Diepholzer Bürger fordern bundesweit einheitliche Basis-Fallwerte

Alexianer sind nun am Zuge

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Das sind die Schwerpunktkliniken im Landkreis Diepholz: Oben das Krankenhaus Bassum (vor einigen Monaten aufgenommen), unten das Krankenhaus Sulingen aus der Luft betrachtet.

Landkreis Diepholz - Von Anke Seidel. Der Kreistag hat mit seinem Beschluss die Richtung vorgegeben und der Geschäftsführung der Alexianer einen umfassenden Arbeitsauftrag erteilt (wir berichteten).

Einen konstruktiven Beitrag will nun auch die Diepholzer Bürgerinitiative leisten, indem sie – untermauert mit fast 16000 Unterschriften – einen bundeseinheitlichen Basis-Fallwert fordern will, sprich eine bessere Vergütung medizinischer Leistungen. Das geht aus einem Interview des Diepholzer Kreisblattes mit der Sprecherin hervor.

Niedriger Landesbasis-Fallwert, schwierige ärztliche Versorgung, kritische Betriebsgröße der Häuser und schlechter Eigenversorgungsgrad der Kliniken – so hatte im Kreistag Günter Brockhoff, Krankenkassendirektor a.D. und Sprecher der SPD-nahen BS-Fraktion, die akuten Probleme der Krankenhäuser charakterisiert und umgehendes Handeln gefordert.

Wie bewertet die Geschäftsführung der Alexianer den Kreistagsbeschluss und welcher der elf Arbeitsaufträge wird nun zuerst umgesetzt? „Wir sind sehr erfreut, dass der Kreistag zu einem Ergebnis gekommen ist“, teilten die Alexianer auf Anfrage dieser Zeitung mit: „Das Ergebnis wird kurzfristig in einer Gesellschafterversammlung mit dem Landkreis Diepholz und den Alexianern diskutiert und entsprechende Maßnahmen zur Umstrukturierung der Einrichtungen einleiten.“ Welcher der elf Arbeitsaufträge dann zuerst umgesetzt werden muss, das werde gemeinsam festgelegt. „Sicher für uns ist“, so betonten die Alexianer, „dass wir Entscheidungen immer zum Wohle der Menschen in der Region treffen werden“. Dies sei schon seit mehreren Jahrhunderten ihr Ziel, „woran wir uns auch zukünftig orientieren werden“. Gewünscht hätten sich die Alexianer allerdings, „dass die neue Struktur zur Versorgung der Menschen über die Landkreisgrenzen hinaus erfolgt wäre“. Denn die Veränderung einer medizinischen Versorgung mache an den Grenzen des Landkreises nicht halt.

Die Möglichkeit einer interdisziplinären Chirurgie an der Diepholzer Klinik werde derzeit intensiv geprüft, insbesondere unter haftungsrechtlichen Aspekten: „Die Qualität der zu versorgenden Patienten steht für uns sowohl bei einer ambulanten chirurgischen Versorgung als auch einer interdisziplinären Chirurgie in der Klinik Diepholz im Vordergrund.“ Seit Wochen und Monaten würden verschiedene Szenarien geprüft, antwortete die Geschäftsführung auf die Frage nach der Bau- und Organisationsplanung, die der Kreistag gefordert hatte. „Aus dem Regionalgespräch heraus war eine stationäre psychiatrische Versorgung für die Klinik Diepholz vorgesehen. Seitens des Krankenhaus-Planungsausschusses wurde die psychiatrische Versorgung an der Klinik Diepholz dann nicht beschlossen. Vor diesem Hintergrund muss nun ein neues Rahmenszenario entwickelt werden“, so die Geschäftsführung, „auf dem aufbauend dann erst die Abschätzung der anfallenden Kosten einer Reorganisation über alle Klinikstandorte ermittelt werden kann“.

Geschäftsführung, Landkreis und Alexianer würden daher kurzfristig die Möglichkeiten der strukturellen medizinischen Versorgung erörtern, in der mögliche Bettenzahlen, OP- und Diagnostik-Einheiten festgelegt und geprüft werden müssen: „Erst dann können detaillierte Kapazitäten festgelegt werden, um daraus die Kostenabschätzung zu entwickeln.“

Ist schon klar, wie viele Abteilungen – und welche wohin – verlegt werden? „Formell können Abteilungen unserer Kliniken in Bassum, Diepholz und Sulingen nur in Abstimmung mit dem Krankenhaus-Planungsausschuss des Landes Niedersachsen und dem Sozialministerium verlegt werden“, lautete die Antwort auf diese Frage. In enger Abstimmung beider Gesellschafter würden die hierzu notwendigen Gespräche mit den relevanten Partnern geführt. Und was wünschen sich die Alexianer für ihre Kliniken? „Grundsätzlich wünschen sich die Alexianer, dass die vom Kreistag festgelegte neue medizinische Versorgungsstruktur mit zwei Hauptstandorten in Bassum und Sulingen und den zusätzlichen Angeboten in der Klinik Diepholz von der Bevölkerung angenommen wird“, lautete die Antwort. „Mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die von je her einen sehr guten Dienst in der medizinischen Versorgung leisten, werden wir auch zukünftig eine gute medizinische Versorgung für die Menschen im Landkreis sichern können.“

Lesen Sie dazu den Kommentar: Mit dem Rücken zur Wand

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