Krankenhaus-Standort Diepholz gerettet / Bürgermeister: „Grundsätzlich positiv“

„Jetzt müssen die Bürger die Klinik nutzen“

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Zum Kampf für den Erhalt der Klinik Diepholz gehörte im Juli auch eine Menschenkette, die etwa 600 Bürger um das Krankenhaus bildeten. Archivfoto: Jansen

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Die Freude von Bürgermeister Dr. Thomas Schulze ist etwas verhalten. Er bewertet die Geschäftsführungs-Entscheidung der Alexianer-Kliniken, den Krankenhaus-Standort Diepholz zu erhalten (wir berichteten), „grundsätzlich positiv“ und blickt nicht euphorisch in die Zukunft: „Mittelfristig sind sicherlich weitere Schritte erforderlich, um den Standort zu sichern.“

Dazu werden nach seiner Meinung alle Beteiligten einen Beitrag leisten müssen. Es sei nun ganz wichtig, dass die Bürger die Klinik Diepholz im Bedarfsfall auch nutzen und nicht in Häuser außerhalb des Landkreises Diepholz ausweichen, sagte Schulze gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Das medizinische Angebot der Klinik Diepholz müsse angenommen werden, um die Zukunft des Hauses zu sichern, appellierte er an die Bürger. Die jetzt getroffene Entscheidung, durch die die drohende Schließung des Krankenhaus-Standortes Diepholz vom Tisch ist, sieht Schulze als „gute Basis und Riesenchance“.

Er und alle Diepholzer Politiker hatten sich für den Erhalt der Alexianer-Klinik vor Ort einsetzt.

In dieser gibt es nach dem neuen Konzept nur eine wesentliche Änderung: Es sind nachts in Diepholz keine Notfall-Operationen mehr möglich, weil durch das Vorhalten von OP-Teams über 24 Stunden große Kosten entstehen. Für geplante Operationen stehen aber weiterhin Personal und Räume bereit. Eine notärztliche Versorgung im Diepholzer Krankenhaus ist rund um die Uhr gegeben. Ebenso bleibt die Urologie in Diepholz und es gibt wieder einen Durchgangsarzt der Berufsgenossenschaft für Arbeits- und Wegeunfälle.

Mehr als 17000 Bürger hatten im Sommer für den Erhalt der Klinik Diepholz unterschrieben. Eine starke Bürgerinitiative hatte nicht nur diese Unterschriften gesammelt, sondern auch durch andere Aktionen für den Erhalt des Diepholzer Krankenhauses gekämpft – unter anderem durch eine Menschenkette rund um das Gebäude.

Die Liste mit 17512 Unterschriften wurde im September in Hannover der niedersächsischen Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Cornelia Rundt (SPD), übergeben.

An der Spitze der Bürgerinitiative stand Jolanta Malan: „Ich bin überglücklich“, freute sie sich über die positive Nachricht zur Diepholzer Krankenhaus-Zukunft. Ihre Überzeugung: „Der große Zusammenhalt in Diepholz kann Berge versetzen.“

Der Erhalt der Klinik sei aber sei aber nicht nur der Verdienst der Bürgerinitiative: „Viele Menschen haben sich dafür engagiert.“

Mit dem jetzigen Konzept könnten alle sehr gut leben, ist Jolanta Malan zufrieden.

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