Von "Brettchenweben" bis Unikatschmuck

Aktionstag am Heimatmuseum

Insgesmt 37 Aussteller fanden den Weg auf das Aschener Museumsgelände.

Aschen - „Alle Besucher, die mir bisher begegnet sind, waren freundlich und viele sehr interessiert“, sagte Susanne Hoffmann am Sonntagnachmittag, während sie an einen Laternenmast gebundene bunte Fäden mit Hilfe eines Plättchensystems zusammenknüpfte. „Brettchenweben“ heißt die mittelalterliche Technik, die Hoffmann beim Aktionstag am Heimatmuseum inmitten der historischen Gebäude präsentierte. Sie war eine von 37 Ausstellern, denen es in Aschen „super“ gefiel. Der Grund: „Die Leute wissen Handwerk zu schätzen.“

Der vom Heimatverein initiierte Aktionstag fand in diesem Jahr zum siebten Mal statt. Die Aussteller stammten teils aus der Region, teils auch aus Vechta und Hannover. Einige sind bereits seit Anfang an dabei, was in Bezug auf Organisation und Veranstaltung eine deutliche Sprache spricht. Aussteller, die zum ersten Mal da waren – etwa Susanne Hoffmann oder auch Margot Hüls aus Stuhr, die Scherenschnitte präsentierte – würden wiederkommen.

Allein schon um sich die detailgetreue Einrichtung der einzelnen Räume noch einmal in Ruhe anzugucken, zeigte sich Margot Hüls beeindruckt. „Das Heimatmuseum ist schon etwas Besonderes,“ findet sie.

In der Scheune legten viele Besucher eine Pause ein und ließen sich Kaffee und Kuchen schmecken.

„Ein solcher Tag lebt von den Menschen. Wie das ganze Museum. Deswegen bemühen wir uns immer wieder, den Ausstellern und Gästen alles zu geben, was sie brauchen“, formulierte es Heimatvereinsvorsitzender Werner Schneider. Bei einem regen Kommen und Gehen und vielen Fahrradausflüglern schätze er die Besucherzahl auf rund 500 Personen. Dazu gab es jede Menge Sonnenschein sowie selbstgebackenen Kuchen und Kaffee in der Koopschen Scheune. Das Buffet war hierbei wieder reichhaltig, denn die nette Tradition, dass jeder Aussteller einen Kuchen mitbringen muss, wurde natürlich auch diesmal wieder beibehalten. Und so freute sich Schneider am Sonntagnachmittag einmal mehr mit einem Augenzwinkern über einen „schönen Urlaubstag“ in Aschen. Sein ausdrücklicher Dank galt den vielen ehrenamtlichen Helfern.

Grund für die kreative Atmosphäre auf dem Gelände war neben dem klaren Fokus auf das Kunsthandwerk auch, dass die Aussteller ihr Können „live“ präsentierten, man ihnen während der Arbeit also über die Schulter schauen konnte. Während sich um Brettchenweberin Susanne Hoffmann immer wieder neue Menschentrauben bildeten, wurde an anderer Stelle gehäkelt, gezeichnet oder an Weidekörben geflochten.

Heiner Brüning aus Barnstorf ließ die Sägespäne fliegen, stellte Nützliches und Dekoratives aus Birkenholz her. - Fotos: Mattlage

Das Fauchen kleiner Feuerflammen war am Stand von Sandra Scheland aus Wagenfeld zu hören, wo an einem Extratisch Tochter Lea die Glasperlen für den Unikatschmuck im Brenner drehte. Sägespäne flogen bei Heiner Brüning aus Barnstorf, der vor der Zimmereiwerkstatt aus Birkenholz Nützliches und Dekoratives für den Haushalt drechselte, während Ehefrau Frauke Brüning ihn gut gelaunt beim Verkaufen unterstützte. Das Geldverdienen – so die einhellige Meinung der Aussteller – sei an einem solchen Tage aber nebensächlich. Kernstück sei die Präsentation des Handwerks. In Zeiten des Internets hätten vor allem junge Leute hierfür oft kaum mehr ein Gespür, äußerte ein Teilnehmer seine Einschätzung. „Hauptsache alles schnell und billig im Onlineshop bestellen. Von Arbeitsaufwand und Qualitätsmerkmalen können sich heute viele gar keine Vorstellung mehr machen.“ 

mama

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