Leere Töpfe - leere Kassen

Gastronomie wartet auf Perspektive

Leere Töpfe darf es in der Gastronomie nicht länger geben – das ist die Botschaft von (v.l.) Martin Freye, Annette Arndt, Andree Meyer und Dieter Meyer an den Landtagspolitiker Volker Meyer.
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Leere Töpfe darf es in der Gastronomie nicht länger geben – das ist die Botschaft von (v.l.) Martin Freye, Annette Arndt, Andree Meyer und Dieter Meyer an den Landtagspolitiker Volker Meyer.

Leere Töpfe sind in der Gastronomie aktuell ein Symbol für leere Kassen – und stehen im Mittelpunkt der landesweiten Aktion #LeereTöpfe, mit der die Mitglieder des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga auf ihre existenzbedrohende Lage in Corona-Zeiten aufmerksam machen wollen. Der Kreisverband Grafschaft Hoya mit seinen 125 Mitgliedern beteiligte sich daran – jedoch ohne dem Landtagsabgeordneten Volker Meyer (CDU) ein Meer von leeren Kochtöpfen vor die Haustür zu stellen.

Landkreis Diepholz. Eine Collage mit Fotos betroffener Gastwirte und Hoteliers überreichten Dehoga-Vorsitzender Andree Meyer und seine Kollegen Martin Freye, Annette Arndt und Dieter Meyer dem Landtagsabgeordneten Volker Meyer (CDU) – und spürten am Montag im Dialog mit dem Politiker aus Hannover durchaus Optimismus. Sprich das Gefühl, dass sich die Situation für die Gastronomen bald verbessert.

Am Dienstag dann das Signal aus Hannover: Mit ein Hygienekonzept, einem negativen Schnelltest der Gäste sowie einer Sperrstunde um 23 Uhr soll Gastronomie bald wieder möglich ein – mit zeitlichem Abstand auch im Innenbereich bei einer Belegung von 60 Prozent. Alles entscheidend: Diese Regelung greift nur, wenn der Inzidenzwert stabil unter 100 liegt – aber genau das ist im Landkreis Diepholz zurzeit nicht der Fall. „Pech gehabt“, stellt Andree Meyer lakonisch fest. Natürlich sei das bitter, aber es gebe jetzt zumindest eine Perspektive.

Klare Botschaft am Montag an Volker Meyer: „Wir brauchen einen Stufenplan, wann was geht.“ Sprich unter welchen konkreten Bedingungen Familienfeiern wie zum Beispiel Hochzeiten und Geburtstage wieder möglich sind. Weil die Luca-App hilfreich sein könnte, will Andree Meyer mit dem Gesundheitsamt die praktische Umsetzung klären.

Dringend müsse es eine Perspektive für die gastronomischen Mitarbeiter geben, denn teilweise müssten sie mit nur 60 Prozent ihrer bisherigen Bezüge auskommen – und das seit dem 2. November, denn seitdem sind die gastronomischen Betriebe geschlossen. „Ein unhaltbarer Zustand“, so der Dehoga-Vorsitzende, denn die gastronomischen Mitarbeiter hätten – im Gegensatz zu denen des Öffentlichen Dienstes – kein Kurzarbeitergeld erhalten.

Die spezifischen Hilfen für die Gastronomie seien zu begrüßen, fügte Andree Meyer hinzu – und nannte als Beispiel die Investitionsbeihilfe für Gaststätten. Allerdings stelle sich auch die Frage, warum Hotels diese Beihilfe nicht bekämen.

Schließlich forderte der Kreisverband ein verlässliches Abrechnungssystem für die Corona-Hilfen. Zunächst sei Übergangsgeld gezahlt worden, dann Soforthilfe, dann Überbrückungsgeld – und das mittlerweile in drei verschiedenen Formen: „Es ändert sich laufend“, so Andree Meyer.

Verbesserungen wünschen sich die Gastronomen ebenso bei der Mehrwertsteuer-Regelung. Zwar hatte die Politik den Mehrwertsteuersatz für Essen im Restaurant von 19 Prozent auf sieben Prozent (wie für Essen außer Haus) gesenkt, aber befristet bis Ende 2022. Der Dehoga-Verband fordert jedoch, es dauerhaft bei dieser Senkung zu belassen. Denn es sei nicht nachvollziehbar, dass für Essen im Restaurant ein deutlich höhrer Steuersatz fällig wäre, als bei Essen zum Mitnehmen, bei denen überdies noch Verpackung anfalle.

Unabhängig davon freut sich Andree Meyer über die Perspektive, die sich für die Gastronomen abzeichnet. Dass Gäste bei einem Besuch einen Negativ-Test vorlegen müssen, hält er in Corona-Zeiten für durchaus sinnvoll. Allerdings wünscht er sich, solche Tests vor Ort mit den Gästen selbst durchführen zu können – selbstverständlich mit Dokumentation und Unterschrift. Das wäre für einen kurzfristig geplanten Restaurantbesuch sinnvoll. Gleichwohl müssten sich alle vorher anmelden, sprich einen Platz reservieren.

Von Anke Seidel

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