Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne mit launiger Rede

Großmarkt-Frühschoppen: „Kennt eigentlich irgendjemand Vechta?“

Die launige Rede von Grant Hendrik Tonne kam gestern im großen Festzelt gut an. „Großmarkt“, das sei ein „Name wie Donnerhall“ , meinte der Kultusminister. - Foto: Husmann

Diepholz - Von Sven Reckmann. So ein Großmarkt-Publikum will umgarnt werden: Diepholz sei „für mindestens heute“ die schönste Stadt des Landes-, ja sogar bundesweit, schmierte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne am Freitag eingangs seiner Festrede zum Großmarkt-Empfang im großen Festzelt den Gastgebern kräftig Honig um den Bart.

Aber wichtig ist eben immer der Maßstab: „Diepholz ist mir viel lieber als Berlin zur Zeit“, verriet Tonne. Da gebe es nämlich „einen freundlichen netten Herrn aus Bayern“ – vermutlich meinte er den Innenminister – „der weiß gar nicht, was er noch alles machen soll, damit er endlich gefeuert wird.“

Nun sei die große Koalition in Hannover auch nicht gerade „ein Ausdruck tiefer Liebe“, räumte SPD-Politiker Tonne ein. Das sei wohl auch in der Politik eher kontraproduktiv. „Aber wir kriegen es ganz gut hin. Und wir reden miteinander, das ist der Trick.“ Wenn er das mit der Zusammenarbeit von Seehofer und Nahles in Berlin vergleiche, „dann sage ich Euch, dann tanzen Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und ich jeden Tag argentinischen Tango von Zuneigung in Hannover.“ Tonne empfahl der Koalition (der in Berlin), „einfach mal die Arbeit zu machen, für die sie gewählt wurde.“

Großmarkt, das sei ein „Name wie ein Donnerhall“, die Liste der Redner hier sei eine „Hall of Fame“ der Niedersächsischen Landes- und sogar Bundespolitik, sagte Tonne und erinnerte an Namen wie Hans-Dietrich Genscher, Henning Scherf, Renate Schmidt, David McAllister, Bernd Busemann oder Olaf Lies, die eben falls bereits am Großmarkt-Rednerpult gestanden hatten. „Ich habe mir sagen lassen“, so Tonne, „es gibt mittlerweile Nachahmer dieser Veranstaltung. Kennt eigentlich irgendjemand Vechta?“

Eröffnung des Diepholzer Großmarkts am Donnerstag

 © Eberhard Jansen
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Tonne grüßte den „ewigen Landtagsabgeordneten“ Karl-Heinz Klare aus Diepholz, der auch im Folgenden steter „Begleiter“ der Rede Tonnes wurde. „Er hat mir versprochen, wenn ich ihn fünfmal nenne, dann hält er mich den ganzen Tag von allem frei“, flachste der Minister. Der Name Klare – das darf hier verbrieft werden – fiel sogar mehr als fünf Mal.

Tonne beglückwünschte den jungen Diepholzer Bürgermeister Florian Marré zu seiner Wahl: „Hier hat der Generationswechsel geklappt und das ist gut so.“

Diepholzer Großmarkt am Freitag

 © Heinfried Husmann
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Der Gast aus Hannover zeigte sich aber auch sonst über wesentliche Diepholzer Themen gut informiert: So wusste er, dass die Diepholzer Ratsmitglieder bei der traditionellen Promi-Regatta der SG-Ruderer auf dem Dümmer in diesem Jahr gegen die Kaufleute den Kürzeren gezogen hatten, und er motivierte sie zu verstärktem Training: „Wenn Ihr nächstes Jahr gewinnt, dann laufe ich mit Ingo Estermann den Halbmarathon beim Stadtlauf.“ Vergnügen im Zelt und Schlucken beim Diepholzer SPD-Chef Estermann.

Während der Regen immer stärker auf das Zeltdach prasselte, wendete sich Tonne auch ganz ernsthaften Themen wie der Schulpolitik zu. Es gelte, die Schulen „aus der Kreidezeit herauszuführen ins digitale Zeitalter“, so seine zentrale Aussage. Dafür seien bereits viele Investitionen aufs Gleis geschoben worden. Allzu virtuell sollte es dann aber auch nicht sein: „Volksfeste wie den Großmarkt wollen wir real feiern.“

Nach etwas mehr als 20 Minuten endete eine launige Großmarkt-Rede, die allgemein gut ankam und mit reichlich Applaus bedacht wurde. Nicht nur, weil die Diepholzer erfolgreich „umgarnt“ worden waren.

Als Dank für seine Rede erhielt Tonne einen Präsentkorb mit Lebensmitteln, die in Diepholz hergestellt werden. Natürlich gab es auch wieder eine Diepholzer Gans. Diese wird dem Redner traditionell kurz vor Weihnachten von einer kleinen aber gut gelaunten Delegation aus der Kreisstadt bratfertig übergeben.

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