Region profitiert von gutem Branchenmix

Landkreis gewinnt in 15 Jahren 10.000 Arbeitskräfte hinzu

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Es ist eine stolze Zahl: 97.500 Erwerbstätige verdienen im Landkreis Diepholz ihren Lebensunterhalt. Im Vergleich von sechs Landkreisen in der Region liegt Diepholz damit an zweiter Stelle – und hat, so geht aus den aktuellen Daten des Landesamtes für Statistik hervor, binnen 15 Jahren insgesamt 10.000 Erwerbstätige hinzugewonnen.

Besser ist nur der Nachbar-Landkreis Osnabrück, der dieser Analyse zufolge insgesamt 166.300 Erwerbstätige vorweisen kann – vor 15 Jahren waren es noch 139.000 gewesen. Damit liegt der Zuwachs (27.300) im Osnabrücker Land fast dreimal so hoch wie im Kreis Diepholz. Hinter genau dem liegt in diesem Vergleich sein westlicher Nachbar Vechta: Von 66.500 auf 91.400 ist die Zahl der Erwerbstätigen dort in 15 Jahren geklettert. Auf den weiteren Plätzen folgen die Landkreise Verden (von 56.300 auf 61.300), Nienburg (von 54.400 auf 56.200) und Oldenburg (von 42.400 auf 49.900).

Wie bewertet der Fachdienst Wirtschaftsförderung des Landkreises Diepholz den Platz in diesem Vergleich? „Eine gute Grundlage für die weitere Entwicklung“, erklärte auf Anfrage dieser Zeitung Günter Klingenberg als Leiter des Landkreis-Fachdienstes. Ein großer Vorteil sei der Branchenmix: „Dadurch haben wir die Wirtschaftskrise 2009/2010 gut überstanden.“

Häufig mehr Arbeitsplätze als arbeitsfähige Einwohner

Autobahn-Anschlüsse habe der Landkreis Diepholz zwar nur in Groß Mackenstedt, Brinkum und Weyhe (Arsten) und nicht in den anderen Kommunen. Ihr Engagement für die Wirtschaftsentwicklung sei aber unbedingt zu begrüßen, so Klingenberg. Die Entwicklung bewertet er für den gesamten Landkreis als positiv. Zwar haben 17.812 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte einen Arbeitsplatz außerhalb des Landkreises Diepholz. Aber in fünf Kommunen des Landkreises gibt es mehr Arbeitsplätze als arbeitsfähige Einwohner, also ein positives Pendler-Saldo: Diepholz (840), Sulingen (663), Kirchdorf (215), Lemförde (1398) und Stuhr (548). 

Insgesamt, so der Fachdienstleiter, stehen im Landkreis Diepholz 22.607 Einpendler exakt 40.419 Auspendlern gegenüber. Besonders extrem ist diese tägliche Ausreise zum Arbeitsplatz in Weyhe. Denn dort stehen 4529 Einpendlern sage und schreibe 10.364 Auspendlern gegenüber – ein negatives Pendler-Saldo von 5.835.

Gute Lage am Arbeitsmarkt

Die Lage am Arbeitsmarkt ist gut: „Die geringste Arbeitslosigkeit im Bezirk der Industrie- und Handelskammer Hannover hat seit Jahren unverändert der Landkreis Diepholz“, so Klingenberg, „wo im Jahresdurchschnitt 2016 nur 4,3 Prozent der zivilen Erwerbspersonen arbeitslos gemeldet waren“.

Zum Vergleich: Von den 97.500 Erwerbstätigen insgesamt waren 2015 exakt 66.019 sozialversicherungspflichtig beschäftigt – also mehr als zwei Drittel.

Und was verdienen die Menschen im Landkreis Diepholz? Das Landesamt für Statistik beziffert die Arbeitnehmer-Entgelte in diesem Lebensraum im Jahr 2015 auf 2,764 Milliarden Euro. Damit liegt Diepholz im Vergleich der sechs Landkreise in der Region auf Platz drei – nach Osnabrück (3,337 Milliarden Euro) und Vechta (2,766 Milliarden Euro). Auf weiteren Plätzen folgen Verden (1,947 Milliarden), Nienburg (1,671 Milliarden) und Oldenburg (1,321 Milliarden Euro).

Das höchste verfügbare Einkommen pro Kopf haben im Bereich der IHK Hannover demnach die Einwohner im Landkreis Diepholz mit einem statistischen Wert von 21.588 Euro – das sind 2100 Euro mehr als im Landkreis Göttingen.

Rubriklistenbild: © dpa

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