Rede beim Landwirte-Forum

Der lustige Wettermann: Sven Plöger in der Sparkasse

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TV-Meteorologe Sven Plöger bei seinem Vortrag in der Kreissparkasse.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Sven Plöger kann nicht nur zweieinhalb Minuten lang die Fernsehzuschauer mit dem Wetterbericht fesseln, sondern auch anderthalb Stunden lang die Zuhörer in der Diepholzer Kreissparkasse mit Informationen über Klimawandel und Wetterentwicklung.

Der wortgewandte TV-Meteorologe war am Dienstagabend Redner beim Landwirte-Forum, zu dem Kreissparkassen-Chef Ralf Finke und der Landvolk-Kreisverbandsvorsitzende Theo Runge 360 eingeladene Landwirte in der voll besetzten Kundenhalle begrüßten.

Sven Plöger ist lustig, formuliert witzig. Doch bei aller Komik, die seine Rede mit dem Titel „Wohin steuern wir unsere Wetterküche?“ unterhaltsam macht, fehlt nicht die Ernsthaftigkeit, mit der die Menschen den Klimawandel betrachten müssen.

Nicht nur am Nordpol haben die steigenden Temperaturen Auswirkungen, sondern auch in der Region Diepholz – und hier auch für die Landwirtschaft. In diesen Tagen stehen viele Felder nach Niederschlag unter Wasser, der im vergangenen Halbjahr laut Landvolk-Vorsitzendem Theo Runge 15 Prozent höher als im Durchschnitt war.

Trocken- und Nässephasen werden länger

Sven Plöger sieht auf Europa Trocken- und Nässephasen zukommen, die länger als früher dauern. Den Grund dafür erklärt er den auch nach 90 Minuten noch aufmerksamen Zuhörern: Durch die Erwärmung des Nordpols wird die Temperaturdifferenz zum warmen Äquator geringer, der ausgleichende Luftstrom wird schwächer. Hoch- oder Tiefdruckgebiete können sich festsetzen. Früher wurden diese von dem noch stärkeren „Jetstream“ schneller nach Westen getrieben.

360 Teilnehmer füllten beim Landwirte-Forum am Dienstagabend in der Kreissparkassen-Hauptstelle Diepholz alle Plätze und hörten den ebenso unterhaltsamen wie informativen Vortrag „Wohin steuern wir unsere Wetterküche?“ von Sven Plöger.

Der 50-jährige Diplom-Meteorologe macht an vielen Beispielen deutlich, welche Auswirkungen der Klimawandel hat: Der Vorfrühling beginnt zwei Wochen früher schon Mitte Februar und lässt manche Pflanzen früher blühen. Diesen drohen durch danach immer noch möglich Frostperioden massive Schäden. Weiteres Beispiel: Die Anzahl der heißen Tage in Deutschland mit Temperaturen über 30 Grad Celsius ist seit 1951 von etwa drei im Jahr auf acht angestiegen.

Wichtig sei, längere Zeiträume zu betrachten – etwa 30 Jahre mindestens. Denn nur dann wirken sich kurzzeitige Schwankungen in dem Trend nicht aus.

Längere Zeit betrachten ist wichtig

Wie wichtig die Betrachtungsweise ist, macht Sven Plöger am Beispiel des Temperaturanstiegs deutlich. In den letzten 100 Jahren um 0,8 Grad – seit der letzten Eiszeit vor etwa 11.000 Jahren um vier Grad. Natürlich sind vier Grad mehr als 0,8 – aber der Zeitraum macht den Anstieg so dramatisch. In den nächsten 100 Jahren werde es auf der Erde im Durchschnitt zwei bis vier Grad wärmer, kündigte Sven Plöger an.

Klimawandel habe es auf der Erde schon immer gegeben – verursacht durch die Natur. Aber am heutigen, starken Klimawandel seien Natur und Mensch Verursacher, der Mensch habe zu 50 bis 75 Prozent die Verantwortung dafür.

Kohlendioxid-Emission muss verringert werden

Dringend müsse die Kohlendioxid-Emission verringert werden. „Das CO2 ist kein Klimakiller“, betonte Plöger – der Mensch ist es, der dieses Gas zu stark produziert und in die Atmosphäre pustet.

Dabei seien die Chinesen pro Kopf gar nicht die größten CO2-Emittenten. Mit 6,6 Tonnen pro Jahr liegen sie hinter den Deutschen, deren Kohlendioxid-Emission pro Jahr bei 8,9 Tonnen liegt. An der Spitze sind die Amerikaner mit 16,3 Tonnen.

Sven Plöger fordert die Energiewende, weg von fossilen Stoffen, hin zu Sonnenenergie: „Die Sonne liefert uns 6 000 mal so viel Energie wie wir weltweit verbrauchen“, macht Plöger deutlich – und betont: Die mehr als sieben Milliarden Menschen – doppel so viele wie bei Plögers Geburt im Jahr 1967 – verbrauchen derzeit die Ressourcen von 1,6 Erden.

Das kann nicht mehr lange gut gehen.

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