Perspektivplan für Nutzung des Diepholzer Fliegerhorstes nach Abzug der Luftwaffe vorgestellt

Langfristig 1 450 neue Arbeitsplätze

70 Interessierte kamen zum 3. Bürgerforum, bei dem der Perspektivplan für die Nachnutzung des Diepholzer Fliegerhorstes vorgestellt wurden, ins „Haus Herrenweide“. - Foto: Jansen

Diepholz - Nun hat die Stadt Diepholz einen Plan, wie der Fliegerhorst nach Abzug der Luftwaffe – voraussichtlich im Jahr 2023 – zivil genutzt werden kann. Nach dem ein Jahr dauernden Verfahren mit Beteiligung von Fachbüros und Bürgern legte die Stadt am Donnerstagabend beim 3. Bürgerforum „Konversion“ den Perspektivplan vor.

„Er ist nicht in Stein gemeißelt“, betonte Bürgermeister Dr. Thomas Schulze vor etwa 70 Interessierten, die zu der öffentlichen Veranstaltung ins „Haus Herrenweide“ gekommen waren – und er versprach: „Ich werde ihn nicht bis 2023 in die Schublade legen.“ Es könnte manches auch schon stückweise umgesetzt werden.

Der Plan, in den auch Vorschläge von Bürgern eingeflossen sind, hat zwei Grundvarianten: In einer bleiben die bestehenden Gebäude größtenteils erhalten und sollen neu genutzt werden, in der anderen werden fast alle Gebäude abgerissen, was den Vorteil einer variableren Nutzung hätte.

Erhalten bleibt auf jeden Fall der nordwestliche Bereich, der weiterhin militärisch sein wird. Hier ist das Materiallager der Streitkräftebasis eingerichtet – und dort werden dazu zurzeit fünf Leichtbauhallen gebaut, um Teile für die Kampfjets Tornado und Eurofighter aufzunehmen. Diepholz sei damit als Bundeswehrstandort struktursicher, betonte Standortältester Oberst Olaf Stöcke bei dem Bürgerforum.

Michael Klumpe, Fachdienstleiter und Beauftragter für Konversion (Umwandlung von militärischem zu zivilem Gelände) bei der Diepholzer Stadtverwaltung wies darauf hin, dass auf einem vom Fliegerhorst abgetrennten Bereich an der Maschstraße bereits die DRK-Rettungswache gebaut wurde und die Stadt den Bahnanschluss gekauft habe.

Diese Gleise zur Bahnstrecke sei bei Unternehmen bereits auf großes Interesse gestoßen, berichtete Bürgermeister Schulze.

Nach dem fertigen Perspektivplan, der im April im Internet veröffentlicht werden soll, sind alle Gebäude und Einrichtungen auf dem 130 Hektar großen Fliegerhorst erfasst. Die Vorschläge für eine neue Nutzung nach Abzug der Luftwaffe sehen unter anderem Gewerbe-, und Freizeitbereiche vor.

Im mittleren Bereich des Geländes wäre Platz für Landwirtschaft. Die Start- und Landebahn könnte für Freizeitaktivitäten genutzt werden. „Ein Flugbetrieb ist möglich, aber für das Konzept nicht notwendig“, antwortete Bürgermeister Schulze auf die einzige Frage, die aus den Reihen der Bürger gestellt wurde. Im Süden („Abessinien“) ist ebenfalls Gewerbe vorgesehen.

Bei der gewerblichen Nutzung sei Einzelhandel nicht geplant, erklärte Maja Fischer vom Planungsbüro BPW Baumgart & Partner, das das Konzept mit der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft erstellt hatte.

Die 2009 eröffnete Truppenküche könnte nach dem Perspektivplan weiter genutzt werden. Hier könnten auch Veranstaltungen stattfinden, meinte Petra Schmidt vom Bundeswehr-Dienstleistungszentrum Oldenburg mit Blick auf die unklare Zukunft des „Haus Herrenweide“. Es sei auch der Betrieb einer Schul- und Ausbildungsküche denkbar.

Im Osten des Fliegerhorst-Geländes ist laut Plan unter anderem ein Bording-House für temporäres Wohnen möglich.

Vermarktet würde das Fliegerhorst-Gelände nach seiner Umwandlung in einen zivilen Bereich durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Deren Vertreterin Vera Buhr erklärte, die nach dem Konzept vorgesehene 50-prozentige Bebauung der Liegenschaft sei ein „sehr ehrgeiziger Plan.“

Laut Perspektivplan könnten auf dem Fliegerhorst-Gelände durch anzusiedelnde Gewerbebetriebe, Landwirtschaft und Freizeitbereiche bis zu 1 450 neue Arbeitsplätze entstehen – allerdings nicht auf einmal, sondern über einen längeren Zeitraum.

Die Stadt Diepholz hatte sich gleich im Jahr 2011 nach Bekanntwerden der Pläne, nach denen der Diepholzer Luftwaffen-Verband nach Holzdorf-Schönewalde verlegt werden soll, um Planungen für eine Nachnutzung des Fliegerhorstes gekümmert. - ej

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