Verwaltung prüft notwendige Verbesserungen

Beim Radwegebau zählen Struktur, Unfall- und Verkehrsdaten

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Es gibt deutlich mehr Ausbauwünsche als Geld – das wirft Schatten auf den Radwegeverkehr im Landkreis Diepholz. 

Landkreis Diepholz - Wünsche und finanzielle Möglichkeiten – im Radwegebau klaffen sie weit auseinander. Um bei den Ausbauprojekten für Gerechtigkeit zu sorgen, wenden die Mitarbeiter der Kreisverwaltung beim Radwegebedarfsplan an Kreisstraßen (Aufstellung 1985, Fortschreibung 1996) ein standardisiertes Bewertungsverfahren an. Genau das entspricht der Radwegebedarfsplanung an Bundes- und Landesstraßen. Weil es im Fachausschuss für Kreisentwicklung Diskussionen um Prioritäten im Radwegebau gegeben hatte (wir berichteten), stellt die Verwaltung ihr Bewertungsverfahren nun bewusst öffentlich dar.

„Die Methodik sieht eine umfangreiche Erhebung von Struktur-, Unfall- und Verkehrsdaten unter Einbindung von Straßenbaulastträgern, Polizeibehörden, Landkreisen und Gemeinden vor“, heißt es in einem Arbeitspapier dazu. „Diese Datengruppen werden dann noch weiter unterteilt, und es erfolgt abschließend eine innere und äußere Gewichtung.“

Wichtiges Kriterium: die Verkehrsmenge. Sie basiert auf der allgemeinen Verkehrszählung. Die Unfallzahlen werden von den Polizeibehörden gemeldet – wobei nur jene Unfälle herangezogen werden, an denen Radfahrer und Fußgänger beteiligt waren. „Die Unfalldaten haben eine stärkere Gewichtung als die verkehrlichen Daten“, so die Verwaltung, die ebenso die Zahl der Schüler ermittelt, die den Radweg nutzen.

Noch 50 Kreisstraßenabschnitte ohne Radweg

Relevant ist ebenso, ob er für das Erreichen zentraler Einrichtungen im Ort – wie Einzelhandel, Hallen- oder Freibad, Jugendheim, Kirchen- oder Dorfgemeindehaus – sowie von Arbeitsplätzen wichtig ist. Nach einem Punktesystem bewerten die Mitarbeiter die Auslastung – auch für den Radausflugsverkehr. Unter dem Strich errechnet sich die Gesamtpunktzahl aus den Kriterien Verkehr, Unfallgeschehen und Struktur. Diese Zahl entscheidet am Ende über die Reihenfolge im Radwegebedarfsplan.

Dessen Bilanz beschreibt die Kreisverwaltung so: „Zum Zeitpunkt der Aufstellung standen 75 Radwege zum Neubau an. Seither wurden 17 Radwege neu gebaut, zwei Kreisstraßen abgestuft, und sechs Radwege sind bereits bis 2022 beschlossen. Es verbleiben noch 50 Kreisstraßenabschnitte ohne Radweg, über deren Realisierung ab 2023 beschlossen werden könnte.“

Geld gibt es erst nach Bau zurück

Bisher seien drei Gemeinden – Kirchdorf, Martfeld und Stuhr – in finanzielle Vorleistung gegangen, damit sie vorzeitig einen besonders dringlichen Radweg erhalten. Die Gemeinden erhalten ihr Geld aber erst dann vom Landkreis zurück, wenn er den Radweg planmäßig bauen würde.

Die nächsten drei Radwege, die nach dem heutigen Ranking zur Realisierung von 2023 bis 2025 anstünden, wären: K 101 in Drentwede (B 51) bis Gemeindegrenze Twistringen, K 30 Drebber (B 51) bis Dickel und K 14 in Maasen (B 214) bis zur Kreisgrenze Nienburg.

Beratung am 2. Mai

Ob es bei dieser Reihenfolge bleiben soll, darüber beraten die Mitglieder des Kreisentwicklungsausschusses am Mittwoch, 2. Mai, um 16 Uhr im Syker Kreishaus.

„Da letztlich keine zwingenden, beziehungsweise offensichtlichen Gründe bestehen, um die Prioritätenreihung zu aktualisieren, schlägt die Verwaltung vor, die derzeitige Reihung auch künftig beizubehalten“, heißt es im Arbeitspapier. Denn das Bauprogramm habe in den vergangenen Jahren oft als Basis für Gespräche mit Bürgern und Gemeindevertretern gedient: „Es sind Erwartungen geweckt worden.“ - sdl

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