Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier: Bilanz nach zwei Wochen Visitation

„Kirchenkreis-Fusion von keiner Stelle geplant“

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Zuhören: Landessuperintendentin Dr. Birgit Klostermeier bei ihrer Visitation im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz – hier in der Diepholzer Wissenswerkstatt.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. „Eine Fusion der Kirchenkreise Grafschaft Diepholz und Syke Hoya ist von keiner Stelle geplant.“ Dr. Birgit Klostermeier machte diese Aussage. Die Landessuperintendentin für den Sprengel Osnabrück schloss am Freitag ihre zweieinhalbwöchige Visitation ab. In dieser Zeit hatte sie Gemeinden sowie kirchliche und weltliche Einrichtungen im Kirchenkreis Grafschaft Diepholz besucht, der für sie „eine gute Größe“ hat.

Die Zukunft des Kirchenkreises und der Kirche im ländlichen Raum war der rote Faden der Visitation. Fazit der Landessuperintendentin, deren Amt auch „Regionalbischöfin“ genannt wird: „Eine der Stärken des Kirchenkreises ist die Mischung aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern.“ Am meisten beeindruckt habe sie die Ehrenamtlichkeit. Diese bekomme auch Freiraum für Kreativität.

Die promovierte Theologin absolvierte ihre Besuche nicht allein. Zur Verwunderung mancher der Gastgeber hatte sie vier Gäste eingeladen, sie zu begleiten und „von außen“ auf die Einrichtungen zu blicken. Dabei waren der Chef der Polizei-Inspektion Diepholz, Bernd Kittelmann, der Diepholzer Wirtschaftsförderer Bernd Öhlmann, der Geschäftsführer der Seniorenhaus Anna Margareta gGmbH, Thomas Butenuth-Grünenbaum, und Dorit Schierholz, die sich für Bildung im Kirchenkreis engagiert. Nicht bei allen Terminen hatten alle vier Begleiter Zeit.

Auftakt der Visitation war im Diakonischen Werk, wo die Landessuperintendentin ebenso von der Jugendberufshilfe RazzFazz beeindruckt war, wie von der Suchtberatung und der Migranten-Anlaufstelle „Akzeptanz“ an der Moorstraße. Die Zusammenarbeit zwischen Kirche und Stadt Diepholz im Projekt „Soziale Stadt“ an der Moorstraße hält sie für ein „Zukunftsmodell“.

Weitere Station waren das Diakonissen-Mutterhaus in Lemförde, verschiedene Kirchenkreis-Gremien, der Kindertagesstätten-Verband und Vertreter der von Klostermeier sehr gelobten Jugendarbeit.

Die 55-Jährige besuchte aber auch weltliche Einrichtungen. So war eine Station die Private Hochschule für Wirtschaft und Technik (PHWT), wo der Anteil von Ethik im Studium ein Thema war. Bei Gesprächen mit Landwirten auf einer Biogasanlage in Wietinghausen/Ehrenburg kam die soziale Isolierung dieses Berufsstandes zur Sprache. Kinder aus Landwirts-Familie sähen sich vermehrt eine Abwertung gegenüber, berichtete Birgit Klostermeier. Auch die dörfliche Gemeinschaft falle immer mehr auseinander.

In der Diepholzer Wissenswerkstatt an der Bahnhofstraße traf die Regionalbischöfin mit Vertretern dieser Einrichtung sowie dem stellvertretenden Landrat Werner Schneider und dem Allgemeinen Vertreter des Diepholzer Bürgermeisters, Michael Klumpe, zusammen.

Letzte Station der Visitation im weltlichen Bereich war die Diepholzer Bio-Firma Lebensbaum/Ulrich Walter GmbH.

Dr. Birgit Klostermeier ist seit dem 1. Februar Landessuperintendentin. Die promovierte Theologin ist Nachfolgerin von Burghard Krause, der im Juli 2014 in den Ruhestand gegangen war.

Die 55-Jährige nimmt von den regelmäßigen Visitationen der Kirchenkreise nach eigenen Aussagen auch persönlich viel mit: „Wichtig sind die vielen Gespräche am Rande.“

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