Kommunalwahl 2021

308 Bewerber für den Kreistag Diepholz – einer ist sogar 85 Jahre alt

Eine historische Entscheidung: Der Kreistag fasst am 2. Dezember 2019 den Grundsatzbeschluss für den Bau der Zentralklinik – eine Abstimmung mit viel Verantwortung für die Zukunft.
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Eine historische Entscheidung: Der Kreistag fasst am 2. Dezember 2019 den Grundsatzbeschluss für den Bau der Zentralklinik – eine Abstimmung mit viel Verantwortung für die Zukunft.

Es ist, als ob alle Einwohner eines kleinen Dorfes nun noch 40 Tage lang nur einem Ereignis entgegenfiebern – hautnah, weil es mit ganz persönlichen Aufgaben und viel Verantwortung verbunden ist: 308 Männer und Frauen bewerben sich um ein Mandat im Kreistag – und beweisen mit ihrer Kandidatur, dass sie an wichtigen Weichenstellungen für das Lebensumfeld und die Lebensqualität für rund 218.000 Menschen mitwirken wollen, für die Bürger im Landkreis Diepholz.

Landkreis Diepholz – Die Parteien haben ihre Kandidaten längst aufgestellt. Jetzt hat der Kreiswahlausschuss nach Prüfung die Wahlvorschläge zugelassen – einstimmig, so erklärte auf Anfrage Sigrid Albers, Teamleiterin Kommunalaufsicht. In einzelnen Fällen hatten die Bewerber Unterstützungsunterschriften vorlegen müssen. Nämlich dann, wenn ihre Partei noch nicht im Kreistag vertreten ist – wie die Partei, die Basisdemokratische Partei Deutschland oder die Wählergemeinschaft „Sulingen!“. Bisher waren 30 Unterstützer-Unterschriften gefordert. Bedingt durch die Pandemie sei diese Zahl auf zwölf herabgesetzt worden, erläutert Sigrid Albers. Die Regelung gilt auch für Einzelbewerber, die ohne eine Partei oder eine Wählergemeinschaft im Rücken antreten.

Kreistag Diepholz: 308 Personen kämpfen um 62 Mandate

Wem auch immer die Wähler am 12. September bei der Kommunalwahl ihre Stimme für den Kreistag geben: Fest steht schon jetzt, dass sich der Traum von einem Sitz nur für etwa ein Fünftel der Kandidaten erfüllen kann. Denn der Kreistag besteht aus 62 gewählten Abgeordneten. Das 63. Mandat gehört Kraft Amt Landrat Cord Bockhop.

Fest steht auch, dass zwölf der bisherigen Abgeordneten in der neuen Wahlperiode nicht mehr dabei sind. Sie scheiden auf eigenen Wunsch aus – der altgedienteste, Hans-Werner Schwarz aus Diepholz, nach 35 Jahren.

Bei den anderen 50 Kreistagsabgeordneten ist Wiederwahl nicht ausgeschlossen. Der älteste Abgeordnete, der erneut antritt, ist der 85-jährige Jürgen Timm aus Stuhr.

Bunter Berufe- und Generationenmix bei Kommunalwahl im Kreis Diepholz

Unabhängig davon ist es möglich, dass ein Neuling nicht unbedingt zu den Jüngsten gehört. Die beiden ältesten Bewerber ohne bisherige Kreistagserfahrung sind 73 Jahre alt. Der jüngste Kandidat ist der 18-jährige Jonas Wietelmann aus Varrel bei Sulingen.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Dazwischen ist so gut wie jede Altersstufe vertreten, darunter gleich mehrere 70-Jährige, die ihre Kreistagsarbeit fortsetzen möchten. Einen Querschnitt der Gesellschaft repräsentieren die Berufe der Bewerber: Rentner, Freiberufler, Tischlermeister oder medizinische Fachangestellte wollen ihre Erfahrungen in die Entscheidungsfindungen ebenso einbringen wie Betriebs- und Landwirte, Geschäftsführer, Schlosser, Gemeindearbeiter oder Lehrer. Mehrere Studenten, eine Kunst- und eine Musiktherapeutin wollen ebenso im Kreistag mitarbeiten – genauso wie zwei pensionierte Kriminalhauptkommissare oder ein Justizvollzugsbeamter.

Aufwandsentschädigung für Kreistagsmitglieder beträgt 280 Euro monatlich

Es ist eine zeitraubende Aufgabe, für die sich die Kandidaten entschieden haben. Denn Entscheidungen müssen gründlich vorbereitet werden – in der Regel zunächst in der Fraktion, mit detailreichen Sitzungsunterlagen, sprich den Arbeitspapieren für die einzelnen Fachausschüsse. 13 solcher Gremien erarbeiten Beschlussempfehlungen für den Kreistag. Das wichtigste Gremium ist der nicht öffentlich tagende Kreissausschuss.

Kreistagsmitglieder übernehmen mit ihrer Entscheidung Verantwortung – wie zum Beispiel für den Bau der Zentralklinik, nur eine von zahlreichen Weichenstellungen für den Landkreis Diepholz. Nicht immer ernten sie dafür Anerkennung, müssen sich auch Kritik – manchmal sogar Anfeindungen – gefallen lassen.

Laut Satzung erhalten die Kreistagsabgeordneten eine Aufwandsentschädigung von 280 Euro monatlich. Bei Fraktions- oder Gruppenvorsitzenden sind es 700 Euro. Hinzu kommt ein Sitzungsgeld von 25 Euro pro Sitzung, außerdem können die Abgeordneten Fahrtkosten (30 Cent pro Kilometer) geltend machen.

Im Live-Ticker zur Kommunalwahl in Niedersachsen berichtet kreiszeitung.de am Sonntag, 12. September 2021, über die aktuellen Entwicklungen, die Ergebnisse, die gewählten Bürgermeister und Landräte.

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