Diensthundführerstaffel Oldenburg

Schäferhund X – ein Kollege auf vier Pfoten

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Auf die Beißwurst fixiert: Polizeihund X bekommt nach erfolgreichem Einsatz seine Belohnung.

Immer dann, wenn die Polizei eine besonders gute Nase haben muss, kommen X und seine Kollegen zum Einsatz: Polizeihunde, die Leichen, Sprengstoff, Flüchtige, Drogen oder sogar Banknoten aufspüren können – je nach Spezialausbildung. Der belgische Schäferhund X bildet mit Polizeikommissarin Hannah ein Team.

Diepholz/Vechta – Die Symbiose ist faszinierend. X lässt kein Auge von seinem Frauchen Hannah – und verfolgt mit absoluter Konzentration jede ihrer Bewegungen. Umgekehrt ist es genauso. Der Kollege auf vier Pfoten gehorcht der Polizeikommissarin nicht nur aufs Wort, sondern genauso auf ein Nicken oder eine Handbewegung hin.

X und Hannah sind ein eingespieltes Team, wenn es um die Suche nach Drogen oder Banknoten geht. Dafür ist X, ein belgischer Schäferhund der Rasse Malinois, ausgebildet. Das Tandem gehört zur Diensthundführerstaffel der Polizeidirektion Oldenburg (PD). 45 solcher menschlich-tierischen Teams hat die PD im Einsatz – auch in der Polizeiinspektion (PI) Diepholz. 276 Diensthundführer-Einsätze gab es 2018 in der PI.

Es sind Malinois und Deutsche Schäferhunde, die ihre Herrchen bei der oft kniffligen Ermittlungsarbeit unterstützen. Die Zahl der Einsätze steigt, stellt Hannah klar. Mit vollem Namen möchte sie in diesem Bericht nicht genannt werden, auch nicht im Bild erscheinen. „Aus einsatztaktischen Gründen“, betont sie gemeinsam mit der Pressesprecherin der Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta, Maren Otten.

Manchmal trägt X sogar Schuhe, um den Dienstwagen oder einen Einsatzort nicht zu beschmutzen.

Sie begleitet die Hundeführerin bei diesem Ortstermin in Vechta. Seit 2016 sind Hannah und X einsatzbereit, haben zuvor die vorgeschriebene Ausbildung absolviert. Der siebeneinhalb Jahre alte Malinois lebt bei der Polizeikommissarin wie ein Familienmitglied. Nur dann, wenn Besuch kommt und Gefahr besteht, dass X das mit einem Einsatz verwechseln könnte, muss er einige Stunden im Zwinger verbringen. „Er muss ja immer zwischen gut und böse unterscheiden können“, formuliert es Maren Otten.

X ist ausgebildeter Schutzhund und hat darüber hinaus gelernt, Drogen und Banknoten aufzuspüren – spielerisch. Seine Belohnung für einen Fund ist eine Beißwurst, ein heiß begehrtes Spielzeug. Sein Bewegungsdrang und die Freude am Miteinander mit seinem Frauchen sind wichtige Voraussetzungen für seine Arbeit. „Konsequenz ist unglaublich wichtig“, betont Hannah.

Team hat große Einsatzerfahrung

Das menschlich-tierische Team hat große Einsatzerfahrung. Auch wenn Hannah konkrete Fälle nicht beschreiben darf: Sie berichtet stolz von „vielen Erfolgen“, an denen die Nase von X einen elementaren Anteil hat. Denn genau die hat 220 Millionen Riechzellen – die menschliche dagegen nur einen Bruchteil davon. „Der Hund kann auch viel mehr Gerüche unterscheiden und verarbeiten,“ sagt Hannah. Mit X muss sie manchmal auch zu Großeinsätzen ausrücken – wie Demonstrationen oder Fußballspiele, zum Beispiel beim BSV Rehden.

Was ist das Faszinierende an der Arbeit mit einem Kollegen auf vier Pfoten? „Eigentlich alles“, lacht die Polizeikommissarin. Sie spricht von einer besonderen Bindung, einer besonderen Beziehung: „Ich kann mich immer zu hundert Prozent auf meinen Hund verlassen. Er vertraut mir – und ich vertraue ihm.“ X wisse, dass sie verlässlich an seiner Seite sei: „So kann er sich im Einsatz sicher fühlen.“

Ein eingespieltes Team: Polizeihund X und Diensthundführerin Hannah

Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Bei Durchsuchungen von Autos und Häusern bekommt X Schuhe an. Die Verletzungsgefahr von herumliegenden Scherben ist ansonsten zu groß. © Lisa-Marie Rumann
Bei Durchsuchungen von Autos und Häusern bekommt X Schuhe an. Die Verletzungsgefahr von herumliegenden Scherben ist ansonsten zu groß. © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann
Polizeihund X bei der PI Vechta © Lisa-Marie Rumann

Die Arbeit mit Diensthunden hat viele Facetten. Dazu gehört nicht nur die gemeinsame Ausbildung des Tieres mit den Aus- und Fortbildern im Diensthundbereich. In der Zentrale Diensthundwesen in Arbergen müssen X und seine Kollegen ihre Fähigkeiten bei einer Prüfung unter Beweis stellen. Regelmäßige Überprüfungen der Einsatzfähigkeit sind außerdem ein unbedingtes Muss.

Hannah trainiert täglich mit X – im Dialog mit den Aus- und Fortbildern. In der Freizeit unternimmt sie mit ihrem Malinois lange Spaziergänge. Auch damit lässt sich das spielerische Training verknüpfen. „Wir erhalten den Ausbildungsstand stetig“, betont Hannah. Das sei wichtig, weil sie auch in ihrer Freizeit von einem plötzlichen Einsatz überrascht werden kann.

Denn die Diensthundführer in Niedersachsen unterstützen sich gegenseitig: „Da gibt es eine gute Zusammenarbeit.“ Pressesprecherin Otten stellt klar: „Die Diensthundführer müssen flexibel sein. Großes Engagement wird vorausgesetzt.“

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