Lauge mit Urin angereichert

Dieter Möller veröffentlicht Buch über „Wäsche waschen in früheren Zeiten“

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„Wäsche waschen in früheren Zeiten“ ist Titel des Buches, das Dieter Möller beim Waschtag des Technikmuseums Heede präsentierte. Dort stellte er auch sein Erstlingswerk vor, in dem sich der Sammler historischer Bügeleisen mit dem Thema „Endlich elektrisch bügeln“ auseinandersetzt.

Heede - Zum wiederholten Mal betätigt sich der Leiter und Initiator des Technikmuseums Diepholz-Heede und Unternehmer Dieter Möller schriftstellerisch. Nachdem er sich mit seinem Hobby, dem Sammeln von historischen Bügeleisen, auseinandergesetzt hatte, hat er ein weiteres Buch mit dem Thema „Wäsche waschen in früheren Zeiten“ gewidmet, das beim Waschtag im Museum vorgestellt wurde. Der Verkaufserlös kommt der Familie Dieter und Margret Möller-Stiftung zugute.

Das 78-seitige Werk soll Leserinnen und Lesern aufzeigen, wie sich das Wäschewaschen im Laufe der Zeit verändert hat. Die Hauptarbeit wird heute von Maschinen erledigt. Das war vor gar nicht so langer Zeit noch viel anders: Wäsche sortieren, einweichen, reiben, kochen, klopfen, schlagen, stampfen, spülen, auswringen und auf die Leine hängen – eine schweißtreibende und aufwändige Arbeit.

Im Kapitel „Geschichte der Wäschepflege“ erfährt der Leser, dass bei den sehr auf Sauberkeit bedachten alten Römern die Waschlauge mit Urin angereichert wurde. An belebten Orten wurden amphoren-artige Latrinen aufgestellt und mit den Worten geworben: „Gehe nicht vorbei, ohne dein Geschäft zu verrichten.“ Die Besitzer von Wäschereien wurden sehr reich, was den Kaiser Vespasian veranlasste, diese Betriebe mit hohen Steuern zu belegen. Als sein Sohn ihn rügte, weil er Steuern auf Urin erhob, antwortete er „Geld stinkt nicht.“

1907 revolutioniert Henkel das Waschen

Erst 1907 gelang es den Chemikern der Firma Henkel, das Waschen zu revolutionieren. Sie entwickelten ein Waschmittel, das beim Kochen der Wäsche feinperlenden Sauerstoff freisetzte. Das Waschmittel mit dem Namen Persil bewirkte eine textilschonende und geruchslose Bleiche und erleichterte den Waschfrauen das mühselige Waschen ein wenig.

Möllers reich bebildertes Buch enthält auch Kurzbeschreibungen verschiedener Patente, die dem Technikmuseum vorliegen, und auch originelle Anzeigen in Zeitungen – wie hier um 1900: „Sie schonen Ihre Frau und sparen viel Geld durch Kauf meiner mehrfach prämierten Schnellwaschmaschine, welche ich jedem Interessenten 14 Tage zur Probe sende.“

Die Diepholzer „Waschfrau“ Christa Schroeder hat – frei nach Schillers Glocke – den Ablauf eines Waschtags in Reime gefasst.

Im Schlusswort seines Buches bedankt sich Dieter Möller unter anderem bei Sonja Fiedler, Frederik Kaschner und Karin Wolters, die die Bilder und Texte in das passende Softwareprogramm umgesetzt haben.

rdu

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