatt vor den Mund. Auch gestern an seinem letzten Dienst-Tag konnte er sich Politik-Kritik nicht verkneifen: „Ich habe Schulpolitik über weite Strecken als Politik des Versagens wahrgenommen.“

Nicht versagt hat hingegen seine Familie, der er als erstes dankte – insbesondere seiner Frau Hannelore, die ihn auch bei Klassenfahrten und anderen Projekten unterstützt hatte.

Als zweites „Urgestein“ der GFS ging gestern Armin Tautz in den Ruhestand. Er wurde 1949 in Lohne geboren und machte 1967 das Abitur in Vechta. In Hannover studierte er anschließend Studium Biologie und Sport (was damals noch „Leibesübungen“ hieß) und wurde danach Referendar in Oldenburg. Am 1. Febraur 1977 kam Tautz an die GFS und wurde dort schnell Fachobmann Biologie. Sein Hauptprojekt war die Einführung des Sportkurses „Ski“. Für die Schüler organisierte der Sport- und Biologielehrer nicht nur Reisen in Skigebiete, sondern baute auch den GFS-„Skistall“ auf, in dem sich Schüler Ausrüstungen leihen konnten. Dieser wurde nun aufgelöst (wir berichteten). Der Erlös des Verkaufs der Skiausrüstungen – rund 6500 Euro – fließt laut Schulleiter Buse in das GFS-Projekt „Bewegte Schule“. „Ich werde die Schule vermissen“, schloss Tautz seine Dankesrede.

Beide Neu-Ruheständler bekamen von Kollegen zahlreiche Präsente und viele gute Wünsche.

Diese bekam auch Beatrice Gronau bei ihrem Abschied während der Feierstunde auf den Weg. Nach zwölf Jahren an der GFS und geschätzten 200000 Kilometern Hin- und Rückweg im Auto hatte sich die Lehrerin für Mathematik und Erdkunde an ein Gymnasium in ihrer Heimatstadt Delmenhorst versetzen lassen.

ej

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