In den Kreisen Diepholz und Verden

Feuerwehr und Rettungsdienst: Testphase für Digitalfunk noch 2018

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Blick in die Einsatz- und Rettungsleitstelle: vorn Leiter Torsten Meyer, dahinter Klaus Speckmann.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Der Radio Identification Code ist der Schlüssel: Mit dieser siebenstelligen Funk-Identifikations-Nummer lassen sich Funktionsträger der Feuerwehr und Mitarbeiter im Rettungsdienst im Ernstfall passgenau und schneller als bisher alarmieren: Der Digital-Funk macht es möglich – ein Meilenstein in der Alarmierungstechnik, der 2019 ans Netz gehen soll. Sowohl im Landkreis Diepholz als auch in Verden, denn diese beiden Landkreise haben eine Sicherheits-Partnerschaft besiegelt.

Der Netzaufbau dafür soll schon in wenigen Wochen beginnen und der Testbetrieb nach dem dritten Quartal 2018, also ab Oktober, laufen. Das war von Klaus Speckmann, Leiter des Fachdienstes Bevölkerungsschutz im Landkreis Diepholz, zu erfahren. Demnach sollen zunächst die Mitarbeiter des Rettungsdienstes die neue Technik erproben.

Dabei ist das Netz der digitalen Alarmumsetzer – kurz DAU – deutlich engmaschiger als das bisherige: 40 DAU-Standorte bestückt allein der Landkreis Diepholz mit dieser Technik, hinzu kommen 30 weitere Standorte im Landkreis Verden.

Freiwillige Feuerwehren, Rettungsdienste und andere Hilfsorganisationen im Landkreis Diepholz sollen künftig über mehr als 2 000 digitale Meldeempfänger verfügen. Ob jeder Funktionsträger ein solches Gerät bekommt, ist noch nicht klar: „Das müssen die Städte und Gemeinden als Träger der kommunalen Feuerwehren entscheiden“, so Klaus Speckmann. „Das ist kein Zwang.“

Schneller und passgenauer zum Einsatz

Der Landkreis Diepholz rüstet den Rettungsdienst und die Funktionsträger seiner Kreisfeuerwehr aus, übernimmt gleichzeitig die gesamte Anschaffung besagter Meldeempfänger für die Kommunen – als Dienstleistung aus einer Hand. Die Kosten zahlen die jeweiligen Träger der Feuerwehren – zwischen 200 und 300 Euro pro Gerät.

Mit der neuen Technik lassen sich Einsatzkräfte nicht nur schneller und passgenauer zum Einsatz rufen. Bürger hören in der Zukunft wahrscheinlich auch deutlich weniger Sirenenalarm. „Das hängt aber von den Gemeinden ab“, verweist der Fachdienstleiter Bevölkerungsschutz auf deren Zuständigkeiten. Fakt ist: das bisherige System – die analoge Alarmierung – soll künftig zunächst parallel laufen.

Entlastung in Zeiten stark steigender Notrufe

Fakt ist ebenso: Die Landkreise Diepholz und Verden arbeiten nach dem gleichen Zeitplan, um ihre Sicherheits-Partnerschaft realisieren zu können. Denn ihre Leitstellen können sich künftig gegenseitig helfen – mit nur einem Klick. Das kann in Zeiten stark steigender Notrufe eine große Entlastung sein: Sind alle Disponenten einer Leitstelle bereits mit einem Notruf beschäftigt und läuft plötzlich ein neuer Notfall ein, können die Kollegen der Partner-Leitstelle umgehend eingreifen und helfen.

Alle Karten und Alarmierungspläne für die Landkreise Diepholz und Verden sind in beiden Leitstellen hinterlegt. Das Einsatzgeschehen in der jeweiligen Leitstelle laufe in der anderen in Hintergrund mit, erklärt Klaus Speckmann. Mit einem Klick können es sich die Disponenten auf den Bildschirm holen.

Lebensrettend kann diese Technik vor allem bei einem technischen Totalausfall sein – zum Beispiel dann, wenn ein Bagger versehentlich elementare Leitungen durchtrennen sollte.

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