Ein Z aus Kerzen vor dem Rathaus 

Stadt Diepholz setzt mit Zonta Club ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

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Ein orangefarbenes Z aus Kerzen stellte der Zonta Club vor dem Diepholzer Rathaus auf.

Diepholz - Häusliche Gewalt gegen Frauen, Zwangsverheiratung, Genitalverstümmelung, sexuelle Belästigung: Die Liste der täglich verübten Angriffe auf Frauen, ob körperlich oder durch strukturelle Benachteiligung, ließe sich noch um einige Punkte ergänzen. Ganz weit weg von Deutschland, mögen jetzt sicher viele denken. Doch da widerspricht Beate Beck in aller Deutlichkeit: „Das ist absolut ein Thema in Deutschland.“ Auch hierzulande werden Frauen immer wieder Opfer von Gewalt.

Daher hatten Beck und ihre Mitstreiterinnen vom Zonta-Club Diepholz-Vechta die weltweite Aktion „Orange your City“ nun erstmalig in die Kreisstadt geholt. In grellem Orangerot erstrahlen zahlreiche Gebäude und Sehenswürdigkeiten von Diepholz, Vechta und Barnstorf – wie auch die weit entfernten Niagarafälle.

„Wir wollen ein Zeichen gegen Gewalt setzen“, erklärt Inge Human. Die Präsidentin des vor rund zwei Jahren gegründeten Zonta Clubs Diepholz-Vechta steht vor einem orangeglühenden Z auf den Pflastersteinen des Diepholzer Rathausmarktes. Während das Z für den Service-Club selbst steht, spielt das Orange der kleinen Windlichter auf die insgesamt 16 Tage andauernde Aktion gegen Gewalt an Frauen an, die schon vor vielen Jahren von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurde.

Bei Kerzenschein hatten es die rund 27 Teilnehmer der Aktion am frühen Montagabend aber nicht belassen. Sie hatten den Diepholzer Bürgermeister Florian Marré mit ins Boot geholt. Hoch über ihren Köpfen erstrahlte der Turm des Rathauses in orangefarbenem Licht (wir berichteten).

„Der war sofort begeistert“, erinnert sich Inge Human an das erste Gespräch mit dem Stadtoberhaupt. Der Umbau der Scheinwerfer auf dem Dach sei kein Problem gewesen. Ebenso schnell ließen sich über 25 weitere öffentliche und private Einrichtungen in der Kreisstadt überzeugen bei „Orange your City“ mitzumachen. Sei es der Weinladen neben dem Rathausmarkt, das Schulzentrum, verschiedene Apotheken, Ärzte und Kirchen oder Diepholzer Unternehmen: Sie alle setzen dieser Tage ein Zeichen. Manche nur für einen Tag, wie etwa das Diepholzer Rathaus, andere für die ganzen 16 Tage.

Die Aktion begann am Montag, dem Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, und endet am 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte.

„Das ist weltweit ein Thema“, unterstreicht Inge Human. So seien 35 Prozent aller Frauen auf der Welt mit geschlechtsspezifischer Gewalt konfrontiert. Von den 63 700 beim Bundeskriminalamt im Jahr 2017 registrierten Fällen von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung in Deutschland, waren zu 93 Prozent Frauen in der Opferrolle, heißt es in einer Broschüre der Zontas. Dass sie die jährlich stattfindende UN-Aktion auch im nächsten Jahr wieder unterstützen werden, stehe außer Frage, so Inge Human.

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