Blick auf Präsenzunterricht

Lehrer im Kreis Diepholz von fehlenden Impfungen frustriert

Der Frust ist groß bei Lehrkräften von weiterführenden Schulen im Landkreis Diepholz: Sie fordern, endlich gegen Corona geimpft zu werden – aber es gibt keinen Impfstoff. „Man hat uns versprochen, dass es am 10.Mai losgehen sollte“, so eine Sprecherin des Personalrates an der Oberschule Varrel, „darauf haben sich die Kollegen verlassen.“

  • Lehrer im Landkreis Diepholz kritisieren nicht gehaltenes Impfversprechen
  • Landrat Cord Bockhop weist Schuld von der Kreisverwaltung
  • Das Problem ist der Impfstoffmangel

Landkreis Diepholz – Die Impfung sei extrem wichtig, wenn der Kultusminister wieder Präsenzunterricht mit allen Schülern zulasse. „Dann haben die Kollegen noch nicht mal die Erstimpfung, geschweige denn den vollen Schutz.“ Deshalb seien die Lehrkräfte enttäuscht und sauer: „Wir fordern schnelles Handeln.“

Andere Landkreise haben mit Lehrer-Impfungen bereits begonnen

Das gilt genauso für den Personalrat der KGS Stuhr-Brinkum. Er empfindet die Rückkehr zum vollen Präsenzunterricht als „ein Spiel mit unserer Gesundheit und auch der Gesundheit der Schüler, solange wir nicht geimpft sind und damit als potenzielle Multiplikatoren zwischen den verschiedenen Kohorten in den Schulen wechseln!“ Das Gremium fragt: „Wie kann es sein, dass wir nun seit Wochen/Monaten hingehalten werden und keine Impfangebote erhalten?“ Die Lehrkräfte werfen dem Landrat und der Kreisverwaltung „hier Versagen vor, denn in anderen Landkreisen Niedersachsens wurden Schulbedienstete längst geimpft“. Die Lehrer empfinden es als „Zeichen minderer Wertschätzung“, dass bereits ein großer Teil der Feuerwehreinsatzkräfte im Landkreis geimpft wurde – nicht aber Lehrkräfte weiterführender Schulen.

„Das hat nichts mit mangelnder Wertschätzung zu tun“, betont Landrat Cord Bockhop – und betont: „Wir haben keinen Impfstoff!“ Wer unter diesen Bedingungen eine Impfung fordere, „sollte sich an den wenden, der sie versprochen hat“. Auf Anweisung des Landes dürfe der Landkreis die vorhandenen Dosen keinesfalls für Erstimpfungen verwenden – das wäre möglicherweise eine Straftat. Unabhängig davon geht Cord Bockhop davon aus, dass über die bisherigen Priorisierungen ein Teil der betroffenen Lehrkräfte bereits immunisiert sei: „In der vergangenen Woche haben mir vier Schulleiter weiterführender Schulen aus dem Landkreis Diepholz berichtet, dass nur noch ,eine Handvoll’ oder ,ein knappes Dutzend’ der Lehrenden an ihrer Schule noch nicht geimpft seien“, so der Landrat, der die kritischen und zum Teil unverblümten Forderungen mit einem Brief beantwortet hat.

300 Lehrer-Impfungen für den 29. Mai geplant

Wie viele der rund 1 050 Lehrkräfte weiterführender Schulen noch nicht geimpft sind, will die Kreisverwaltung jetzt prüfen. Geplant ist für den 29. Mai eine Impfung von 300 Lehrkräften. Die Impfdosen dafür will der Landkreis aus Nicht-Inanspruchnahme bei Zweitimpfung und geschickte Planung generieren: „So viele, wie wir nur irgendwie rechtfertigen können“, formuliert es der Landrat.

Für den 29. Mai war aber auch ein zweiter Impftermin für Feuerwehreinsatzkräfte geplant. „Der ist jetzt abgesagt“, so ein Betroffener enttäuscht. Die Ehrenamtlichen sollen sich mit einem Schreiben der Stadt an ihre Hausärzte wenden: „Man hat uns viel Glück gewünscht.“ Der Landrat hat indes einen Herzenswunsch: Mehr Impfstoff vom Land. Gleichzeitig hofft er, dass die Landespolitik bei sinkenden Inzidenzwerten und steigenden Impfzahlen mehr Lockerungen, sprich mehr Freiheiten, verfügt.

Rubriklistenbild: © Guido Menker

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