Fachausschuss lehnt ab

SPD will Freilauffläche für Hunde: Leinen los im Schlosspark?

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Leinen los im Schlosspark? Auf dieser Fläche zwischen Schloss, Schlossstraße und Bahnhofstraße soll nach dem Vorschlag der Sozialdemokraten ein umzäunter Freilaufplatz für Hunde eingerichtet werden. Die Mehrheit im städtischen Fachausschuss lehnte den Antrag ab.

Diepholz - Von Sven Reckmann. Manche Hundehalter in Diepholz erinnern sich gern an den „Dog-Day“, der Anfang September auf private Initiative in der Kreisstadt stattfand. Das Angebot, seine Hunde auf einer speziellen Fläche (neben dem Hallenbad) zusammen mit anderen Hunden frei herumlaufen und spielen zu lassen, nutzten einige Dutzend „Herrchen“ und „Frauchen“.

Ein solcher Platz für Hunde fehlt in Diepholz, meinten die Sozialdemokraten und stellten einen entsprechenden Antrag, der jetzt im städtischen Ausschuss für Ordnung und Marktwesen auf die Tagesordnung kam.

„Die Stadt Diepholz richtet eine öffentliche Freilaufzone für Hunde ein“, beantragten sie. Als Fläche hatte die SPD ein Gelände im Schlosspark zwischen Schloss, Schlossstraße und Bahnhofstraße (etwa in Höhe der Tanzbar) vorgeschlagen. Die Fläche sollte umzäunt und entsprechend gekennzeichnet werden, im Eingangsbereich sei eine Hundestation mit Tüten vorzuhalten. Es sollten außerdem zwei Bänke aufgestellt werden.

In einer Reihe von Gesprächen mit Hundehaltern habe sich der Bedarf einer Freilaufzone für Hunde bestätigt, sagte Ingo Estermann bei der Erläuterung des Antrags. Mit 48.000 Euro Hundesteuer pro Jahr sollten die geschätzten Investitionskosten von etwa 10.000 bis 15.000 Euro keine Überforderung für die Stadt Diepholz darstellen, so die SPD. „Die Wahrnehmung einer öffentlichen Aufgabe sollte grundsätzlich auch durch die öffentliche Hand erfolgen.“

Verschärfter Leinenzwang im Frühjahr

Vom 1. April bis zum 15. Juli gelte verschärfter Leinenzwang. Ohne Leine bewegen können Hunde sich in dieser Zeit nur, wenn der Hundehalter über ein entsprechend großes Privatgrundstück verfügen kann, so die SPD in ihrem Antrag. „Viele Hundehalter können dem Bewegungsbedürfnis und der artgerechten Sozialisation ihres Hundes deshalb nur eingeschränkt entsprechen. Aus diesem Grund haben viele Städte inzwischen öffentliche Freilaufzonen für Hunde eingerichtet.“

Dass die Stadt so etwas einrichten und unterhalten soll, das mochten CDU und FDP nicht mittragen.

Heinfried Sudmann (CDU) regte an, dass sich die Interessenten zu einer Interessengemeinschaft oder einem Verein zusammenschließen mögen, damit die Verantwortlichkeiten für ein solches Gelände geklärt sind. „Dann können wir auch über Zuschüsse reden.“ So werde es auch an anderer Stelle in der Stadt gehandhabt, zum Beispiel bei den Bahnengolfern im Müntepark.

Mehrbelastung für den Bauhof?

Sein Fraktionskollege Gerhard Albers sah zusätzliche Arbeit auf den Bauhof zukommen. „Wir schaffen in der Fußgängerzone die Blumenkübel ab, weil der Bauhof die Arbeit nicht mehr bewältigen kann, und hier schaffen wir neue Aufgaben.“

FDP-Vertreter Lars Mester sah unter anderem den Standort kritisch und befürchtete Konflikte mit den Nachbarn wegen der Geräuschentwicklung.

Fachdienstleiter Florian Marré fand für die Verwaltung klare Worte. „Wir lehnen das strikt ab. Es sei denn, jemand sichert verbindlich die Pflege zu.“ Die private Pflege öffentlicher Flächen gestalte sich erfahrungsgemäß mit der Zeit immer schwieriger.

Mit den Stimmen von CDU und FDP lehnte der Ausschuss den Antrag ab. Grünen-Vertreter Veysi Savga enthielt sich der Stimme.

Es war nicht der erste Anlauf der Sozialdemokraten: Die SPD hatte bereits vor Monaten bei der Stadt beantragt, einen umzäunten Hunde-Freilaufplatz in Diepholz zu schaffen; auch damals lehnte die Mehrheit aus CDU und FDP das im zuständigen Fachausschuss ab.

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