Nisthilfen für den Eisvogel

„Ornis“ Diepholz greift Vogelwelt „unter die Flügel“

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Die Mitglieder von „Ornis“ Diepholz züchten und halten nicht nur exotische gefiederte Schönheiten, sondern greifen auch der heimischen Vogelwelt unter die Flügel. Dazu gehört auch der Eisvogel, der schon zwei Mal zum „Vogel des Jahres“ gekürt wurde.

Diepholz - Von Reinhold Dufner. Der Verein für Vogelzucht und –schutz „Ornis“ Diepholz bemüht sich nicht nur um den Fortbestand von exotischen Ziervögeln, die in ihrer Heimat vor allem in Australien, Neuseeland, Afrika, und Brasilien vom Aussterben bedroht sind, sondern entfaltet auch vor Ort ebenso bemerkens- wie lobenswerte Aktivitäten für die heimische Vogelwelt und greift ihr bei Brut und Aufzucht „unter die Flügel“; denn auch ihr Lebensraum wird immer mehr eingeschränkt.

In einem Biotop an der Lohne unweit von Eggers Brügge in Diepholz betreut Ornis eine Eisvogel-Brutwand. Für den „fliegenden Edelstein“, schon zwei Mal „Vogel des Jahres“ 1973 und 2009, wurden zwei neue künstliche Nisthilfen, also Eisvogelbrutröhren, geschaffen. Um die „Bauarbeiten“ kümmerten sich zweiter Vorsitzender Jörg Köster, Wetschen, und stellvertretender Kassenführer Walter Meier, Barnstorf.

Geduldige Beobachter erleben einzigartiges Schauspiel an der Lohne

„Einer der schönsten Vögel, die es bei uns gibt,“ sind sich die beiden Züchter von Ziervögeln einig. Zu Gesicht bekommt man den scheuen Alcedo atthis mit seinem tropisch leuchtenden Gefieder nur selten. Der Eisvogel wirkt ein wenig pummelig, ist jedoch so schnell, dass selbst Greifvögel für ihn kaum eine Gefahr darstellen. In Deutschland soll es nur noch 5000 bis 8000 Brutpaare geben. Das Leibgericht des Eisvogels sind kleine Fische. Der „kingfisher“, Königsfischer wie er im englischen Sprachraum genannt wird, stürzt sich senkrecht ins Wasser und schnellt keine zwei Sekunden später mit der Beute im Schnabel wieder heraus. Bei klarem Wasser beträgt die Trefferquote 100 Prozent. Wer Geduld mitbringt und sich ruhig verhält, kann dieses einzigartige Schauspiel an der Lohne erleben. Glück muss man aber schon haben.

Nachschub für den Müntepark. Die Aktivitäten von „Ornis“ beschränken sich aber nicht nur auf das Stadtgebiet, sondern auch um seine Umgebung.

Im gesamten Stadtgebiet hat der Verein verschiedenartige Nisthilfen unter anderem für Meisen, Stare, Rotschwänzchen, Kleiber, die erwähnten Eisvögel sowie Steinkäuze und Eulen, aber auch für Fledermäuse geschaffen, insgesamt knapp 80, von denen gut 60 bewohnt werden. Hinzu kommen 24 im Umkreis von Diepholz, hier waren 15 bewohnt. Allerdings waren auch Verluste zu beklagen. So stellten die Vogelliebhaber fest, dass neun Nisthilfen verschwunden oder beschädigt worden waren. Im Herbst werden alle Nistkästen gereinigt und desinfiziert.

Chronik für das 50-jährige Bestehen in Arbeit

Besonders erfreut ist „Ornis“ über die Kooperation im Vogelschutz mit dem Streuobstwiesen-Verein Heede. Gemeinsam sei man, so Vorsitzender Bernd Kruse, bemüht, durch Anbringen von Nisthilfen die Bestände der Tierarten auf der Streuobstwiese zu stützen und zu fördern, die aufgrund spezieller Anforderungen an den Nistplatz in einer veränderten, strukturärmeren Landschaft zurückgegangen seien. Hier seien auch spezielle Brutröhren für den Steinkauz, den Vogel des Jahres 1972, angebracht worden. „Hier hat der Steinkauz alles, was er braucht,“ stellten die Ornis-Mitglieder bei einem Rundgang über die Streuobstwiese fest.

Die Mitglieder des Vereins für Vogelschutz und -zucht „Ornis“ Diepholz haben ihre Tätigkeiten für die Brutsaison der heimischen Vogelwelt nahezu abgeschlossen. Die Hände in den Schoß legen - das können sie aber nicht: Die 50-jährige Vereinsmitgliedschaft in ihrem Dachverband, der Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht (AZ), steht vor der Tür. Die Vorbereitungen – dazu gehört auch die Herausgabe einer Chronik – sind angelaufen. Höhepunkt ist die Jubiläums-Schau am 23. und 24. September im Autohaus Rape in Diepholz. Dann zeigen die Vogelliebhaber ihre farbenfrohen gefiederten exotischen Schönheiten, die ein Außenstehender sonst nur ganz selten zu sehen bekommt.

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