Kommentar zur Klinik-Situation

Eine historisch bedeutsame Trennung

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Anke Seidel

Ein Kommentar von Anke Seide. Alle Zeichen stehen auf Trennung – das ist von historischer Bedeutung für die Krankenhäuser im Landkreis Diepholz. Genauso, wie es vor mehr als einem Jahrzehnt ihre Übertragung an die Alexianer war.

In Zeiten einer schweren kommunalen Finanzkrise haben sie damals die Mehrheitsanteile und die Verantwortung für die hoch defizitären Häuser übernommen – und sind dafür als Retter gefeiert worden. Die jetzt vereinbarte Trennung beweist glasklar: Die Hoffnungen der Partner, die damals unter großem finanziellen und gesundheitspolitischem Druck handelten, erfüllten sich nicht. 

Wenn der Landkreis jetzt wieder die volle Verantwortung für die Klinikgesellschaft übernimmt, so ist das einerseits nur konsequent: Fast 22 Millionen Euro fließen in nur drei Jahren aus Kreismitteln in die Häuser. Andererseits ist es eine Entscheidung gegen den Trend, denn von den 117 niedersächsischen Kliniken ist mittlerweile nur noch ein Viertel in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft. Dynamik und rote Zahlen sind also extrem hoch in der Krankenhaus-Landschaft. Denn eines hat sich in einem Jahrzehnt nicht geändert: gesundheitspolitische Bedingungen, die Kliniken kaum noch Luft zum Atmen lassen. Wenn überhaupt. Schwarze Zahlen haben auch die Alexianer im Landkreis Diepholz nicht erreichen können.

Wenn genau der seine Kliniken jetzt unter sein Dach zurückholt, sind zwei Punkte elementar für die Häuser: Strategische Entscheidungen müssen Experten treffen – und dürfen politisch nicht zerrieben werden. Vor allem aber müssen die Bürger als Patienten „ihre“ Kliniken nutzen. Gelebte Solidarität ist überlebenswichtig.

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