Kurzes Vergnügen: Bei Herta Weghöft blüht die „Königin der Nacht“

Freude über eine flüchtige Schönheit

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Vergängliche Schönheit: Die Fensterbank im Hintergrund ist normalerweise der Standort der „Königin der Nacht“ im Wohnzimmer von Herta Weghöft. Zur kurz währenden Blüte stand das Kaktusgewächs gestern ganz im Mittelpunkt.

Diepholz - Die ganze Pracht währt nur wenige Stunden. Wer eine „Selenicereus grandiflorus“ auf seiner Blumenbank hat, der muss schon aufpassen, den richtigen Zeitpunkt der Blüte nicht zu verpassen. Bezeichnenderweise hat man dieser vergänglichen Kaktus-Schönheit auch den Namen „Königin der Nacht“ gegeben.

Herta Weghöft aus Diepholz konnte sich gestern über eine solche kurzwährende Blütenpracht freuen. „Irgendwann heute Nacht ist die Blüte aufgegangen“, berichtete die 94-Jährige, die an der Eschfeldstraße wohnt. Grund genug, den Kaktustopf, der sonst auf einer Fensterbank im Wohnzimmer platziert ist, zum Fototermin ins rechte Licht zu rücken.

Das Gartenlexikon beschreibt die „Königin der Nacht“ als eine der schönsten Kakteenarten. Sie kommen in freier Natur vor allem in Amerika, der Karibik und Indien vor. Der Name leitet sich eben davon ab, dass der Kaktus seine Blüten nur in einer einzigen Nacht im Sommer für wenige Stunden öffnet. Die „Königin der Nacht“ blüht in cremeweißen Farben und verströmt einen vanilleartigen Duft. Die prächtigen Blüten können bis zu 30 Zentimeter groß werden.

Die „Königin der Nacht“, so heißt es an einer anderen Stelle, sei in ihren heimatlichen Regionen mittlerweile vom Aussterben bedroht. Um mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf diese Tatsache zu lenken, wurde sie im Jahr 2009 von den Kakteen-Gesellschaften der Schweiz, Deutschlands und Österreichs zum „Kaktus des Jahres“ gewählt. Kakteenliebhaber hoffen nun, dass die „Königin der Nacht“ zukünftig zumindest in der Kultur überleben kann.

So selten das Blüten-Schauspiel bei dieser Kaktusart auch ist – Herta Weghöft ist jetzt schon zum dritten Mal in den Genuss gekommen. Die Pflanze hat sie vor etwa fünf Jahren von einer Nachbarin geschenkt bekommen. „Bei ihr hat er aber wohl nie geblüht“, berichtete Herta Weghöft mit einem Schmunzeln. Woran das liegt, darüber kann sie nur spekulieren. Weder ist der Standort des Kaktus – vor einem nach Süden ausgerichteten Fenster – sonderlich ausgewählt, noch die Temperatur darauf ausgerichtet.

„Ich gieße ihn ein kleines bisschen, mehr eigentlich nicht“, zuckt die 94-Jährige mit den Schultern. „Bei mir funktioniert es einfach.“

Vielleicht liegt es auch – ganz über-natürlich – an dem kleinen Schornsteinfeger, der als Glücksbringer am Kaktus emporklettert?

Wer sich heute ein Bild von der Blüte machen wollte, dürfte schon zu spät kommen. „Man kann schon sehen, dass die Blattspitzen schon beginnen sich zu kräuseln“, blickte Herta Weghöft mit etwas Wehmut auf die Blüte. „Heute Abend ist schon wieder alles vorbei.“

sr

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