Landrat schlägt neues Projekt vor, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen

Idee: 2,1 Millionen Euro für kommunalen Wohnungsbau

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Bezahlbaren Wohnraum schaffen – dafür will Landrat Cord Bockhop den Städten und Gemeinden insgesamt 2,1 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Das symbolische Modell haben übrigens seine Söhne Arndt und Kristen geschaffen.

Syke - Von Anke Seidel. Zehn Euro pro Einwohner – soviel Geld will Landrat Cord Bockhop den Städten und Gemeinden im Landkreis Diepholz zur Verfügung stellen, damit schnell bezahlbarer und passgenauer Wohnraum geschaffen werden kann. Seine Idee, den kommunalen Wohnungsbau im Landkreis Diepholz mit 2,1 Millionen Euro zu fördern, will er am Freitag dem Kreisausschuss vorstellen – nach dem Kreistag das wichtigste politische Gremium im Landkreis.

Hintergrund für das Projekt ist vor allem der Flüchtlingsstrom auch in den Landkreis Diepholz. Denn der Wohnraum in den Städten und Gemeinden für diese Menschen ist schon jetzt mehr als knapp.

Er habe den Gemeinden schon lange vorgeschlagen, so Bockhop, selbst Wohnraum zu schaffen. Aus den Rückmeldungen der Kommunen weiß der Landrat: „Es fehlt an Eigenkapital.“

Deshalb will er – sofern Kreisausschuss und Kreistag zustimmen – mit der Wohnbauförderung von 2,1 Millionen Euro allen Städten und Gemeinden den entscheidenden Investitions-Impuls geben. Eine Förderung von zehn Euro pro Einwohner würde beispielsweise für die Gemeinde Stuhr eine Zuwendung von 350000 Euro bedeuten – und für die Samtgemeinde Siedenburg von 45000 Euro. „Das Ziel ist es, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, betont Bockhop. „Es geht nicht um Rendite!“

Deshalb soll dieses Programm über eine kommunale Wohnbaugesellschaft abgewickelt werden, wie es sie beispielsweise in Diepholz schon seit Jahrzehnten gibt. Daran ist der Landkreis mit mehr als 20 Prozent beteiligt. „Die Kommunen können das natürlich auch selbst machen“, nennt Bockhop eine weitere Möglichkeit.

Für das Geld aus dem Förderprogramm müssen die Städte und Gemeinden allerdings eine Gegenleistung erbringen und für einen bestimmten Zeitraum mietfreies Wohnen ermöglichen. „Zehn Jahre zum Beispiel“, nennt Bockhop eine konkrete Zahl. Die genauen Regelungen für das Förderprogramm müssten noch erarbeitet werden. „Einfach, schlank und schnell“ sollen sie sein, wenn der Kreistag Bockhops Idee folgt.

Er rechnet mit einem Investitionsvolumen von 21 Millionen Euro insgesamt, das der Landkreis mit den 2,1 Millionen Euro auslösen könnte. Bei Baukosten zwischen 1100 und 1300 Euro pro Quadratmeter Wohnraum könnten so immerhin zwischen 16000 und 19000 Quadratmeter geschaffen werden – und damit etwa 300 Zwei-Zimmer-Wohnungen.

Bauland könnten die Gemeinden selbst ausweisen – und das Wohnbauförderungsprogramm auch dafür nutzen, um „städtebauliche Missgeschicke“ zu beseitigen, sprich in ihren Innenstädten attraktive Neubauten zu errichten.

„Ich gehe fest davon aus, dass mit dieser Initiative verstärkt Geschosswohnungsbau entsteht“, so der Landrat. Will heißen: Mehrfamilienhäuser sollen es sein, die auch auf kleineren Grundstücken realisiert werden können – zum Beispiel in den Innenstädten.

Die Standortwahl sollen die Städte und Gemeinden selbst treffen. Durch das kreiseigene Wohnungsbauprogramm seien andere Fördermöglichkeiten, zum Beispiel über die Kreditanstalt für Wiederaufbau, nicht ausgeschlossen. „Es kann und soll sich am Ende für die Kommunen rechnen“, so der Landrat.

Die Hausverwaltung könnten sie am Ende auch selbst übernehmen – oder vorhandene Strukturen und Erfahrungen nutzen. Wie die der Diepholzer Wohnbaugesellschaft.

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