Kulturring-Programm

Thalbach, Speidel und Richling – jede Menge Promifaktor 2018/19 im Theater

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Stolz präsentierte der Kulturring-Vorstand die neue Spielzeit in gedruckter Version. Mit von der Partie waren die Künstler Pago Balke (3.v.li) und Elisabeth Arend (4.v.li.).

Diepholz - Die Diepholzer und der Kulturring der Stadt sind gut vernetzt. Schauspielerin Ellen Schwiers bekommt das neue Programm des Kulturrings persönlich überbracht von ihrer Freundin und Witwe des Kulturringgründers Liselotte Schöttler. Der Kulturring ist Mitglied der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen „Inthega“ und hat für die Spielzeit 2018/2019 ein „Bomben-Programm“ organisiert.

Am Mittwoch stellte in der Kreissparkasse der Vorstand das Programm mit jeder Menge Highlights in Schauspiel, Konzert, Vorträgen, Theater für Kinder und Sonderveranstaltungen vor.

Zur Unterstützung war der Künstler Pago Balke aus Bremen eingeladen.

Einen Künstler aus dem aktuellen Programm für die Präsentation zu gewinnen, hat schon Tradition, Balke wird am 21. März mit seinem aktuellen Projekt „Die Zollhausboys“ im Theater mit vier „umAs“ (unbegleitete minderjährige Ausländer/Flüchtlinge) auftreten und eine seiner unzähligen Facetten seiner Arbeit zeigen. Zu Tränen gerührt dazu schon in der Programmvorstellung die Zugabe: „Ich zieh vor Euch den Hut“, dem Song, den Balke für die Flüchtlings-Jungs komponierte.

Wie groß die Schnittmenge von Balke mit der von Künstlerin Elisabeth Arend (machte Abitur mit Kulturring-Chef Reinald Schröder an der Graf-Friedrich-Schule) ist, stellte die Künstlerin selbst vor: „Ich singe von der Aktualität der Zwänge ins Exil zu müssen“. Arend war zu Besuch in Diepholz und wird im Rahmen von Kunst in der City (18. bis 24. Juni) am 21. Juni mit ihrem Programm „Staatenlos im Nirgendwo“ mit Liedern und Texten aus der Emigration im Diepholzer Rathaus gastieren. „Berthold Brecht spricht mir aus der Seele, wenn er bekennt: Wir sind keine Exilsuchende, wir sind Flüchtlinge“.

Beide stellten fest: „Wir waren beide noch nicht in Hollywood, aber in Dickel in der Schützenhalle“. Balke kannte das neue Kulturringprogramm, suchte satirisch-kabarettistische und musikalisches zu den Sparten aus. Den Einstieg lieferte er mit dem Prolog von Wilhelm Busch und seinem „Balduin Bählmann, der verhinderte Dichter“.

Pago Balke passt in jede Rolle: Ob Papst, Udo Lindenberg oder Maid Backhaus aus Lütje Bösel wie bei der Kulturring-Programm Vorstellung in der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz.

Ab dann teilten sich die Kulturring-Vorstandsmitglieder Ines Heidemann, Inge Human, Ulla und Werner Wessel, Paula Zinser und Reinald Schröder (Vorsitzender) die Vorstellung. Ilona Conradi übernahm den „Werbepart“ für Kinderprogramm und Vorträge. Wer jetzt etwa „Provinzengagements“ erwartete, der hatte sich gehörig geschnitten: Diepholz lädt ab September bis Mai des kommenden Jahres die Welt zu sich ein. Die schauspielerisch, musikalische, satirische und informative Welt.

Um nur einige Highlights zu nennen: Jutta Speidel wäscht in der Komödie „Sommerabend“ jede Menge schmutzige Wäsche. Tipps von der Agentur „Trennung frei Haus“ bekommt das Boulevardpublikum von keinem Geringen als Ingo Naujoks.

Exklusiv aus Berlin vom Theater am Kurfürstendamm in grandioser Besetzung „Drei Generationen Thalbach“: „Die Glasmenagerie“ von Tennessee Williams. Anna, Nellie und Katharina Thalbach in Diepholz – der Hit. Nochmal Promifaktor mit dem Schauspiel „Konstellationen“ mit Suzanne von Borsody und Guntbert Warns. Ein Gedankenspiel zu „Was wäre, wenn?“.

Dazwischen drängelt sich im feschen Dirndl Maid Backhaus (Balke). Sie hatte gehört, dass in Diepholz etwas zu einer Dreiecksbeziehung liefe und ihr Mann wollte sie aktuell verlassen. In „Wunschkinder“ meinen es die Eltern nur gut, wie in der Komödie „Willkommen bei den Hartmanns“, wenn die Refugee-Welldone-Villa zum Narrenhaus mutiert.

Das Theater der Stadt Diepholz ist Garant für gute Musik: So ist die Auswahl der Konzerte, wo gerade Nachwuchskünstler Chancen bekommen, immer empfehlenswert: Das „Xenon Quartett“ und das „Trio Adorno“ zählen dazu. Mit dem „Minguet Quartett“ kommt ein international gefragtes Streichquartett außer in die Elbphilharmonie nach Diepholz und mit Haiou Zhang, ein Freund von Diepholz aus Fernost, um seine „Lisztomania“ am Flügel zu kredenzen. In St. Nicolai gastiert der Kammerchor des Kirchenkreises Diepholz mit skandinavischer Chormusik und Gabriel Faurés Requiem (friedvoll, kontemplativ) präsentiert Meike Voss-Harzmeier mit Solisten, der Diepholzer Kantorei und der Klassischen Philharmonie NordWest. Noch mehr beschwingte Musik gibt zum Jahresstart mit dem beliebten „Neujahrskonzert“ und der Operette von Oskar Strauß „Ein Walzertraum“, beides im Januar. Für die kleinen Gäste plündert der Star von Astrid Lindgren „Pippi Langstrumpf“ in zwei Aufführungen den Weihnachtsbaum mit den Kindern des Dorfes und der Däne Hans Christian Andersen liefert den Stoff für das Familienmusical „Die Schneekönigin“. „Das Magische Baumhaus“ von Mary Pope Osborne erzählt als Theaterstück von Mut und Fantasie. Was es mit Schottlands Horizonten und den Wüsten des Planeten auf sich hat, dazu kommen zwei Live-Multivisionen ins Theater.

Die „Burner“ der Saison werden „Sound of Cinema“ mit Sounds aus Matrix, Highlander, Titanic, Goldfinger in authentischen Kostümen und das Jourist Quartett mit Astor Piazollas „Tango Nuevo“. Reinald Schröders Top-Empfehlung galt dem Glücksgriff des Engagements: „Mathias Richling in Diepholz, stellen Sie sich das vor!“. Das heißt im Mai: In welchen Abgrund führen uns die Demagogen Trump, Putin und Erdogan?“. Vielleicht muss der Schwabe Richling aber sein Programm bis dahin umschreiben, zu hoffen wäre es. Das Programmheft liegt am morgigen Samstag der Tageszeitung bei. 

sbb

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