Kirche, Politik und regionale Fachleute: Start der landesweiten Veranstaltungsreihe „Stadt, Land, Lust“ in Diepholz

Ländlichen Raum attraktiver machen

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Über Perspektiven zur Förderung neuer Lebensqualität in der ländlichen Region diskutierten Experten am Freitagabend in kleinen Tischrunden des „World-Cafés“ in der Diepholzer St.-Michaelis-Kirche. Die Veranstaltung als Auftakt einer landweiten Reihe war nur für geladene Gäste.

Diepholz - In sechs Sprengeln der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers finden dieses Jahr Werkstattgespräche und Podiumsdiskussionen zum Themenjahr „Reformation und Politik“ statt. Da heißt es: Kirche, Diakonie und Politik im Dialog. Auftakt der landesweiten Aktion war am Freitagabend in Diepholz.

An sechs Orten wird über sechs Problemfelder gesprochen und gemeinsam nach Lösungswegen gesucht, die sich unter dem Titel „Stadt, Land, Lust“ bündeln und nach neuen Perspektiven für den demographischen Wandel suchen.

Sozusagen handverlesen waren die 50 eingeladenen Führungspersönlichkeiten aus Politik, Kirche sowie Fachleute aus der Wirtschaft, sozialen Einrichtungen und weiteren Bereichen des öffentlichen Lebens der Region, die in der St.-Michaelis-Kirche gut gemixt an acht Tischen des „World- Cafés“ Platz nahmen. Ob Landessuperintendent Dr. Burghard Krause, Erster Kreisrat Wolfram van Lessen, GFS-Schulleiter Lars Buse, Landvolk-Vorsitzender Theo Runge oder auch Ehrenamtliche wie Christa Funck aus dem Vorstand des Kirchenkreistages und die Synodale Christine Lührs: Sie kamen über die vorgegebenen Fragen mit dem Impuls „Landlust statt Landfrust“ schnell ins Gespräch. Es ging darum, warum sie gerne in dieser ländlichen Region wohnen, was sie hier tun würden, wenn Geld keine Rolle spiele, und welche konkreten Vorschläge sie hätten, um auch in zehn Jahren hier noch gut miteinander leben zu können.

In der sich anschließenden Podiumsdiskussion mit Moderatorin Tanja Schulz, Journalistin aus Hannover, und ihren Gesprächspartnern Dr. Burghard Krause, Wolfram van Lessen, Astrid Schlegel (Kreistags-Fraktionsvorsitzende der SPD) und Marlis Winkler (Geschäftsführerin der Diakonischen Werke Grafschaft Diepholz und Syke-Hoya) wurden Ergebnisse der Tischrunden nachgefragt und versucht, sie auf den Punkt zu bringen.

Mit Blick auf den demografischen Wandel wurde oft die Situation der immer älter werdenden Generation angesprochen. Ihr Lebensraum, ihre Versorgung, ihre Mobilität. „Kümmern statt Kummer“ – eine Aktion des Landkreises – konnte hier van Lessen nennen. Das Einbeziehen der jungen Generation in die Verantwortung und Gestaltung der Zukunft wurde von Bernd Kittelmann, Leiter der Polizei-Inspektion Diepholz, intensiv eingefordert. Insgesamt ging es darum, was Kirche und Politik mit weiteren Experten dazu beitragen können, um das Leben im ländlichen Raum attraktiver zu machen, und damit einer Landflucht entgegen zu wirken.

Ein Ergebnis lautete: Von einander lernen und Kooperationen gestalten. Zum Beispiel offene „World-Cafés“ einrichten und über sinnvolle und tatkräftige Vernetzung aktiv zu werden.

Landessuperintendent Dr. Krause, der demnächst pensioniert wird, war offiziell zum letzten Mal in Diepholz. Er machte Mut, die Ergebnisse aus dem Werkstattprojekt als Start für ein gutes zukünftiges Miteinander anzunehmen und es über die Teilnehmer als Multiplikatoren an vielen Orten umzusetzen.

Als Mitveranstalter stellte Professor Dr. Christoph Dahling-Sander, Sekretär der Hanns-Lilje-Stiftung, am Ende fest: „Ziel aller Veranstaltungen ist die nachhaltige Förderung des Dialogs zwischen Kirche, Diakonie und Politik. Das große Interesse an der Veranstaltung und die heutigen Beiträge zeigen uns schon jetzt, wie wichtig es ist, sich den sozialen und kulturellen Folgen der Bevölkerungsentwicklung zu stellen und über politische und konfessionelle Grenzen hinweg gemeinsam neue Lösungen zu suchen.“ hb

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