Kurt H. Möller stellt neues Buch vor

Engel im Pelzmantel

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Kurt H. Möller signierte in der Mediothek sein Buch über Engel.

Diepholz - Von Helge Bredemeyer. So mancher fragt sich gerade zur beginnenden Advents- und Weihnachtszeit: „Engel – gibt’s die?“ Und vielen älteren Zeitgenossen fällt dazu spontan der schwedische Film mit gleichem Titel von 1962 ein. In dem Film drehte sich alles um eine Liebesgeschichte.

Als der Freistätter Autor Kurt H. Möller sein neues Buch „Ein Engel im Pelzmantel“ in der Diepholzer Mediothek vorstellte, ging es aktuell auch um Engel. In diese Wesen, so mutet es dem Leser an, hat sich der Autor auch verliebt. So gut kennt er sie und spürt sie im täglichen Leben eben auch auf. Sie in Weihnachtsgeschichten vorzustellen, liegt nahe – haben sie doch in dieser Zeit Hochsaison.

Das war gleich zu sehen, als gut 25 Besucher die Mediothek betraten und „himmlische Heerscharen“ als Dekoration auf den Tischen vor dem Leseplatz des Autoren platziert waren. Mediothek-Mitarbeiterin Astrid Ullrich hatte ihrer privaten Engelschar den Ausflug erlaubt, um die Lesegäste einzustimmen. Ihnen zur Seite standen Engelbilder und Sprüche, die Mitarbeiterin Inga Dobberkau herausgesucht hatte.

Mediothek-Leiterin Maria Flaßkamp begrüßte die Tischrunden auch im Namen der VHS-Mitveranstalterin Doris Hermenau. Aus der trüben Novemberstimmung mit Trauertagen in das Hoffnungslicht der Adventsfreude einzuführen, sei das Ziel der Lesung mit Geschichten aus dem neuen Buch über Engel. Das seien Engel, nicht nur als himmlische Wesen mit Heiligenschein, sondern auch in sehr menschlicher Gestalt, eben wie ein Engel im Pelzmantel, der als Titelfigur auf Möllers Buch freundlich den Betrachter anlächelt.

Das Geheimnis aller Engel, die Möller dann in ausgewählten Geschichten beschrieb, liegt einzig darin, so verstanden es die Hörer bald, dass man für das Erkennen ihrer Art das richtige Gefühl haben muss.

Nach der Einführung mit sehr persönlichen Texten über Stille und so manches Nachdenkliche, in denen es um Schutzengel und anderes „Geflügel“ geht, stellt er den „Engel im Pelzmantel“ vor. Eine feine Dame, die einem Wohnungslosen aus dem Dilemma hilft.

Es braucht nicht lange, da fühlt sich das Publikum, zumeist vertraut mit Möllers Stil, auf „Wolke Sieben“ angekommen und dem grauen Alltagseinerlei entschwebt.

Die Kartenspieler der Titelgeschichte waren wesentlich misstrauischer. Doch am Ende sind sie davon überzeugt, dass es Engel gibt, denn ihr Kumpel ist einem in einem Pelzmantel begegnet.

Die bildreiche Sprache Möllers weckt in jedem Zuhörer oder Leser sein eigenes Bild und ist dadurch beeindruckender als die Masse der zugeschnittenen Sekundenbilder im Fernsehen. Wer noch nicht die Kunst der eigenen Vorstellung verloren hat, „liegt und liest“ bei Möller richtig.

Alle seine Geschichten aktivieren durch seine pointierten und lebensnahen Formulierungen die manchmal schon verloren gegangene geglaubte Kreativität. Köstlich und durchaus zweideutig sind die Namen seiner Hauptdarsteller wie in der Geschichte „Vom Himmel hoch da komm ich her“. Zuhörer mit interner Kenntnis kirchlicher Gegebenheiten, amüsierten sich köstlich über Freifrau Veronika von Dammlich-Wichtler und Vorsitzende eines Presbyteriums, dazu auch über ihre Mitspieler wie ein Oberkirchenrat vom Landeskirchenamt namens Donnergrund, die Chorleiterin Ursula Hinkevoß und Organist Klampfenschmidt.

Soviel Humor und Heiterkeit auch vorkommen, so mancher Ernst samt Erkenntnis ist nicht zu überhören und zu überlesen. Am Ende waren Zuhörer überzeugt: Engel gibt‘s. Man muss nur aufmerksam sein und sie finden. Möllers Tipp: Sie verstecken sich in guten Menschen.

Kein Wunder, dass der Autor um drei Zugaben und später auch um das Signieren seiner Bücher gebeten wurde.

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