Partnerschaft nach 20 Jahren erneuert

Kopie des Großmarktes in Polen geplant

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Nach 20 Jahren erneuerten Diepholz und Starogard Gdanski am Freitag im Rathaus die Partnerschafts-Urkunde (sitzend, von links): Janusz Stankowiak (Starogarder Stadtpräsident), Gerhard Albers (stellvertretender Diepholzer Bürgermeister) und Patrice Pineau (Bürgermeister der französischen Partnerstadt Thouars). Stehend von links: Jaroslaw Czyzewski (Ratsvorsitzender Starogard), Maciej Kalinowski, Cornelia Klöpzig (Vorsitzende Förderverein Starogard), der Diepholzer Ratsvorsitzende Marcel Scharrelmann, der allgemeine Vertreter des Diepholzer Bürgermeisters, Michael Klumpe, und Klaus-Peter Sander, „Vater“ der Partnerschaft mit der polnischen Stadt. 

Diepholz - Von Eberhard Jansen. In 20 Jahren haben sich nicht nur Freundschaften, Schüleraustausch und andere Aktionen entwickelt. In der polnischen Partnerstadt Starogard Gdanski ist nun auch eine Veranstaltung geplant, die den traditionsreichen Diepholzer Großmarkt zum Vorbild hat. Freunde dürfen gern etwas kopieren, hieß es dazu am Freitag beim Empfang von mehr als 70 Gästen aus Starogard Gdanski im Rathaus.

Der Empfang, bei dem der Starogarder Stadtpräsident Janusz Stankowiak die Großmarkt-Kopie in einer herzlichen Rede ankündigte, war Auftakt der Feiern „20 Jahre Städtepartnerschaft Diepholz - Starogard Gdanski“.

72 Gäste hatten am Abend des Himmelfahrtstages die fast 900 Kilometer lange Strecke aus der 50 000 Einwohner-Stadt 50 Kilometer südlich von Danzig zurückgelegt.

Zum Empfang im Rathaus begrüßte der stellvertretende Bürgermeister Gerhard Albers Gäste und Gastfamilien. Er dankte allen, die in den letzten 20 Jahren daran mitgewirkt haben, die Partnerschaft mit Leben zu erfüllen: „Sie sind Brückenbauer zwischen Ost und West“. Albers sagte, 20 Jahre gelebte Partnerschaft müssten und dürften nicht das Ende dieser Freundschaft sein, sondern der Beginn „einer wunderbaren Zukunft für Diepholz und Starogard“.

Nach der Rede des Stadtpräsidenten Janusz Stankowiak, der von einer tiefen Freundschaft sprach, hielt Cornelia Klöpzig ein Grußwort. Die Vorsitzende des Diepholzer Fördervereins Starogard, der Begegnungen im Rahmen der Städtepartnerschaft unterstützt, bezeichnete die Partnerschaft als „kleines Bäumchen“, das aus dem vor 20 Jahren gelegten Samen gewachsen ist. Dieses müsse weiter gepflegt werden.

Auch der „Vater“ der Städtepartnerschaft, der inzwischen Ehrenvorsitzender des Fördervereins Starogard ist, trat ans Rednerpult: Klaus-Peter Sander. Er hatte seinerzeit im Rat den Antrag gestellt, dass Diepholz eine Partnerschaft mit einer Stadt in Polen eingeht und blickte kurz auf die Anfänge und ersten Begegnungen zurück.

Patrice Pineau, Bürgermeister von Thouars, der Diepholzer Partnerstadt in Frankreich, gratulierte in seiner Rede und lud auch die polnischen Gäste zum Weinfest in seine Stadt ein.

Dann wurde die im Mai 1998 unterzeichnete Partnerschaftsurkunde von Vertretern der beiden Städte offiziell durch Unterschriften der amtierenden Stadtoberhäupter erneuert und von Patrice Pineau bestätigt.

Die Urkunde zur Erneuerung der Städtepartnerschaft hat folgenden Text:

Die Stadt Diepholz in Deutschland und die Stadt Starogard Gdanski in Polen beschließen heute feierlich, die am 16. Mai 1998 begründete Partnerschaft zwischen unseren Städten und Bürgern fortzuführen, zu vertiefen und weiterzuentwickeln. Wir setzen mit diesem Vorhaben ein Zeichen für das friedliche und freundschaftliche Zusammenleben unserer Bürger und der Völker unserer beiden Länder in einem gemeinsamen Europa. Wir rufen alle Bürger in unseren beiden Städten auf, sich aktiv an der Entwicklung und Gestaltung unserer Partnerschaft zu beteiligen, in dem Bewusstsein, dass nur im Miteinander der Menschen und Generationen und in gemeinsamem Handeln Frieden, Entwicklung und Wohlstand für die Zukunft gesichert werden können.

Als Übersetzerin der Reden hatte die Stadt Diepholz Ilona Kasprzak-Harms aus Rehden engagiert. Aus dem Französischen übersetzte Annette Wöstmann. Für Musik sorgte Thomas Dobler von der Diepholzer Klavierschule Caroline Häberle mit zwei bemerkenswerten selbst komponierten Stücken am Flügel.

Nach einem Sektempfang gingen Gäste und Gastgeber zum Kreisel am Hallenbad. Dort enthüllten Vertreter der Partnerstädte ein Wappen von Starogard Gdanski aus Metall. Eine „Bank der Städtepartnerschaft“ wurde anschließend im Müntepark eingeweiht – durch ein Probesitzen von Gästen und Gastgebern. Die geschwungene Konstruktion, die die polnischen Gäste mitgebracht haben, verbindet symbolisch die Wappen von Diepholz und Starogard Gdanski. Ihren endgültigen Standort bekommt die Partnerschafts-Bank, wenn die Erweiterung des Wasserspielplatzes mit der neuen Wegeführung im Park fertig ist.

Der Nachmittag stand für Gastgeber und Gäste zur freien Verfügung. Für gestern Abend war ein „Europa-Abend“ im Schützenfestzelt in Aschen angesagt. Heute um 10.30 Uhr spielt das aus Polen angereiste Orchester „Peplin“ auf dem Rathausmarkt.

Das nächste Städtepartnerschafts-Jubiläum in Diepholz ist schon in Vorbereitung: Im nächsten Jahr wird „50 Jahre Partnerschaft mit Thouars“ gefeiert.

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