Aktuell 250 Verfahren im Landkreis Diepholz

Zahl der Schulverweigerer steigt

Landkreis - Von Katharina Schmidt. Der Landkreis Diepholz bearbeitet aktuell rund 250 Verfahren wegen Schulabsentismus. Dabei handelt es sich um das unentschuldigte Fernbleiben vom Unterricht. „Es gibt welche, die mal eine Woche nicht zur Schule kommen“, sagt Oliver Netzband, Leiter des Fachbereichs Bildung. „Aber wir haben auch welche, die gar nicht mehr hingehen.“

Null Bock auf Mathe & Co.? Nicht immer ist die Erklärung so einfach. Manchmal ist es die Angst vor gehässigen Worten der Mitschüler. Oder es sind die Bauchschmerzen, die der Leistungsdruck hervorruft. In anderen Fällen finden Eltern, dass es unnötig ist, ihre Kinder mindestens zehn Jahre lang zur Schule zu schicken.

„Schulabsentismus ist ein wichtiger Warnindikator für bevorstehende oder schon eingetretene Brüche in der Bildungsbiografie“, heißt es im Bildungsbericht des Landkreises. Dort ist zu lesen, dass die Zahl der Verfahren in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. Im Schuljahr 2013/14 waren es noch 188, zwei Jahre später bereits 211.

Augenmerk auf den Grundschulen

„Wir merken, dass die Zahl der Schulverweigerer steigt“, bestätigt Netzband. „Wir legen ein besonders Augenmerk auf die Grundschulen. Das macht Sinn, damit die Schüler nicht früh abrutschen“, so der Fachbereichsleiter. 

Fälle an Grundschulen sind die Ausnahme. Auch Gymnasien haben kaum Probleme mit Schulverweigerern. Die meisten Schwänzer sind laut Bildungsbericht an Haupt-, Real- und Oberschulen in den Klassen sieben bis neun zu finden. Allerdings nehme Schulabsentismus in der fünften und sechsten Klasse zu und sei auch an Berufsbildenden Schulen ein Problem.

Schulen informieren den Landkreis nach vier Tagen

Die Bildungseinrichtungen informieren den Landkreis, wenn ein Schüler vier Tage lang unentschuldigt fehlt. Sowohl Schule als auch Landkreis suchen in der Regel das Gespräch mit den Eltern – manchmal ist ein Kind einfach krank.

Wenn der Verdacht besteht, dass das Kindeswohl gefährdet sein könnte, kommt das Jugendamt ins Spiel. Dies kann laut Netzband zum Beispiel der Fall sein, wenn die Eltern den ganzen Tag betrunken auf der Couch sitzen und sich nicht um ihr Kind kümmern. In anderen Fällen versuchen ihm zufolge Eltern alles, damit ihr Schützling zur Schule geht – vergebens.

Erst Geldbuße, im Zweifel Arrest

Schulverweigerung ist eine Ordnungswidrigkeit und kann eine Geldbuße von bis zu 1 000 Euro zur Folge haben. Auch Eltern, die nicht dafür Sorge tragen, dass minderjährige Schüler am Unterricht teilnehmen, können ordnungswidrig handeln. Eigentlich sei das Verfahren nicht gut, findet Netzband. Betroffenen Familien mangele es oft sowieso an Geld.

Bleibt die Zahlung aus, droht den Schulverweigerern bis zu einer Woche Arrest. Solche schlimmen Fälle kommen laut dem Fachbereichsleiter höchstens ein oder zwei Mal im Jahr vor. „Die meisten zahlen dann kurz vor der Arrestierung.“

Im Landkreis sind derzeit rund 27.500 Jungen und Mädchen schulpflichtig.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa-tmn

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