Kommandeur des Logistikzentrums der Bundeswehr informiert bei „Diepholzer Gesprächen“

Fünf neue Hallen auf dem Fliegerhorst

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Brigadegeneral Michael Vetter stellte die Aufgaben des Logistikzentrums der Bundeswehr vor.

Diepholz - Von Eberhard Jansen. Die Bundeswehr baut auf dem Fliegerhorst Diepholz fünf neue Lagerhallen. Das berichtete Brigadegeneral Michael Vetter gestern am frühen Abend bei den „Diepholzer Gesprächen“ im Soldatenheim „Haus Herrenweide“.

Vetter ist Kommandeur des Logistikzentrums der Bundeswehr (Wilhelmshaven), war von 2005 bis 2007 Regimentskommandeur in Diepholz und wohnt in Aschen. Die geplanten Gebäude nutzt das Materiallager Diepholz, das zum Logistikzentrum der Bundeswehr gehört. In den Hallen in Leichtbauweise wird Material des Depots Erding eingelagert, das bis 2018 aufgelöst wird.

Der Hallenbau ist notwendig, weil die das Waffensystem-Unterstützungszentrums 2 der Luftwaffe mit seiner „Hubschrauberwerft“ bis dahin noch nicht vom Diepholzer Fliegerhorst nach Holzdorf in Brandenburg verlegt worden ist und Hallen frei macht. Dieses wird wohl erst im Jahr 2022 geschehen – wenn überhaupt.

Oberst Olaf Stöcker, Kommandeur des Waffensystem-Unterstützungszentrums 2 auf dem Fliegerhorst, brachte noch eine andere Überlegung ins Spiel: Da zur Flüchtlings-Unterbringung in Deutschland viel Geld gebraucht werde, werde möglicherweise auch der Verteidigungsetat nach Einsparungen durchforstet. Dem könnte auch der geplante Neubau der Transporthubschrauber-Werfthallen in Holzdorf zum Opfer fallen, die für einen Umzug der Diepholzer Luftwaffenangehörigen notwendig sind.

Die „Diepholzer Gespräche“ als Nachfolge-Reihe des „Business-Frühstücks“ sind eine Gemeinschaftsveranstaltung der Diepholzer Wirtschaftsförderung und der Bundeswehr. Gestern standen die Streitkräfte im Mittelpunkt. Brigadegeneral Michael Vetter (53) stellte den etwa 50 Teilnehmern – eingeladen waren wieder Vertreter der heimischen Wirtschaft, von Behörden und Institution sowie Soldaten – das Logistikzentrum der Bundeswehr vor.

Zu diesem Verband der Streitkräftebasis (also nicht der Luftwaffe) gehören 84 Standorte in Deutschland, Luxemburg und den Niederlanden. Aufgabe ist es, Material einzulagern, zu transportieren und der Truppe bei Übungen, Einsätzen und im Grundbetrieb zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört auch der Rücktransport – beispielsweise von 1000 Fahrzeugen und Material in 7000 Containern vom Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan.

2,4 Millionen Materialdispositionen bewältigte das Logistikzentrum im Jahr 2014 – mit 150.000 Transporten auf Lkw, in Flugzeugen, Schiffen und mit der Bahn. Aktuell brachte es 1800 Tonnen Ausrüstung für die kurdischen Peschmerga-Kämpfer in den Irak.

Das Materiallager auf dem Fliegerhorst Diepholz untersteht dem zum Logistikzentrum gehörenden Depot in Mechernich und ist für Material für die Kampfflugzeuge Tornado und Eurofighter zuständig. Mit den fünf neuen Hallen wird bis Ende 2017 eine zusätzliche Lagerkapazität von 10000 Quadratmeter geschaffen.

Im Zuge der Bundeswehr-Neustrukturierung wird das Diepholzer Materiallager von 117 auf 158 Dienstposten aufgestockt. „Erste Dienstposten schon Anfang 2016 besetzt werden“, sagte Michael Vetter.

Die neuen Hallen entstehen auf dem Fliegerhorst dort, wo sie die Flächen zur geplanten Konversion (Umwandlung von militärischen zu zivilem Gelände) nicht betreffen.

Vetter kündigte an, dass sich das Logistikzentrum vom „Vorwerk“ des Fliegerhorstes am Kielweg kurzfristig nicht trennen werde, weil die dortigen Lagergebäude noch gebraucht werden.

Die Stadt Diepholz, die die Konversion aktiv begleitet, hatte gehofft, dort schnell Flächen zum Beispiel für Gewerbe bekommen zu können.

Oberst Olaf Stöcker betonte, dass die Arbeitsgruppe „Konversion“ von keiner Zeitlinie ausgehen könne. Es ist eben nicht klar, wann genau (und ob) die Luftwaffe Diepholz verlässt und Flächen zur zivilen Nutzung frei macht.

Das nächste „Diepholzer Gespräch“ ist am Dienstag 17. November. Thema dann: „Öffentlichkeitsarbeit – in guten und in schlechten Zeiten.“

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